Entstehung und Ursprung ; Ideologie und Weltbild ; Familienstruktur und Organisation ; Der Kodex ; Rekrutierung und Ehe ; Fähigkeiten und Ressourcen ; Lebensweise und Alltag ; Umgang mit übernatürlichen Wesen ; Verhältnis zum NID ; Schwächen und Grenzen ; Relevantes fürs Inplay ; TL;DR
Entstehung und Ursprung
Die Ursprünge der heutigen Jägerfamilien lassen sich in das späte 17. Jahrhundert zurückverfolgen. In den Jahrzehnten nach dem Cromwell’schen Feldzug wurden weite Teile irischen Landes enteignet und an protestantische Landbesitzer vergeben. In diesem politischen und gesellschaftlichen Umbruch etablierte sich in einer abgelegenen Region in Connacht ein anglo-irischer Landlord, der offiziell als Verwalter neu zugesprochener Ländereien auftrat.
Inoffiziell handelte es sich bei ihm um einen Vampir höheren Alters, der die instabile Lage gezielt für sich nutzte. Sein Einfluss beruhte nicht allein auf physischer Gewalt, sondern auf einem strukturierten System aus Abhängigkeit und Kontrolle. Die Dorfbewohner standen in einem klassischen Pachtsystem mit überhöhten Abgaben, verschärften Frondiensten und willkürlich verhängten Strafzahlungen. Wer seinen Verpflichtungen nicht nachkam, verlor Land oder Familie. Mehrere junge Menschen verschwanden nach nächtlichen „Audienzen“ im Herrenhaus. Offiziell galten sie als Auswanderer, Deserteure oder Opfer politischer Unruhen.
Der Landlord verfügte über zwei Hexen, die in seinem Dienst standen. Ihre Aufgabe bestand darin, ein Tageslichtamulett regelmäßig mit Magie zu speisen und kleinere Schutz- und Verschleierungszauber aufrechtzuerhalten. Diese Hexen lebten isoliert am Rand des Anwesens und traten in der Öffentlichkeit kaum in Erscheinung. Ihr Status war ambivalent: geschützt durch den Landlord, zugleich abhängig von ihm.
Im Zuge lokaler Spannungen wurden mehrere Frauen der Umgebung unter dem Vorwurf der Hexerei denunziert. Obwohl groß angelegte Hexenverbrennungen in Irland zu diesem Zeitpunkt bereits selten geworden waren, kam es vereinzelt zu kirchlich legitimierten Hinrichtungen und inoffiziellen Lynchakten.
Zwei dokumentierte Fälle in der Region gelten heute als direkte Folge gezielter Anschuldigungen, die vermutlich vom Landlord selbst initiiert wurden, um unliebsame Zeuginnen oder unabhängige Wissende zu entfernen.
Das eigentliche Problem bestand jedoch nicht nur im Töten einzelner Dorfbewohner. Der Vampir etablierte ein langfristiges Versorgungssystem. Bestimmte Familien wurden bevorzugt behandelt, andere systematisch geschwächt. Schulden wurden über Generationen weitergegeben. Kinder verschwanden in regelmäßigen Abständen. Die wirtschaftliche Struktur des Dorfes wurde so manipuliert, dass Widerstand kaum möglich war. Der Landlord ernährte sich nicht unkontrolliert – er rationierte, wählte aus und stabilisierte so seine eigene Position.
Erst über Jahre hinweg verdichteten sich Hinweise darauf, dass hinter den Vorfällen kein menschlicher Täter oder Tier stehen konnte. Fünf Familien begannen damit, systematisch Beobachtungen zu sammeln. Anders als andere Dorfbewohner leisteten sie keinen offenen Widerstand. Stattdessen näherten sie sich dem Landlord an, übernahmen organisatorische Aufgaben in Verwaltung und Logistik und gewannen so Zugang zu seinem Umfeld. Sie führten Listen über nächtliche Aktivitäten, protokollierten körperliche Auffälligkeiten, untersuchten Todesfälle und analysierten die Rolle der beiden Hexen. Über Jahre hinweg dokumentierten sie Gewohnheiten, Schwächen und Abhängigkeiten sowie Kontakte zu anderen übernatürlichen Wesenn. Ihr Verhalten wurde, da sie mit niemandem außerhalb der fünf Familien sprachen, als Kollaboration gewertet.
Schließlich nutzten sie eine Phase politischer Instabilität sowie die zeitweilige Abwesenheit einer der Hexen, um den Vampir gezielt zu isolieren. Über Wochen hinweg manipulierten sie Versorgungswege und unterbrachen den Kontakt zu seinen Unterstützerinnen. In einer koordinierten Aktion wurde er mit Silber verwundet, bewegungsunfähig gemacht und kontrolliert der Sonne ausgesetzt. Das Tageslichtamulett war zu diesem Zeitpunkt unzureichend gespeist.
Die genauen Umstände wurden innerhalb der Familien zunächst mündlich und später schriftlich weitergegeben. Nach dem Sturz des Landlords wurde das Dorf nicht öffentlich „befreit“. Die Ereignisse wurden bewusst verschleiert, um keine Aufmerksamkeit anderer möglicher übernatürlicher Wesen zu erregen. Die verbliebenen Spuren wurden beseitigt, das Herrenhaus aufgegeben und die beiden Hexen verschwanden aus der Region. Ihr weiteres Schicksal ist nicht überliefert.
In den folgenden Jahrzehnten verließen die fünf Familien schrittweise die Region und verteilten sich strategisch über Irland und Nordirland. Mit ihrer Abwanderung begann die eigentliche Tradition und Geschichte der Jäger:innen.
Der Schwur der fünf Familien
Die beteiligten Familien legten einen generationsübergreifenden Schwur ab. Ziel war damals nicht Rache, sondern Prävention. Die Erfahrung der systematischen Unterdrückung und Manipulation hatte ein tiefgreifendes Misstrauen gegenüber allen übernatürlichen Wesen hinterlassen. Insbesondere betroffen waren Vampire und jene Hexen, die im Umfeld des Landlords agierten; später sollten auch Werwölfe in dieses Feindbild aufgenommen werden.
Aus Sicht der Familien hatte sich in den Jahren der Beobachtung ein klares Muster abgezeichnet:
Die Hexen am Herrenhaus arbeiteten im Dienst des Vampirs. Sie stabilisierten seine Position durch magische Unterstützung und schützten in erster Linie sich selbst. Unabhängige Wissende aus der Region wurden denunziert oder nicht verteidigt. Kein Zirkel griff ein, keine Intervention erfolgte zugunsten der Dorfbewohner. Die übernatürlichen Wesen handelten nach eigenen Interessen, nicht im Sinne der menschlichen Gemeinschaft. Aus diesen Erfahrungen entstand kein blinder Hass, sondern ein Grundsatz, der bis heute im Kodex verankert ist: Magie steht nicht auf Seiten der Menschen.
Das gesammelte Wissen wurde niedergeschrieben und in einem internen Kodex gebündelt. Dieser Kodex enthält:
Beobachtungen zu vampirischem Verhalten
Hinweise zu physischen und psychischen Schwächen
Strategien zur Isolation und Destabilisierung
frühe Warnsignale für vampirische oder magische Manipulation
Dokumentationen über Kooperationen zwischen Vampiren und Hexen
Im Laufe der Generationen wurde das Wissen ergänzt, angepasst und erweitert.
Die fünf Familien agieren nicht losgelöst voneinander. Sie folgen einer festen Tradition; der Kodex besitzt normativen Charakter und wird nicht als Theorie, sondern als bewahrte Wahrheit betrachtet. Jede Linie trägt Verantwortung für das eigene Archiv, die Ausbildung der nächsten Generation und die Wahrung ihrer territorialen Zuständigkeit.
Gegenwärtige Struktur
Auch heute existieren noch immer die fünf alten Linien in Irland und Nordirland. Die genealogischen Kernlinien lassen sich lückenlos bis auf die ursprünglichen Verschwörer, die am Sturz des vampirischen Landlords beteiligt waren, zurückführen. Diese Abstammung wird sorgfältig dokumentiert und besitzt für das Selbstverständnis der Familien große Bedeutung. Die Zugehörigkeit zu einer Linie ist aber nicht vollkommen und ausschließlich an eine direkte Blutsverwandtschaft gebunden: Durch Einheirat, Adoption oder eine formelle Aufnahme können in Ausnahmefällen auch Außenstehende Teil der Familiengemeinschaft werden.
Nach außen treten die fünf Linien nicht als gemeinsame Organisation in Erscheinung. Es existiert kein offizieller Name, kein öffentlich erkennbarer Zusammenschluss und keine zentrale Führung. Verbunden sind sie durch ihren gemeinsamen Ursprung, den überlieferten Schwur wie auch den Kodex und den Austausch relevanten Wissens. Darüber hinaus agiert jede Linie weitgehend autonom. Über die Jahrhunderte haben sich unterschiedliche Familienstrukturen, Jagdmethoden, Traditionen und Auslegungen des Kodex entwickelt. Fragen der Führung, Ausbildung, Religion oder auch der gesellschaftlichen Integration und des Umgangs mit einzelnen Anderwesen werden daher nicht in allen fünf Familien gleich beantwortet.
Historisch erfolgte die Kommunikation zwischen den Linien über verschlüsselte Korrespondenz, Boten und vereinzelte persönliche Treffen in mehrjährigen Abständen. Informationen wurden fragmentiert weitergegeben, sodass keine einzelne Linie im Falle einer Entdeckung das gesamte Wissen preisgeben konnte. Der Austausch beschränkte sich auf relevante Beobachtungen, Bedrohungshinweise und bestätigte Eliminierungen.
Heute erfolgt die Kommunikation zurückhaltend, aber zeitgemäß. Neben klassischer Korrespondenz, Telefon und indirekten Kontaktpunkten werden inzwischen auch verschlüsselte digitale Kommunikationswege genutzt. Persönliche Treffen sind selten und finden nur bei außergewöhnlichen Vorfällen statt. Eine dauerhafte, engmaschige Vernetzung wird bewusst vermieden, um keine angreifbare Struktur zu schaffen.
Das primäre Ziel besteht in der Identifikation und Eliminierung vampirischer Strukturen. Werwölfe gelten ebenfalls als Bedrohung, da ihre Unkontrollierbarkeit als Risiko für die menschliche Bevölkerung bewertet wird. Andere übernatürliche Wesen werden situativ beurteilt. Innerhalb der fünf Linien existiert jedoch eine Familie, die den Kodex restriktiver auslegt und sich explizit auch der aktiven Verfolgung von Hexen widmet, eine andere, die jene durchaus in Betracht zieht.
Die Erhaltung der Linie besitzt oberste Priorität. Ehen mit Unwissenden sind ausgeschlossen. Sollte eine Familie keinen männlichen Nachkommen haben, wird der Familienname über eine Tochter weitergeführt. In solchen Fällen nimmt der Ehepartner den Namen der Linie an. Alternativ erhält der erstgeborene Sohn den Geburtsnamen der Mutter, um die Kontinuität des Stammbaums zu gewährleisten. Das Fortbestehen der Linie wird als Verpflichtung gegenüber den ursprünglichen Verschwörern verstanden. Eine Integration in bestehende übernatürliche Systeme – etwa eine politische Mitwirkung oder Kooperation – wird grundsätzlich abgelehnt.
Ideologie und Weltbild
Fundament und Selbstverständnis
Das gemeinsame ideologische Fundament der fünf Linien gründet ursprünglich nicht auf religiösem Eifer, sondern auf historischer Erfahrung. Das ursprüngliche Trauma – systematische Unterdrückung, wirtschaftliche Manipulation sowie der Verlust von Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern – bildet bis heute das Fundament ihres Weltbildes. Aus dieser Erfahrung entwickelte sich ein klarer Reinheitsgedanke.
Reinheit bedeutet in diesem Kontext keine moralische Überlegenheit, sondern Unabhängigkeit. Menschliche Autonomie darf nicht von übernatürlichen Strukturen beeinflusst oder korrumpiert werden. Jede Form von Magie, übernatürlicher Manipulation oder nicht-menschlicher Herrschaft wird als Eingriff in diese Autonomie verstanden.
Die Pflicht gegenüber der Linie steht über individueller Selbstverwirklichung. Entscheidungen – insbesondere im Hinblick auf Beruf, Partnerschaft und Lebensführung – werden nicht ausschließlich nach persönlichen Präferenzen getroffen, sondern im Hinblick auf Kontinuität und Sicherheit der Familie.
Das eigene Leben wird als Teil einer übergeordneten Aufgabe betrachtet.
Emotionale Distanz gilt dabei als Schutzmechanismus. Nähe zu Außenstehenden wird bewusst begrenzt oder nur unter klar definierten Bedingungen zugelassen, um Abhängigkeiten zu vermeiden. Mit zunehmender Modernisierung der Gesellschaft hat sich dieser Grundsatz jedoch partiell aufgeweicht. Insbesondere jüngere Familienmitglieder pflegen kontrollierte Kontakte nach außen, um gesellschaftlich integriert zu wirken. Spontane Besuche sind dennoch ungerne gesehen; jeder Kontakt mit Außenstehenden erfordert organisatorische Vorbereitung innerhalb der Familie.
Haltung zu übernatürlichen Wesen
Vampire: Vampire werden als strukturelle Bedrohung wahrgenommen. Ihr langfristiges Denken, ihre Fähigkeit zur Manipulation sowie ihre wirtschaftliche und politische Einflussnahme gelten als besonders gefährlich. Aus Sicht der Linien sind sie in der Lage, über Generationen hinweg stabile Abhängigkeitsverhältnisse aufzubauen.
Das Ziel im Umgang mit vampirischen Strukturen ist daher die konsequente Identifikation und Eliminierung.
Werwölfe: Werwölfe werden nicht primär als politische Wesen betrachtet, sondern als instabile Gefahr. Über ihre Rudelstrukturen ist nur begrenztes Wissen vorhanden; sie gelten als schwer einschätzbar und potenziell unkontrollierbar. Hinzu kommt die tödliche Wirkung ihres Bisses.
Werwölfe werden daher grundsätzlich als Bedrohung für die menschliche Bevölkerung eingestuft, unabhängig davon, ob sie organisiert oder isoliert auftreten.
Hexen: Die Haltung gegenüber Hexen ist innerhalb der fünf Linien uneinheitlich, grundsätzlich jedoch von Misstrauen geprägt. Dieses Misstrauen geht unmittelbar auf die Ursprungsgeschichte der Jäger:innen zurück. Die beiden Hexen im Umfeld des vampirischen Landlords unterstützten dessen Herrschaft durch magische Schutzmaßnahmen und griffen trotz der jahrelangen Unterdrückung der menschlichen Bevölkerung nicht zugunsten der Dorfbewohner ein. Aus dieser Erfahrung entwickelte sich die bis heute tief indoktrinierte Überzeugung, dass Magie nie auf der Seite der Menschen steht.
Wie daraus operativ gehandelt wird, unterscheidet sich zwischen den Linien deutlich. Einige Linien beschränken sich überwiegend auf Beobachtung, Informationssammlung und defensive Vorsicht, während andere Hexen bereits aufgrund ihrer magischen Fähigkeiten als potenziell unmittelbare Bedrohung betrachten. Die Grenze zwischen Überwachung, Vermeidung und aktiver Verfolgung wird daher je nach Linie unterschiedlich gezogen.
Eine Linie vertritt eine sehr radikale Auslegung und verfolgt Hexen gezielt und ideologisch begründet, während eine weitere Linie ebenso deutlich feindselig ist und eine Eliminierung als legitime Option sieht.
Gestaltwandler: Gestaltwandler werden nicht grundsätzlich als feindlich eingeordnet, jedoch als Grenzfall zwischen Mensch und Übernatürlichem betrachtet. Ihre naturgebundene Existenz erscheint weniger strategisch bedrohlich als vampirische Machtstrukturen. Dennoch besteht ein grundlegendes Misstrauen, insbesondere aufgrund ihrer physischen Überlegenheit und möglicher Bündnisse mit anderen übernatürlichen Wesenn.
Eine Zusammenarbeit wird auch hier ausgeschlossen.
NID: Die Haltung zum NID unterscheidet sich zwischen den Linien, ist jedoch durchgehend von Misstrauen geprägt. Die Familien erkennen an, dass das Institut über umfangreiches Wissen und operative Fähigkeiten verfügt. Gleichzeitig wird dessen strategischer Ansatz kritisch bewertet.
Aus Sicht der Linien verfolgt das NID einen Stabilitätsansatz, der auf Koexistenz und Kontrolle basiert. Diese Einschätzung entspricht auch der tatsächlichen Zielsetzung des Instituts. Die Jägerfamilien hingegen lehnen jede Form institutioneller Zusammenarbeit mit übernatürlichen Wesen ab. Politische Integration oder Verhandlung wird als strukturelles Risiko verstanden, da sie übernatürliche Wesen legitimiert, anstatt sie zu beseitigen. Das NID gilt daher nicht als Verbündeter, sondern als unzuverlässiger Akteur mit abweichender Zielsetzung.
Die radikale Außendarstellung einzelner Jägerfamilien, kombiniert mit der operativen Handlungsvollmacht des NID, führt dazu, dass für viele Anderswesen die Trennung zwischen beiden Parteien nicht eindeutig erkennbar ist. Infolgedessen besitzt das NID innerhalb übernatürlicher Kreise teilweise einen schlechteren Ruf, als es seiner tatsächlichen Politik entsprechen würde.
Familienstruktur und Organisation
Die fünf Linien
Die Jäger:innen werden von fünf historischen Familienlinien getragen: Ó Cellaigh in Galway (Connacht), Mac Diarmada in Tullamore (Leinster), Ní Bhraonáin in Navan (Leinster), Ó Súilleabháin in Cork (Munster) und Mac Aodhagáin in Belfast (Ulster). Jede dieser Linien führt ihre genealogische Kernlinie auf eine der fünf Familien zurück, die am ursprünglichen Schwur beteiligt waren, und bewahrt diese Abstammung als wichtigen Bestandteil ihrer Identität.
Die Linien agieren grundsätzlich eigenständig innerhalb ihres Territoriums und folgen dem gemeinsamen Kodexkern. Es existiert keine übergeordnete Instanz, kein gemeinsames Oberhaupt und kein zentraler Rat. Gleichrangigkeit ist das Grundprinzip der Familien zueinander, auch wenn einzelne Linien durch Wissen, historische Bedeutung, Ressourcen oder operative Erfahrung informellen Einfluss besitzen.
Die regionale Verteilung über die vier historischen Provinzen Irlands ermöglicht eine weitreichende und in den Augen der Jäger:innen nahezu flächendeckende Beobachtung vampirischer Aktivitäten in Irland und Nordirland. Die Regionen sind jedoch keine strikt abgesteckten Reviere. Einsätze außerhalb der eigenen regionalen Schwerpunkte sind möglich und werden insbesondere dann abgestimmt, wenn dadurch Interessen oder laufende Operationen anderer Linien berührt werden.
Interne Hierarchie
Innerhalb jeder Linie existiert eine klare familiäre Hierarchie, an deren Spitze das jeweilige Familienoberhaupt steht. Wie diese Position vergeben und ausgeübt wird unterscheidet sich jedoch zwischen den Familien erheblich und ist von deren jeweiligen Traditionen geprägt. Nachfolge kann sich unter anderem an Alter, Erfahrung, Kodexkenntnis, operativer Kompetenz, familiärer Stellung oder überlieferten Vorstellungen von Erbfolge orientieren. Auch Geschlechterrollen spielen innerhalb einzelner Linien eine unterschiedlich starke Rolle. Eine gemeinsame, für alle fünf Familien verbindliche Regel zur Bestimmung des Oberhauptes existiert nicht.
Das Familienoberhaupt trägt die Verantwortung für grundlegende strategische und interne Entscheidungen der eigenen Linie. Je nach Familienstruktur wird es dabei durch ältere oder besonders erfahrene Mitglieder beraten, während andere Linien stärker auf die persönliche Autorität ihres Oberhauptes ausgerichtet sind. Wie weit dessen Entscheidungsgewalt reicht und wie stark andere Familienmitglieder einbezogen werden, richtet sich nach den jeweiligen Traditionen und Machtverhältnissen innerhalb der Linie. Autorität ergibt sich in den Familien jedoch aus Erfahrung und Wissen, nicht aus formaler Wahl.
Erbfolge und Namensführung
Die Sicherung der genealogischen Kontinuität besitzt innerhalb aller fünf Linien einen hohen Stellenwert. Die Familien verstehen sich als direkte Fortführung jener Kernlinien, die am ursprünglichen Schwur beteiligt waren, und dokumentieren Abstammung, Eheschließungen und Nachkommen entsprechend sorgfältig. Das Erlöschen einer Linie gilt nicht nur als familiärer Verlust, sondern als Versagen gegenüber den ursprünglichen Verschwörern und dem über Generationen weitergetragenen Schwur.
Wie die einzelnen Familien ihre Nachfolge und Namensführung konkret regeln, unterscheidet sich jedoch. Familiennamen können über Töchter weitergeführt werden; ebenso ist es möglich, dass ein Ehepartner den Namen der Linie annimmt oder Nachkommen gezielt den historischen Familiennamen erhalten. Welche Lösung bevorzugt wird und welche Rolle Geschlecht, Geburtsreihenfolge oder familiäre Stellung dabei spielen, richtet sich nach den Traditionen der jeweiligen Linie.
Entscheidend ist weniger eine einheitliche Form der Namensweitergabe als der Anspruch, die genealogische Kernlinie und ihre Verbindung zu den ursprünglichen Verschwörern unter allen Umständen fortzuführen.
Ausbildung
Die Ausbildung beginnt bereits im Kindesalter und erfolgt parallel zur regulären Bildung. Neben schulischer oder privater Ausbildung wird intern geschult in:
Kodexkunde
Historie der Linien
Erkennung übernatürlicher Einflussnahme
körperlicher Disziplin
Waffenhandhabung
Beobachtung und Dokumentation
Sprachen (alt-irisch, latein, ggf Fremdsprachen)
Nicht jedes Mitglied wird automatisch zu einem aktiven Jäger oder einer aktiven Jägerin. Innerhalb der Linie existieren funktionale Rollen: Archivführung, Logistik, Informationsbeschaffung, operative Durchführung.
Die Einführung in den aktiven Dienst erfolgt in der Regel im jungen Erwachsenenalter (ab 18 Jahren) und ist an eine formale Verpflichtung gegenüber dem Kodex gebunden und mit einem Einführungsritual für die:den aktiven Jäger:in verbunden. Die Ernennung geht mit großen Feierlichkeiten einher und gilt innerhalb der Linien als etwas Besonderes.
Kontakt zwischen den Linien
Historisch erfolgte der Austausch über verschlüsselte Korrespondenz - zumeist über eine Chiffre - und persönliche Treffen in mehrjährigen Abständen. Dieses Prinzip der Distanz hat sich über den Lauf der Jahrhunderte verändert.
Der Kontakt bleibt dennoch funktional und nicht familiär. Informationen werden ausschließlich bei relevanten Bedrohungen, bestätigten Eliminierungen oder strukturellen Veränderungen weitergegeben. Auch neues Wissen gilt als Besonderheit und wird so schnell wie möglich an alle gestreut.
Regelmäßige Zusammenkünfte existieren nicht mehr. Ein übergreifender Rat wird bewusst vermieden, um keine zentrale Angriffsfläche zu schaffen. Mögliche Konflikte zwischen den Linien werden intern geregelt und korrigiert. Als Richtwert dient hier der Kodex, den die Gründer ihrerseits angelegt haben.
Der Kodex
Ursprung und Form
Der Kodex bildet das gemeinsame historische und normative Fundament der fünf Linien. Sein ältester Kern geht auf den ursprünglichen Schwur nach dem Sturz des vampirischen Landlords zurück und enthält die zentralen Grundsätze, aus denen die Jäger:innen ihr Selbstverständnis, ihre Pflichten und ihre Haltung gegenüber übernatürlicher Einflussnahme ableiten. Diese grundlegenden Passagen gelten als unveränderlich und werden innerhalb der Familien nicht als bloße historische Überlieferung, sondern als verbindliche Wahrheit behandelt.
Unmittelbar nach dem Sturz des vampirischen Landlords wurden der gemeinsame Schwur und die daraus abgeleiteten Grundsätze zunächst mündlich innerhalb der fünf Familien weitergegeben. Erst in den folgenden Jahren begann ihre schrittweise schriftliche Fixierung in verschlüsselter Form. Aus diesen frühen Aufzeichnungen entwickelte sich der Kern des späteren Kodex.
Im Laufe der Generationen wurde dieser Kern um gemeinsam anerkannte Erkenntnisse ergänzt. Dazu gehören insbesondere Beobachtungen zu übernatürlichen Wesen, Erkennungsmerkmale, dokumentierte Schwächen, Warnsignale sowie erprobte Vorgehensweisen bei Beobachtung, Isolation und Jagd. Solche Ergänzungen verändern nicht den ursprünglichen Schwur, sondern erweitern den gemeinsamen Wissensbestand der Linien.
Daneben führt jede Familie ein eigenes Archiv. Diese Archive enthalten Fallberichte, lokale Beobachtungen, genealogische Aufzeichnungen, interne Entscheidungen, Regelverstöße, operative Auswertungen und ergänzende Notizen zum gemeinsamen Wissensstand. Nicht alle Inhalte dieser Familienarchive werden automatisch mit den übrigen Linien geteilt.
Der ursprüngliche Kernband befindet sich im Besitz jener Linie, die traditionell für Archivierung und Bewahrung des Schwurs verantwortlich ist. Die übrigen Linien verfügen über autorisierte Abschriften des gemeinsamen Kodex und führen daneben ihre jeweils eigenen Archive und Ergänzungsbestände.
Aufbau des Kodex
Der Kodex gliedert sich in mehrere Abschnitte:
Chronik des Ursprungs
Dokumentation der Ereignisse rund um den vampirischen Landlord, den Zusammenschluss der fünf Familien und dessen Sturz
Die Chronik dient nicht nur der historischen Erinnerung, sondern bildet einen wesentlichen Bestandteil der Identität der Linien. Die Ursprungsgeschichte wird als Begründung für den Schwur und die daraus entstandenen Pflichten verstanden und entsprechend generationenübergreifend vermittelt.
Schwur und Grundsätze
Überlieferung des ursprünglichen Schwurs sowie der daraus abgeleiteten verbindlichen Leitgedanken und Pflichten der fünf Linien: Magie steht niemals auf der Seite der Menschen, übernatürliche Machtstrukturen sind zu beobachten und gegebenenfalls zu beseitigen, die Linie der Familie steht über dem einzelnen Individuum
Die drei zentralen Grundsätze bilden den unveränderlichen ideologischen Kern des Kodex. Sie werden innerhalb der fünf Linien nicht als historische Empfehlungen verstanden, sondern als verbindliche Wahrheit und Verpflichtung gegenüber den ursprünglichen Verschwörern.
Ihre praktische Auslegung kann sich zwischen den Familien unterscheiden. Insbesondere die Frage, wann eine übernatürliche Bedrohung lediglich beobachtet, aktiv bekämpft oder vollständig beseitigt werden muss, wird nicht von allen Linien gleich beantwortet. Die Gültigkeit der Grundsätze selbst wird dadurch jedoch nicht infrage gestellt.
Erkennungsmerkmale und Warnsignale
Gesammelte Hinweise auf übernatürliche Einflussnahme, typische Verhaltensmuster sowie dokumentierte körperliche und psychische Auffälligkeiten verschiedener Anderswesen
Dieser Abschnitt beruht auf generationsübergreifend gesammelten Beobachtungen und dient in erster Linie der frühzeitigen Einordnung möglicher übernatürlicher Aktivitäten. Da die Jäger:innen über keine Möglichkeit verfügen, ihre Erkenntnisse unabhängig oder magisch zu verifizieren, können sich darin neben zutreffenden Beobachtungen auch Fehlannahmen, Überinterpretationen oder über Generationen verfestigte Irrtümer finden.
Gemeinsam bestätigte Protokolle und Vorgehensweisen
In diesen Bereich werden nur Erkenntnisse aufgenommen, die innerhalb der Linien als ausreichend belastbar gelten und für die gemeinsame Arbeit relevant sind. Dazu gehören sowohl operative Vorgehensweisen als auch dokumentierte Risiken und bekannte Grenzen einzelner Methoden. Neue Erkenntnisse können den Bestand erweitern, verändern jedoch nicht den ursprünglichen Schwur oder dessen Grundsätze.
Konkrete Fallberichte, lokale Beobachtungen, genealogische Aufzeichnungen und familieninterne Entscheidungen sind dagegen nicht Bestandteil des gemeinsamen Kodex, sondern werden in den jeweiligen Archiven der fünf Linien geführt.
Normativer Charakter
Der Kodex ist ein fester Richtwert und wird innerhalb der fünf Linien als die einzige Wahrheit verstanden. Seine grundlegenden Prinzipien sind für alle Familienmitglieder verbindlich und gelten als unmittelbare Fortführung des ursprünglichen Schwurs. Interpretationen sind möglich, jedoch nur innerhalb des bestehenden Rahmens. Wie einzelne Grundsätze praktisch ausgelegt und umgesetzt werden, kann sich zwischen den Linien erheblich unterscheiden. Eine bewusste Missachtung der grundlegenden Prinzipien des Kodex gilt jedoch als Bruch mit dem Schwur.
Der historische Kern des Kodex und die darin festgehaltenen Grundsätze gelten als unveränderlich. Spätere Erkenntnisse und gemeinsam bestätigtes Wissen können den Kodex ergänzen, dürfen seinem ursprünglichen Inhalt jedoch nicht widersprechen oder ihn nachträglich umdeuten.
Zugang und Weitergabe
Vollständige Einsicht in den Kodex erhalten nur volljährige Mitglieder der jeweiligen Linie. Kinder und Jugendliche werden schrittweise an seine Inhalte, die Geschichte der Familien und die daraus abgeleiteten Regeln herangeführt. Besonders sensible operative Details werden nicht vollständig an alle Mitglieder weitergegeben. Wissen wird bewusst gestaffelt vermittelt und orientiert sich an Alter, Aufgabe und Stellung innerhalb der jeweiligen Familie. Dadurch entsteht ein erhebliches Wissens- und Machtgefälle zwischen den Generationen, das zugleich die Indoktrination der nachfolgenden Generationen begünstigt.
Der historische Kern des Kodex kann nicht verändert werden. Ergänzungen des gemeinsamen Wissensbestands sind möglich, bedürfen jedoch der Zustimmung aller fünf Familienoberhäupter. Familieninterne Fallberichte, Beobachtungen und andere Archivbestände können dagegen von den jeweiligen Linien eigenständig ergänzt und verwaltet werden.
Unterschiede in der Auslegung
Obwohl der Kodex das gemeinsame Fundament aller fünf Linien bildet, unterscheiden sich seine Auslegung und praktische Anwendung teils erheblich. Einige Familien orientieren sich besonders streng und wortgetreu an den überlieferten Grundsätzen, während andere versuchen, deren Bedeutung auf veränderte gesellschaftliche, politische oder technische Bedingungen zu übertragen.
Besonders deutlich zeigen sich diese Unterschiede im Umgang mit Hexen, dem NID, modernen Formen der Informationsbeschaffung, gesellschaftlicher Integration und der Frage, wann Beobachtung in aktive Jagd übergehen soll. Solche Abweichungen führen immer wieder zu Spannungen zwischen den Linien, werden jedoch grundsätzlich als unterschiedliche Interpretation desselben Schwurs verstanden.
Der historische Kern des Kodex und seine grundlegenden Prinzipien bleiben davon unangetastet.
Rekrutierung und Ehe
Zugehörigkeit und Aufnahme Außenstehender
Die fünf Linien verstehen sich grundsätzlich als geschlossene Familiengemeinschaften. Die Weitergabe des Kodex erfolgt primär über die Blutlinie. Eine klassische Rekrutierung Außenstehender findet nicht statt. Personen ohne direkte Abstammung können nur in klar begrenzten Ausnahmefällen Teil einer Linie werden, etwa durch Einheirat, Adoption oder eine formelle Aufnahme. Solche Fälle unterliegen der Kontrolle und Zustimmung der jeweiligen Familie. Wissen über die Existenz der Linien wird allerdings dennoch nur kontrolliert und bedarfsorientiert weitergegeben.
Wird ein Außenstehender aufgenommen, muss diese Person sich beweisen und ihre Loyalität nachweisen.
Ehe und Einheirat
Ehen mit völlig unwissenden Menschen sind grundsätzlich ausgeschlossen. Bevor eine Eheschließung überhaupt in Betracht gezogen wird, muss die betreffende Person über die Existenz der Linie, den Kodex und die damit verbundenen Verpflichtungen aufgeklärt worden sein. Eine solche Einweihung erfolgt erst, wenn der potenzielle Ehepartner bereits über längere Zeit in das soziale Umfeld der Familie eingebunden wurde und als zuverlässig, verschwiegen und mit den Grundsätzen der Linie vereinbar gilt.
Die Zustimmung der jeweiligen Familie ist Voraussetzung für jede Eheschließung. Mit der Einheirat geht die Verpflichtung einher, den Kodex anzuerkennen, die Geheimhaltung zu wahren und sich dauerhaft an die Interessen der Linie zu binden. Persönliche Präferenzen treten hinter der Sicherheit und Kontinuität der Familie zurück.
Die Namensführung folgt der Verpflichtung zur Sicherung der Linie. Sollte kein männlicher Nachkomme vorhanden sein, wird der Familienname über eine Tochter weitergeführt. Der Ehepartner nimmt in diesem Fall den Namen der Linie an oder der erstgeborene Sohn erhält den Mädchennamen der Mutter.
Adoption und Aufwachsen innerhalb einer Linie
Die Adoption außenstehender Kinder ist nur in Ausnahmefällen vorgesehen und erfolgt nicht als regulärer Weg zur Erweiterung einer Linie. Aufgenommen werden können insbesondere Kinder aus dem engen sozialen Umfeld der Familie, wenn besondere Umstände dies erforderlich machen. Wachsen sie dauerhaft innerhalb einer Linie auf, werden sie an deren Regeln, Geschichte und Kodexbindung herangeführt und unterliegen denselben Erwartungen an Loyalität und Geheimhaltung wie andere Familienmitglieder.
Eine Adoption begründet jedoch nicht automatisch dieselbe genealogische Stellung wie die Abstammung aus der historischen Kernlinie. Fragen von Name, Erbfolge und Führung richten sich weiterhin nach den Traditionen der jeweiligen Familie.
Formale Aufnahme erwachsener Außenstehender
Die formale Aufnahme erwachsener Außenstehender ist selten und stellt eine ausdrücklich begrenzte Ausnahme dar. Sie kommt nur für Personen infrage, die über längere Zeit engen Kontakt zu einer Linie hatten, bereits mit übernatürlichen Phänomenen konfrontiert wurden oder sich durch ihre Handlungen als besonders loyal und geeignet erwiesen haben.
Vor einer Aufnahme werden potenzielle Kandidat:innen über einen längeren Zeitraum beobachtet und geprüft. Erst wenn ihre Verschwiegenheit, Loyalität und ideologische Vereinbarkeit als ausreichend gesichert gelten, kann eine formelle Aufnahme erfolgen. Mit dieser geht die Verpflichtung einher, den Kodex anzuerkennen und den Interessen der Linie im Konfliktfall Vorrang vor persönlichen Bindungen einzuräumen.
Ein vollständiger Zugang zum gesamten Wissensbestand erfolgt auch danach nicht automatisch, sondern richtet sich nach Funktion, Vertrauen und Stellung innerhalb der Familie.
Regelbruch
Ein Regelbruch wird als Gefährdung der gesamten Linie betrachtet. Da die Familien bewusst abgeschottet agieren, kann bereits ein einzelner unüberlegter Schritt langfristige Konsequenzen für alle Mitglieder haben. Zu den schwerwiegenden Verstößen zählen:
Weitergabe von Wissen über die Linien oder den Kodex ohne Zustimmung
eigenmächtige operative Handlungen
Kooperationen mit übernatürlichen Wesen
das bewusste Verschweigen übernatürlicher Aktivitäten
Die Konsequenzen werden innerhalb der jeweiligen Linie geregelt und orientieren sich an der Schwere des Verstoßes. Mögliche Maßnahmen zur Disziplinierung, etwa Isolation, Freiheitsentzug, kontrollierter Schlaf- oder Nahrungsentzug oder die gezielte Degradierung innerhalb der Familienstruktur, reichen bis Entzug operativer Aufgaben bis hin zum vollständigen Ausschluss aus der Gemeinschaft.
Ein solcher Ausschluss ist selten, stellt jedoch mithin die schwerste Sanktion dar. Die betroffene Person verliert damit Zugang zu Wissen, Ressourcen und dem Schutz der Linie. Für die verstoßene Person bricht damit ein filigran aufgebautes Konstrukt zusammen, da die Person mit der echten Welt konfrontiert wird. Wird ein solcher Charakter bespielt, ist die Indoktrination innerhalb der fünf Linien mitzubedenken, die starken Einfluss auf Wahrnehmung, Verhalten und Kenntnisstand des Charakters hat.
Umgang mit linien-fremden Jäger:innen
Neben den fünf Linien existieren vereinzelt Menschen, die eigenständig auf Jagd auf übernatürliche Wesen machen. Diese sogenannten linienfremden Jäger:innen entstehen meist aus persönlichen Erfahrungen heraus - etwa nach Begegnungen mit Vampiren oder anderen übernatürlichen Wesen. Die fünf Familien stehen solchen Jäger:innen grundsätzlich zunächst skeptisch gegenüber. Ihrer Ansicht nach fehlt diesen Menschen das über Generationen gesammelte Wissen sowie die strukturierte Ausbildung der Linien. Unkontrollierte Jagdversuche werden daher zunächst als Risiko betrachet, da sie die Anderswesen aufmerksam machen und langfristig ganze Regionen destabilisieren könnten.
In den meisten Fällen beschränken sich die Linien darauf, solche Personen zu beobachten, wenn sie auffallen. Unter Umständen kann er sogar in den Familienkreis aufgenommen werden, sofern sich Loyalität und ideologische Übereinstimmung über längere Zeit bestätigt haben. In seltenen Fällen wird eine solche Integration auch durch arrangierte Ehen abgesichert, um die Bindung an eine der Linien dauerhaft zu stabilisieren.
Wird ein:e linienfremder Jäger:in als ernsthafte Gefahr für die Geheimhaltung oder die operative Arbeit der Familien eingeschätzt, greifen einzelne Linien regulierend ein. Dies kann von gezielter Abschreckung über Informationsmanipulation bis hin zur Tötung der Person reichen.
Grundsätzlich gilt: Die Jagd auf übernatürliche Wesen wird von den fünf Linien nicht als individuelles Recht betrachtet, sondern als generationsübergreifende Verantwortung, die ausschließlich unter Einhaltung des Kodex ausgeführt werden darf. Solange die Aktivitäten solcher Personen begrenzt bleiben und keine Aufmerksamkeit übernatürlicher Strukturen auf sich ziehen, greifen die Linien in der Regel nicht ein.
Ausbildung und Beziehung
Die Ausbildung innerhalb der fünf Linien beginnt bereits im Kindesalter und erfolgt parallel zur regulären schulischen oder privaten Bildung. Ziel ist nicht allein die Vorbereitung auf eine spätere aktive Jagd, sondern vor allem die frühzeitige Vermittlung von Familiengeschichte, Kodexwissen, Geheimhaltung und der innerhalb der Linien vertretenen Sicht auf das Übernatürliche.
Einen gemeinsamen Grundbestand bilden insbesondere Kenntnisse über den Kodex und die Geschichte der fünf Linien, die Erkennung möglicher übernatürlicher Einflussnahme, Beobachtung und Dokumentation, körperliche Grundausbildung, Selbstverteidigung sowie ein kontrollierter Umgang mit Waffen und gefährlichen Situationen.
Wie stark einzelne Bereiche gewichtet und welche zusätzlichen Fähigkeiten vermittelt werden, unterscheidet sich zwischen den Familien erheblich. Über Generationen haben die Linien eigene Ausbildungstraditionen entwickelt, die sich an ihren jeweiligen Erfahrungen, Methoden und heutigen Schwerpunkten orientieren. Während manche Familien größeren Wert auf Archivarbeit, Analyse und Informationsbeschaffung legen, stehen bei anderen körperliche Disziplin, Jagdpraxis, Waffenhandhabung oder ideologische und religiöse Erziehung deutlich stärker im Mittelpunkt.
Nicht jedes Mitglied einer Linie wird automatisch zum aktien Jäger oder zur aktiven Jägerin. Innerhalb der Familien existieren unterschiedliche funktionale Rollen, darunter Archivführung, Logistik, Informationsbeschaffung, Ausbildung, handwerkliche Versorgung und operative Jagd. Welche Aufgabe ein Mitglied übernimmt, richtet sich nach Fähigkeiten, familiären Erwartungen und den Bedürfnissen der jeweiligen Linie.
Die Einführung in den aktiven Dienst erfolgt in der Regel erst im jungen Erwachsenenalter und ist an eine formelle Verpflichtung gegenüber dem Kodex gebunden. Das damit verbundene Einführungsritual besitzt innerhalb der Linien einen hohen symbolischen Stellenwert, kann jedoch je nach Familie unterschiedlich ausgestaltet sein.
Homeschooling und schulische Bildung
Die schulische Bildung der Kinder wird innerhalb der fünf Linien stark kontrolliert, ist jedoch nicht einheitlich geregelt. Einige Familien bevorzugen Homeschooling oder private Unterrichtsmodelle, um äußeren Einfluss zu begrenzen und die interne Ausbildung eng mit dem Alltag der Linie zu verknüpfen. Andere schicken ihre Kinder bewusst auf öffentliche oder andere reguläre Schulen, um gesellschaftliche Integration, soziale Anpassungsfähigkeit und einen unauffälligen Lebenslauf zu gewährleisten.
Unabhängig vom gewählten Schulmodell findet die interne Ausbildung parallel statt. Familiengeschichte, Kodexwissen, Kenntnisse über Anderswesen, Geheimhaltung und die ideologische Prägung der jeweiligen Linie werden nicht an externe Bildungseinrichtungen ausgelagert.
Welche Form der schulischen Bildung gewählt wird, hängt daher weniger von einem gemeinsamen Gebot als von den Traditionen, Sicherheitsvorstellungen und strategischen Zielen der jeweiligen Familie ab.
Körperliches Training
Körperliche Fitness besitzt innerhalb aller fünf Linien einen hohen Stellenwert. Bereits in jungen Jahren beginnen Kinder und Jugendliche mit regelmäßigem Training, das auf Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Selbstkontrolle ausgerichtet ist.
Zum gemeinsamen Grundbestand gehören unter anderem Ausdauertraining, Selbstverteidigung, taktische Bewegungsabläufe und grundlegende Überlebenstechniken. Ziel ist nicht nur körperliche Leistungsfähigkeit, sondern vor allem die Fähigkeit, auch unter Stress handlungsfähig zu bleiben und den eigenen Körper kontrolliert einzusetzen, wie auch die Entwicklung von Disziplin und Selbstkontrolle.
Waffenlehre
Der Umgang mit Waffen wird schrittweise vermittelt und beginnt mit grundlegenden Sicherheitsregeln sowie dem kontrollierten Umgang mit Trainings-, Jagd- und später auch Einsatzwaffen. Mit zunehmendem Alter werden Kenntnisse in Handhabung, Pflege, Präzision und taktischem Einsatz vertieft.
Welche Waffen bevorzugt werden, hängt von der jeweiligen Linie, ihren Traditionen und den typischen Einsatzgebieten ab. Zum Spektrum gehören unter anderem Schusswaffen, Messer, Langdolche, Jagdwaffen und speziell angefertigte Ausrüstung für die Jagd auf Anderswesen.
Die Ausbildung ist stark praxisorientiert und wird überwiegend von erfahrenen Familienmitgliedern übernommen. Häufig werden Kinder und Jugendliche bereits früh zu regulären Jagden auf Tiere mitgenommen und müssen dort selbst ein Tier erlegen und anschließend zerlegen. Dies dient nicht nur der Vermittlung praktischer Kenntnisse über Waffen und Anatomie, sondern auch der bewussten Gewöhnung an Blut, Verletzungen, Tod und den kontrollierten Einsatz tödlicher Gewalt.
Ziel der Waffenlehre ist daher nicht nur technische Sicherheit, sondern ebenso die Entwicklung von Präzision, Selbstkontrolle und der Fähigkeit, auch in belastenden Situationen handlungsfähig zu bleiben.
Geschichtsunterricht
Ein zentraler Bestandteil der Ausbildung ist die interne Geschichtsschreibung der Linien. Kinder lernen früh die Ereignisse kennen, die zur Entstehung der Jägerfamilien führten. Der Sturz des vampirischen Landlords, die Rolle der beteiligten Hexen sowie spätere Begegnungen mit Vampiren, Werwölfen und anderen Anderswesen werden ausführlich behandelt.
Der Unterricht dient nicht nur der Wissensvermittlung, sondern auch der Weitergabe der familiären Perspektive auf diese Ereignisse. Geschichte wird dadurch zu einem wichtigen Instrument der ideologischen Prägung und zur Begründung der eigenen Aufgabe.
Psychische Disziplin
Neben körperlichen Fähigkeiten wird großer Wert auf mentale Stabilität, Selbstkontrolle und Verschwiegenheit gelegt. Kinder lernen früh, Emotionen zu kontrollieren, unter Stress handlungsfähig zu bleiben und persönliche Bedürfnisse hinter die Interessen der Familie zu stellen.
Misstrauen gegenüber übernatürlicher Einflussnahme wird dabei bewusst vermittelt und durch die interne Geschichtsschreibung zusätzlich verstärkt. Loyalität, Disziplin und die Fähigkeit, auch in belastenden Situationen rational zu handeln, gelten als zentrale Eigenschaften eines verantwortungsvollen Mitglieds der Linie.
Traumaweitergabe
Die ursprünglichen Ereignisse des 17. Jahrhunderts sowie der spätere Konflikt sind tief im kollektiven Gedächtnis der Familien verankert. Diese Erfahrungen werden bewusst weitergeben. Geschichten über Verluste, Verrat oder Begegnungen mit Vampiren oder anderen Wesen gehören zur familiären Erinnerungskultur. Sie dienen nicht nur der historischen Dokumentation, sondern sind Teil einer ideologischen Sichtweise, die folgenden Generation indoktriniert wird.
Auf diese Weise entsteht ein generationsübergreifendes Bewusstsein für die Aufgabe der Linien. Das Trauma der Vergangenheit wird nicht verdrängt, sondern als Teil der Identität bewahrt und behandelt, als wäre einem selbst all das passiert.
Fähigkeiten und Ressourcen
Die fünf Linien verfügen über keine übernatürlichen Fähigkeiten. Ihre Stärke liegt stattdessen in Wissen, Vorbereitung und generationsübergreifender Erfahrung. Über Jahrhunderte hinweg haben die Familien Methoden entwickelt, um übernatürlichen Wesen trotz physischer Unterlegenheit begegnen zu können.
Die Kombination aus Ausbildung, Dokumentation und praktischer Erfahrung bildet die Grundlage ihrer operativen Fähigkeiten.
Waffenkenntnis
Der Umgang mit Waffen gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten der Linien. Mitglieder werden früh mit verschiedenen Waffentypen vertraut gemacht und lernen deren sichere und effektive Anwendung. Neben modernen Schusswaffen kommen auch traditionelle Jagd- und Nahkampfwaffen zum Einsatz. Die Auswahl der Waffen hängt von der jeweiligen Linie, der regionalen Gesetzgebung und der Art der Bedrohung ab. Ein besonderer Fokus liegt auf Präzision, taktischem Einsatz und der Fähigkeit, auch unter Stress kontrolliert zu handeln.
Silberverarbeitung
Silber spielt innerhalb der Jagd eine besondere Rolle, da es gegen mehrere übernatürliche Wesen als wirksam gilt. Über Generationen hinweg haben die Familien Kenntnisse in der Verarbeitung und Anwendung dieses Metalls entwickelt.
Silber wird unter anderem verwendet für:
modifizierte Geschosse
Klingen und Spitzen
Fallen und Sicherungssysteme
Die Herstellung solcher Ausrüstung erfolgt meist innerhalb der Familien selbst oder über vertrauenswürdige Handwerker.
Beobachtung und Informationsbeschaffung
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit der Linien ist die systematische Beobachtung möglicher übernatürlicher Aktivitäten. Direkte Konfrontationen werden nach Möglichkeit vermieden, solange Informationen gesammelt werden können. Mitglieder lernen früh, Verhaltensmuster zu erkennen, ungewöhnliche Ereignisse einzuordnen und über längere Zeiträume hinweg Beobachtungen zu dokumentieren.
Die Informationsbeschaffung umfasst unter anderem:
Analyse von sozialen Netzwerken und Beziehungen
Auswertung von Vermisstenfällen oder ungewöhnlichen Todesfällen
Beobachtung verdächtiger Bewegungsmuster
Ziel ist es, übernatürliche Wesen zu identifizieren, bevor sie ihre Position festigen können.
Psychologische Manipulation
Da übernatürliche Wesen häufig über physische Vorteile verfügen, nutzen die Linien gezielt psychologische Strategien. Dazu gehört die Fähigkeit, Informationen zu steuern, Vertrauen aufzubauen oder gezielt Misstrauen zu säen.
Solche Methoden gelten als legitimer Bestandteil der Jagd, solange sie dem Schutz der Linie dienen.
Anatomiewissen
Ein fundiertes Verständnis von Anatomie gehört ebenfalls zur Ausbildung der Familien. Neben menschlicher Anatomie umfasst dies auch dokumentierte Erkenntnisse über die körperlichen Eigenschaften verschiedener übernatürlicher Wesen. Dieses Wissen dient vor allem dazu, Schwachstellen zu identifizieren und Verletzungen gezielt zu setzen. Gleichzeitig ermöglicht es eine realistische Einschätzung der körperlichen Fähigkeiten möglicher Gegner.
Anti-Vampir-Taktiken
Der Großteil der historischen Erfahrung der Linien bezieht sich auf den Umgang mit Vampiren. Entsprechend umfangreich sind die überlieferten Strategien. Typische Vorgehensweisen umfassen:
langfristige Beobachtung des Ziels
Isolation von Verbündeten oder Ressourcen
gezielte Angriffe zu Zeitpunkten eingeschränkter Handlungsfähigkeit
Direkte Konfrontationen werden möglichst vermieden, solange strategische Alternativen bestehen.
Anti-Werwolf-Taktiken
Im Umgang mit Werwölfen liegt der Schwerpunkt auf Distanz und Kontrolle. Aufgrund der physischen Überlegenheit dieser Wesen versuchen die Linien, direkte Kämpfe zu vermeiden. Strategien konzentrieren sich daher auf:
Vorbereitung geeigneter Waffen
Nutzung von Gelände oder baulichen Strukturen
koordinierte Angriffe mehrerer Jäger:innen
Angriffe außerhalb von Vollmond
Werwölfe gelten als besonders gefährlich, da ihre Verhaltensweisen schwerer vorhersehbar sind als die der Vampire.
Archiv und Wissenssammlung
Das über Generationen gesammelte Wissen stellt eine der wichtigsten Ressourcen der Linien dar. Jede Familie führt eigene Archive, in denen Beobachtungen, Fallberichte und operative Erfahrungen dokumentiert werden. Diese Archive enthalten unter anderem:
Berichte über bestätigte Begegnungen mit übernatürlichen Wesen
Analyse vergangener Jagden
ergänzende Notizen zum Kodex
Geburten- und Eheregister
Regelverstöße und Urteile
Ein Teil dieser Informationen wird zwischen den Linien ausgetauscht, während besonders sensible Inhalte innerhalb der jeweiligen Familie verbleiben.
Lebensweise und Alltag
Das Leben innerhalb der fünf Linien ist von einer Mischung aus Tradition, Selbstversorgung und kontrollierter Anpassung an die Gesellschaft geprägt. Wie stark die Familien räumlich zusammenleben oder sich nach außen integrieren, unterscheidet sich jedoch deutlich. Einige Linien leben auf gemeinschaftlich genutzten Anwesen oder in unmittelbarer Nähe zueinander, während andere Familienmitglieder über Städte oder Regionen verteilt wohnen.
Unabhängig von der konkreten Wohnform bleibt die Familie der zentrale Bezugspunkt. Gemeinsame Rückzugsorte, Archive, Ausbildungsstätten oder Werkstätten spielen innerhalb vieler Linien eine wichtige Rolle. Wer sich dauerhaft vom unmittelbaren Umfeld der Familie entfernt, tut dies in der Regel bewusst und unter Berücksichtigung der Interessen der Linie.
Autarkie
Autarkie besitzt innerhalb der Linien einen hohen Stellenwert. Historisch entstand dieses Prinzip aus der Notwendigkeit, unabhängig von äußeren Strukturen zu bleiben und im Ernstfall ohne fremde Unterstützung handeln zu können. Viele Familien betreiben daher eigene Landwirtschaft oder halten kleinere Tierbestände. Diese Selbstversorgung ist weniger eine wirtschaftliche Notwendigkeit als vielmehr Teil der Tradition und der praktischen Vorbereitung auf Krisensituationen.
Darüber hinaus ermöglicht sie ein gewisses Maß an Kontrolle über Versorgung und Infrastruktur.
Landwirtschaft
Landwirtschaftliche Tätigkeiten gehören zum Alltag vieler Familienmitglieder. Der Anbau von Lebensmitteln sowie die Haltung von Nutz- und Jagdtieren werden bewusst als Bestandteil der familiären Lebensweise gepflegt. Neben der Versorgung erfüllt diese Arbeit auch eine erzieherische Funktion. Kinder und Jugendliche lernen früh Verantwortung zu übernehmen und körperlich zu arbeiten. Gleichzeitig stärkt die gemeinsame Arbeit den Zusammenhalt innerhalb der Familie.
Werkstätten
Viele Familien verfügen über eigene Werkstätten, in denen Ausrüstung gewartet oder hergestellt wird. Dazu gehören unter anderem:
Metallverarbeitung
Reparatur von Ausrüstung
Herstellung spezieller Werkzeuge
Solche Werkstätten dienen nicht nur praktischen Zwecken, sondern ermöglichen auch eine gewisse Unabhängigkeit von externen Dienstleistern.
Tarnberufe
Um sich unauffällig in die Gesellschaft zu integrieren, gehen viele Mitglieder der Linien regulären Berufen nach. Diese sogenannten Tarnberufe erfüllen mehrere Funktionen. Sie ermöglichen wirtschaftliche Stabilität, erleichtern den Zugang zu Informationen und verhindern, dass die Familien als abgeschottete Gemeinschaft auffallen.
Häufig vertretene Berufsfelder sind unter anderem:
Handwerk
Landwirtschaft
Sicherheitsdienste
medizinische Berufe
technische Berufe
Die Wahl des Berufs erfolgt nicht ausschließlich nach persönlichem Interesse, sondern auch nach strategischem Nutzen für die Familie.
Isolation und Integration
Die Linien bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen Isolation und gesellschaftlicher Integration. Einerseits ist Abschottung ein wichtiger Bestandteil der Sicherheitsstrategie. Andererseits erfordert das Leben in einer modernen Gesellschaft ein gewisses Maß an Anpassung. Während ältere Generationen stärker zur Isolation tendieren, bemühen sich jüngere Familienmitglieder oft um eine kontrollierte Integration in die Gesellschaft. Diese Kontakte dienen jedoch in erster Linie praktischen Zwecken und werden selten zu engen persönlichen Bindungen.
Wichtig: Die Familie bleibt stets der zentrale Bezugspunkt.
Umgang mit übernatürlichen Wesen
Die fünf Linien betrachten übernatürliche Wesen grundsätzlich als potenzielle Bedrohung für die menschliche Bevölkerung. Ihr historischer Ursprung und die Erfahrungen früherer Generationen haben ein Weltbild geprägt, das von Misstrauen gegenüber übernatürlichen Strukturen bestimmt wird. Das langfristige Ziel besteht daher darin, solche Strukturen zu identifizieren und – sofern sie eine Gefahr darstellen – zu beseitigen.
Trotz dieser grundsätzlichen Haltung unterscheiden die Linien zwischen verschiedenen Arten übernatürlicher Wesen. Vampire gelten aufgrund ihrer langfristigen Einflussmöglichkeiten als größte Bedrohung.
Werwölfe werden primär als physisch gefährliche, jedoch weniger strategisch organisierte Gegner betrachtet. Andere Wesen werden situativ bewertet, abhängig von ihrem Verhalten und ihrer Einbindung in übernatürliche Netzwerke.
Diese Differenzierung beeinflusst sowohl Beobachtung als auch operative Entscheidungen.
Jagd, Gefangennahme oder Eliminierung
Direkte Angriffe erfolgen nur selten spontan. In der Regel gehen ihnen längere Beobachtungsphasen voraus, in denen Bewegungsmuster, Kontakte und mögliche Schwächen analysiert werden.
Erst wenn ausreichend Informationen gesammelt wurden, wird eine konkrete Operation geplant. Dabei spielen Faktoren wie Umgebung, Fluchtmöglichkeiten und potenzielle Zeugen eine wichtige Rolle. Die Linien versuchen, Konfrontationen möglichst kontrolliert zu gestalten und unnötige Risiken zu vermeiden.
Eine Gefangennahme übernatürlicher Wesen ist grundsätzlich möglich, wird jedoch selten angestrebt. Sie ist mit erheblichen Risiken verbunden und erfordert zusätzliche Ressourcen.
Kommt es zu einer geplanten operativen Konfrontation, wird in den meisten Fällen eine möglichst schnelle und kontrollierte Eliminierung bevorzugt. Gefangennahmen erfolgen nur dann, wenn Informationen von besonderem Wert erwartet werden oder operative Umstände eine sofortige Tötung verhindern. Solche Situationen werden jedoch individuell bewertet.
Artefakte
Im Laufe der Jahrhunderte sind die Linien wiederholt auf Gegenstände gestoßen, die im Zusammenhang mit übernatürlichen Wesen stehen und grundsätzlich sichern die Jäger:innen nahezu jeden Gegenstand, der auch nur potenziell mit Magie oder übernatürlichen Wesen in Verbindung stehen könnte, besonders wenn sie von übernatürlichen Wesen genutzt wurden. Eine zuverlässige Möglichkeit magische Eigenschaften zu erkennen oder zu überprüfen, besitzen sie jedoch nicht. Entsprechend beruhen viele Einordnungen auf Vermutungen, tradierten Erzählungen, Fehlinterpretationen und kulturellen Vorstellungen davon, wie Magie funktionieren müsste. Solche Objekte werden in der Regel nicht zerstört, sondern gesichert und dokumentiert. Die Familien betrachten sie als potenzielle Informationsquellen.
Ein Teil dieser Artefakte befindet sich in privaten Archiven der Linien, während andere zwischen den Familien ausgetauscht werden. Da Menschen jedoch nicht in der Lage sind, Magie zu erkennen, befinden sich auch etliche simple Gegenstände in den Archiven der Jäger:innen. So wurden beispielsweise simple Eheringe schon zu mächtigen Artefakten erklärt oder ein Buch in einer nicht lesbaren Sprache zum magischen Nachschlagewerk. Jäger:innen verfügen nicht über die Möglichkeit, ihr Wissen zu verifizieren. Insofern entwickelte sich eine Art Verschwörungstheoretiker-Mentalität, die man nicht durchbrechen kann, da die Familien sehr stark auf ihrem eigenen Glauben aufbauen.
Verhältnis zum NID
Ideologischer Konflikt
Das Verhältnis der fünf Linien zum National Institute for Defence Studies (NID) ist von grundlegenden ideologischen Differenzen und Misstrauen geprägt. Während das Institut einen stabilitätsorientierten Ansatz verfolgt und versucht, übernatürliche Aktivitäten zu überwachen, zu regulieren und in kontrollierte Strukturen einzubinden, lehnen die Jägerfamilien sowohl diese Strategie als auch die institutionelle Verwaltung des Übernatürlichen grundsätzlich ab. Aus Sicht der Linien legitimiert jede Form institutioneller Zusammenarbeit mit übernatürlichen Wesen deren Existenz und Einfluss. Politische Integration, diplomatische Beziehungen oder vertragliche Vereinbarungen werden daher nicht als Lösung betrachtet, sondern als strukturelles Risiko.
Besonders problematisch erscheint ihnen der Anspruch des NID, Wissen über übernatürliche Wesen zentral zu sammeln, Personen zu erfassen und über deren Gefährlichkeit oder gesellschaftliche Einordnung zu entscheiden. Die Familien betrachten eine solche Konzentration von Wissen und Macht als potenziell gefährlich. Entsprechend betrachten viele Mitglieder der Linien das Vorgehen des NID als kurzsichtigen Versuch, eine grundsätzlich gefährliche Situation zu verwalten, anstatt sie zu beenden.
Der Kodex basiert auf der Annahme, dass übernatürliche Macht langfristig immer zu Abhängigkeit und Manipulation führen kann. Entsprechend gilt auch eine menschliche Institution, die versucht, diese Macht zu untersuchen oder zu kontrollieren, nicht automatisch als vertrauenswürdig.
Wahrnehmung des Instituts
Trotz ihrer grundsätzlichen Ablehnung erkennen die Linien an, dass das NID über umfangreiche Ressourcen, staatliche Finanzierung, militärische Infrastruktur und Zugang zu wissenschaftlichen Einrichtungen verfügt. Gerade diese Möglichkeiten verstärken jedoch zugleich ihr Misstrauen.
Die enge Auseinandersetzung mit übernatürlichen Phänomenen, die Zusammenarbeit mit einzelnen Anderswesen sowie der Anspruch, Wissen zentral zu sammeln und Personen systematisch zu erfassen, werden innerhalb der Familien als potenziell korrumpierend und gefährlich wahrgenommen. Einige Mitglieder befürchten, dass das Institut langfristig selbst zum Machtfaktor werden könnte, während andere davon ausgehen, dass übernatürliche Wesen versuchen könnten, seine Strukturen zu beeinflussen oder für eigene Zwecke zu nutzen.
Das NID gilt daher nicht als neutraler Schutzakteur, sondern als Institution mit eigener Agenda, deren Ziele sich jederzeit gegen die Interessen der Linien oder der menschlichen Bevölkerung richten könnten.
Wissen über das NID
Die fünf Linien verfügen über ein begrenztes, aber kontinuierlich wachsendes Wissen über das Institut. Dieses stammt aus öffentlichen Informationen, eigenen Beobachtungen, beruflichen Kontakten sowie indirekten Verbindungen in staatliche oder sicherheitsrelevante Strukturen.
Alles, was die Linien über das NID in Erfahrung bringen können, wird gesammelt, archiviert und regelmäßig ergänzt. Wie bei anderen Wissensbeständen fehlt jedoch eine unabhängige Möglichkeit, sämtliche Informationen zuverlässig zu überprüfen. Vermutungen, Fehldeutungen und unvollständige Zusammenhänge können sich daher auch hier über längere Zeit verfestigen.
Besonders sensible Informationen über interne Forschung, operative Strukturen oder den Umgang des NID mit Anderswesen bleiben den Jäger:innen meist nur bruchstückhaft bekannt.
Mögliche Sabotage, Infiltration und Beobachtung
Offene Konfrontationen mit staatlichen Institutionen werden nach Möglichkeit vermieden. Dennoch schließen die Linien nicht aus, gegen das NID vorzugehen, wenn dessen Aktivitäten als direkte Bedrohung für ihre Arbeit, ihre Geheimhaltung oder einzelne Familienmitglieder wahrgenommen werden.
Solche Eingriffe erfolgen in der Regel indirekt und mit großer Vorsicht. Dazu können Informationsmanipulation, das Zurückhalten relevanter Hinweise, gezielte Störungen einzelner Operationen oder die Nutzung persönlicher und beruflicher Kontakte gehören. Ein offener Konflikt mit staatlichen Behörden gilt als erhebliches Risiko und wird nur im äußersten Fall in Kauf genommen. Die meisten Linien bevorzugen daher eine Strategie der Distanz und Beobachtung.
Einzelne Familien versuchen zudem, über Kontakte in Verwaltung, Sicherheitsapparat, Forschung oder anderen staatlichen Strukturen Informationen über das NID zu gewinnen. Eine direkte Infiltration des Instituts ist selten, mit erheblichen Risiken verbunden und bleibt auf einzelne Personen oder zeitlich begrenzte Versuche beschränkt. Dennoch gibt es Hinweise darauf, dass einzelne Mitglieder der Linien versucht haben, Positionen innerhalb staatlicher Strukturen zu erreichen, um Informationen zu sammeln oder Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Solche Aktivitäten werden innerhalb der Familien nur begrenzt dokumentiert und meist nur einem kleinen Kreis von Verantwortlichen bekannt gemacht.
Schwächen und Grenzen
Sterblichkeit
Trotz ihrer Ausbildung und ihres umfangreichen Wissens bleiben Mitglieder der fünf Linien gewöhnliche Menschen. Sie verfügen über keine übernatürlichen Fähigkeiten und sind körperlich deutlich verwundbarer als viele der Wesen, gegen die sie vorgehen wollen. Verletzungen, Krankheiten und Alter betreffen sie in gleichem Maße wie andere Menschen. Begegnungen mit übernatürlichen Gegnern sind daher immer mit einem erheblichen Risiko verbunden. Selbst erfahrene Jäger:innen können einem einzelnen Vampir oder Werwolf physisch unterlegen sein. Aus diesem Grund legen die Linien großen Wert auf Vorbereitung, Planung und taktische Zurückhaltung.
Interne Radikalisierung
Der Kodex hat großen Einfluss auf das Leben und Walten der Linien. Über Generationen hinweg hat sich dadurch ein geschlossenes Weltbild entwickelt, das wenig Raum für alternative Perspektive lässt. In einzelnen Familien kann diese ideologische Geschlossenheit zu einer zunehmenden Radikalisierung führen. Besonders streng ausgelegte Interpretationen des Kodex fördern eine Haltung, in der jedes übernatürliche Wesen grundsätzlich als Feind betrachtet wird. Solche Entwicklungen führen gelegentlich zu Spannungen zwischen den Linien, da nicht alle Familien den Kodex mit gleicher Strenge auslegen. Alle gemein haben sie allerdings, dass übernatürliche Wesen nichts in den familiären Strukturen zu suchen haben. Die Radikalisierung geht soweit, dass allein die Option auf eine mögliche Infektion mit Vampirismus oder gar der Biss eines Werwolfs in der Regel das sichere Ende bedeuten, weil der Kodex eine sofortige Eliminierung vorschreibt.
Emotionale Repression
Mitglieder der Linien lernen früh, persönliche Gefühle hinter ihre Aufgaben zu stellen. Loyalität gegenüber der Familie und dem Kodex gilt als wichtiger, als die eigenen Bedürfnisse. Diese Form der emotionalen Kontrolle kann langfristig zu inneren Konflikten führen. Besonders enge Beziehungen zu Außenstehenden oder Zweifel am Weltbild der Familien stehen häufig im Widerspruch zu den Erwartungen der Gemeinschaft. Viele Mitglieder lernen daher, ihre Emotionen bewusst zu unterdrücken oder eben einfach nicht auszusprechen.
Während ältere Generationen stark an traditionellen Interpretationen des Kodex festhalten, zeigen jüngere Mitglieder hingegen teilweise eine differenziertere Sicht auf die übernatürliche Welt. Der Kontakt mit der modernen Gesellschaft, Bildung und persönliche Erfahrungen außerhalb er familiären Struktur können dazu führen, dass einzelne Familienmitglieder bestimmte Grundannahmen der Familien hinterfragen. Diese Unterschiede führen schnell zu Spannungen.
Gefahr der Entmenschlichung
Die ständige Beschäftigung mit Bedrohungen und Feindbildern kann langfristig Auswirkungen auf das Selbstverständnis der Jäger:innen haben. Wer über Generationen hinweg darauf trainiert wird, übernatürliche Wesen als Gefahr zu betrachten, läuft selbst Gefahr, seine eigene Empathiefähigkeit einzuschränken. Besonders bei Mitglieder, die aktiv an Jagden beteiligt sind, kann sich eine zunehmend abgestumpfte Sicht auf Gewalt entwickeln. Entscheidungen werden dann plötzlich primär nur noch unter taktischen Gesichtspunkten getroffen. Diese Entwicklung stellt am Ende einer der größten inneren Gefahren für die Jäger:innen dar, da sie den ursprünglichen Anspruch, die Gemeinschaft zu schützen, zunehmend verzerren kann.
Keine Superhelden
Mitglieder der Linien sind gewöhnliche Menschen mit spezieller Ausbildung. Sie verfügen weder über übernatürliche Kräfte noch über außergewöhnliche körperliche Fähigkeiten. Erfolge gegenüber Zielen beruhen fast immer auf Vorbereitung, Zusammenarbeit oder Glück.
Keine Allwissenheit
Das Wissen der fünf Linien basiert auf Beobachtung, Erfahrung und interner Weitergabe. Begegnungen mit übernatürlichen Wesen werden dokumentiert und als Grundlage für weiteres Handeln genutzt. Eine systematische Überprüfung oder unabhängige Verifizierung findet jedoch nicht statt. Erkenntnisse werden in der Regel als zutreffend angesehen, wenn sie in das bestehende Weltbild passen. Auch Artefakte werden ohne kritische Prüfung als authentisch bewertet, allein aufgrund ihrer Verbindung zu Anderswesen.
Dadurch entsteht ein geschlossenes Wissenssystem, in dem sich zutreffende Beobachtungen mit Fehlinterpretationen, Aberglauben, kulturellen Vorstellungen und überlieferten Irrtümern vermischen können. Fehlerhafte Einschätzungen bleiben mitunter über Generationen bestehen und beeinflussen sowohl die Bewertung übernatürlicher Phänomene als auch operative Entscheidungen.
Die Jäger:innen verfügen daher über umfangreiches Erfahrungswissen, aber keineswegs über ein objektiv vollständiges oder zuverlässiges Verständnis der übernatürlichen Welt.
Kein globaler Einfluss
Die fünf Linien besitzen keinen internationalen Einfluss und keine politische Macht. Ihre Aktivitäten beschränken sich ausschließend auf Irland und Nordirland und auch dort handeln sie recht punktuell in ihrem Einflussbereich.
Strenge Moral
Die Handlungen der Jäger:innen werden stark vom Kodex, dem historischen Regelwerk, bestimmt. Entscheidungen werden daher nicht nach persönlicher Überzeugung getroffen.
TL;DR
Fünf alte irische Familien, deren gemeinsame Jäger:innentradition bis ins späte 17. Jahrhundert zurückreicht.
Entstanden nach dem Sturz eines vampirischen Landlords, gegen den sich mehrere Familien zusammenschlossen.
Grundlage ihres Handelns ist der Kodex, eine Sammlung aus Wissen, Strategien und ideologischen Grundsätzen.
Die Linien leben über Irland und Nordirland verteilt, arbeiten unabhängig, tauschen aber Informationen aus.
Starkes Misstrauen gegenüber Vampiren, Hexen und anderen Anderswesen prägt ihr Weltbild.
Jäger:innen sind völlig normale Menschen – ihre Stärke liegt in Ausbildung, Planung und generationsüberliefertem Wissen.
Kinder wachsen innerhalb der Familien mit strenger Erziehung, Training und ideologischer Prägung auf.
Nach außen führen viele Mitglieder ein normales Leben mit Tarnberufen, um unauffällig zu bleiben.
Das Verhältnis zum NID ist angespannt, da dessen Koexistenzstrategie von den Linien abgelehnt wird.
Trotz Erfahrung und Vorbereitung bleiben Jäger:innen sterbliche Menschen mit regionalem Einfluss und klaren moralischen Regeln.
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