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Die Magie: Magischer Alltag

Grundausbildung, Jahreskreisfeste und Hochfeste & Rituale
Kategorie: Geschöpfe der Legenden

Grundausbildung und Weiterbildung der Wurzeln ; Jahreskreisfeste und Hochfeste inkl. Bräuche und Traditionen; Thiasomantische und andere magische Rituale ; TL;DR

Grundausbildung
Die Grundausbildung markiert den ersten bewussten Schritt einer jungen Hexe auf dem Pfad ihrer magischen Selbstfindung. Unter Anleitung erfahrener Ausbilder:innen und Koryphäen ihres Coven lernt sie die verschiedenen Domänen der Magie kennen – nicht nur theoretisch, sondern vor allem praktisch. Sie beschäftigt sich intensiv mit ihrer Primantie, erwirbt grundlegende magische Fähigkeiten und Fertigkeiten und legt so den Grundstein für einen umfassenden Wissensschatz.

Die magische Reife
Die magische Reife, die rund um das sechzehnte Lebensjahr jeder Hexe eintritt, ist der Augenblick der bewussten ersten Verbindung zu den Kraftlinien dieser Erde seit der Zeit als Fötus im Mutterleib. Ab diesem Moment beginnt das Hexenaltern: Der Alterungsprozess verlangsamt sich durch den stetigen Austausch mit den Linien spürbar und unter der Anleitung erfahrener Hochhexen wird diese Verbindung zur Magie gefestigt und in einem Ritual geprüft. Zweck dieses ersten offiziellen Rituals ist zum einen das Feststellen des persönlichen Elements, also der Primantie, einer jungen Hexe. Zum anderen ist es ein wichtiges Fest im Leben einer Hexe und ein Grund zu feiern für den gesamten Coven.

Auch körperlich kündigt sich die magische Reife an. Die Auswirkungen können von Person zu Person unterschiedlich stark sein. Mögliche Symptome sind Fieber, Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsstörungen, Albträume, Hautirritationen, Überempfindlichkeit und in seltenen Fällen sogar primantische Spontanmanifestationen. In Lebensumgebungen außerhalb eines Hexenzirkels werden diese Symptome oft als pubertär oder psychosomatisch abgetan – erneut ein Hinweis dafür, dass Hexen im tiefen inneren Kern ihres Selbst die Gemeinschaft benötigen.

Das Ritual
Das Ritual, auch ›Aois an Draíochta‹ (ir. das Alter der Magie) genannt, gilt als eine Art Übergang ins erwachsene Hexendasein und ist für die Gemeinschaft der Hexen immer ein freudiger Anlass. Die meisten Junghexen benötigen drei Anläufe, bis sich das persönliche Element zu erkennen gibt – ein ganz normaler Prozess. Aus diesem Grund werden oft drei Termine rund um den sechzehnten Geburtstag angesetzt, die mit den ohnehin stattfindenden neuntägigen Festmählern zusammenfallen. Im Regelfall sind somit die gesamte Familie und ein Großteil des Coven anwesend, um die junge Hexe in ihrem Ritual symbolisch zu begleiten. Zuspruch erhalten junge Hexen oft durch das hexische Sprichwort: »Dein Element erkennt dich – nicht, weil du es suchst, sondern weil es längst ein Teil von dir ist!«
Während des Rituals befinden sich vier Objekte auf einem geweihten Altar – eines für jedes Element, jede Primantie. Unter Anleitung der Dreieinigkeit meditiert das Hexenkind und streckt sozusagen instinktiv die Fühler nach der Kraftlinie aus. Erst später wird die junge Hexe diesen Mechanismus mit ihrer eigenen Aura und der Arkanogeomantie bestenfalls perfektionieren.
Durch einen Tropfen Blut wird – insofern das Finden und die Verbindung zu einer Linie erfolgreich waren – schließlich festgestellt, welches symbolische Objekt auf die frische Magie darin reagiert. Der Grund, warum eine bestimmte Primantie eine Hexe erwählt, ist aber bis heute nicht geklärt. Manchmal sind vorab Anzeichen erkennbar wie etwa eine Sensibilität oder eine besondere Vorliebe, aber oftmals weicht das Ritual dann auch vollständig davon ab und fällt konträr zu ursprünglichen Vermutungen aus.

Sollte eine Hexe unwissend und unangeleitet aufwachsen, beispielsweise außerhalb eines Coven und ohne Kenntnis ihres Vermächtnisses, so können die eingangs genannten Symptome – sofern überhaupt vorhanden – nach wenigen Wochen bis Monaten wieder abklingen. Aus magischer Perspektive beginnt die Möglichkeit zur Findung der Primantie zu versiegen und das Potenzial verkümmert. Wird eine Hexe vor ihrem 21. Lebensjahr von einem Coven gefunden, lässt sich ihre Primantie noch ermitteln und kann nachträglich erweckt werden. Sollte die Hexe jedoch unerkannt bleiben, wird die Verbindung zu den Kraftlinien dauerhaft unterbrochen – das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass sie ein menschenähnliches Leben führen wird sowie eine weitaus kürzerer Lebensspanne hat. Die stete Regeneration ihrer Zellen, bedingt durch die Kraftlinien und die Magie, ist in so einem Fall nicht möglich.

Aufbau und Dauer der Ausbildung
Nach dem Ritual zur magischen Reife beginnt die Ausbildung einer Hexe damit, dass sie die eigene Primantie theoretisch und auch praktisch kennenlernt. Dafür wird sie einer Koryphäe mit derselben Primantie innerhalb des Coven persönlich unterstellt, die auch die ersten Ausbildungsschritte im Bereich der Arkanogeomantie und Vitasomantie übernimmt. Weitere Disziplinen folgen schließlich, wenn in den genannten drei Domänen eine gewisse Grundkompetenz vorhanden ist.

Da die Grundausbildung jedoch parallel zum Leben in der Menschenwelt stattfindet– und somit neben Schulbildung, Ausbildung und später auch Studium oder Berufsleben –, existieren für viele junge Hexen abseits der persönlichen Unterweisung durch Koryphäen oder Ausbilder:innen ergänzend oft auch Lerngruppen am Landsitz des Coven, die regelmäßig aufgesucht werden können. Da die jungen Hexen selten alle der gleichen Alterskategorie angehören und somit auch an unterschiedlichen Punkten innerhalb ihrer Ausbildung stehen, werden die Lerngruppen von erfahrenen Webenden geleitet und beaufsichtigt. Auf diese Weise wird auch der Kontakt junger Wurzeln innerhalb des Coven gefördert und die Lerngruppen dienen nicht nur zur Vertiefung des Wissens, sondern auch zum Austausch und der Stärkung des sozialen Gefüges innerhalb eines Coven.

Die persönliche Unterweisung durch eine Koryphäe der Primantie gilt als Kernstück der ersten Ausbildungszeit. Sie ähnelt einem Praktikum – jedoch in intensiverer Form: Einzelunterricht wird begleitet von langen Beobachtungsphasen, theoretischen Lektionen, Meditationen und den ersten praktischen Übungen. Die Schritte einer jungen Hexe auf ihrem Weg der Magie sind klein, aber wohlüberlegt. Solange sie noch nicht über die Fähigkeit verfügt, die Energie der Kraftlinien sicher zu kanalisieren, ist jegliche intensivere Magieanwendung gefährlich. Die Unerfahrenheit führt daher oft dazu, dass selbst einfache Zauber für die junge Hexe einen höheren Preis fordern. Entsprechend diesen Umständen liegt der Schwerpunkt der ersten Phase der Grundausbildung auf Geduld, Verständnis und Theorie – denn theoretisches Wissen wird meist rascher erworben.
Junge Hexen verbringen daher oft viel Zeit im Umfeld ihrer Koryphäen, um zu sehen, zu spüren und zu begreifen. Je nach Begabung, Domäne und Belastbarkeit der Wurzel finden die Unterweisungen zusätzlich zum alltäglichen Leben der jungen Hexe ein- bis dreimal wöchentlich statt. Gewisse Thematiken werden gerne an andere Lehrende ausgelagert, insofern jene eine größere Expertise besitzen oder sich anderweitig außergewöhnlich einbringen können. Gestaltet wird der Unterricht jedoch stets so, dass er Rücksicht auf das Leben außerhalb der Magie nimmt – auf Schule, Studium, Beruf oder Familie. Das Leben als Hexe bedeutet schließlich auch, das Gleichgewicht zwischen der alltäglichen Welt und der Welt der Magie zu finden und die Gemeinschaft der Hexen zu priorisieren.

Die Dauer der Grundausbildung lässt sich nicht auf eine genaue Anzahl an Monaten oder Unterrichtsstunden reduzieren. Durchschnittlich benötigen Hexen jedoch in etwa fünfzehn Jahre, bis sie von ihren Ausbilder:innen in die Weiterbildung entlassen werden.

Im Regelfall baut sich die Grundausbildung der Hexen folgendermaßen auf:

  • 1.–3. Ausbildungsjahr: Primantie, Arkanogeomantie, Vitasomantie und theoretisches / erzählerisches Wissen zur Geschichte der Hexen sowie weiteren Lehrinhalten;
  • 3.–5. Ausbildungsjahr: zusätzlich Thiasomantie, Astronomie sowie erste praktische Versuche im Bereich der Fähigkeiten Seelenleuchten und Kraftlinienspringen;
  • 5.–7. Ausbildungsjahr: zusätzlich Miragomantie und erst praktische Versuche im Bereich der Fähigkeit des Geistflüsterns;
  • 7.–10. Ausbildungsjahr: Vertiefung aller oben stehenden Domänen und Fähigkeiten im theoretischen und praktischen Bereich, Kennenlernen des Chaos;
  • 10.–15.+ Ausbildungsjahr: Vertiefung aller oben stehenden Domänen und Fähigkeiten im theoretischen und praktischen Bereich, sowie weitere Domänen bei spezialisierten Coven und zweite Primantien bei Hexen mit hohem und überragendem (seltener auch durchschnittlichem) magischen Potenzial;

  • Lehrinhalte
    Begonnen wird die Ausbildung einer Hexe mit dem Kennenlernen der eigenen Primantie sowie der Vitasomantie – also den zwei angeborenen magische Domänen. Bereits zu Beginn gesellt sich die Arkanogeomantie als Grundlage für alle weiteren erlernbaren Domänen hinzu, damit die jungen Hexen den sicheren Umgang mit Kraftlinien und magischer Energie lernen. Zudem werden gerade in den ersten Jahren der Grundausbildung viele theoretische Vorinformationen zu späteren Lehrinhalten und zur Geschichte der Hexen und der Anderswesen vermittelt.

    In weiterer Folge wird die Thiasomantie relevant, damit die Wurzeln am Covengeschehen teilnehmen und sich auch mit ihrer persönlichen magischen Note involvieren können. Dazu gehört auch das Kennenlernen von bestimmten Ernährungsweisen und Lebensmitteln sowie ein genaues Studium der Hoch- und Jahreskreisfeste. Um die Rituale des Zirkels zu verstehen, die immerhin zumeist unter idealen planetarischen Konstellationen vollzogen werden, folgt die Astronomie direkt an die Grundlagen der Thiasomantie. Beide Domänen greifen somit ineinander und gelten ebenso als Grundlage für viele weitere Strömungen, sowie für die erfolgreiche Zusammenarbeit von mehreren Hexen oder allen Covenmitgliedern, um die Kraft der gewirkten Zauber zu erhöhen, die Wirkdauer zu verlängern oder Rituale erfolgreicher durchzuführen.

    Insofern die Hexe sich im Bereich der Arkanogeomantie schon hervortut, ihre eigene Aura intensiv kennengelernt hat sowie die wichtigsten Meditationstechniken beherrscht, können im Bereich des Kraftlinienspringens und auch des Seelenleuchtens erste praktische Versuche – zusätzlich zu den theoretischen Unterweisungen – unternommen werden. Besonders die Fähigkeit des Seelenleuchten ist für Hexen unerlässlich, da eine solide Beherrschung dessen und das Wissen um elementare Bestandteile und Nuancen einer Aura auch ein großes Verständnis für das eigene Energiefeld voraussetzt. Abseits der Kraftlinien und der Magie ist nämlich die Aura ein großer Teil täglicher Magiewirkung.

    In späteren Ausbildungsjahren folgt als letzte magische Domäne die Miragomantie, die sich unter anderem mit dem sogenannten Glamour beschäftigt, den Hexen in der Menschenwelt anwenden, um nicht aufzufallen. Illusionsmagie lässt sich natürlich noch in vielen weiteren Bereichen einsetzen, aber besonders die Veränderung des eigenen Aussehens und die Perfektionierung dieser Zauber haben Priorität. Auch die Fähigkeit des Geistflüsterns wird in den späten Jahren der Ausbildung relevant, wenngleich hier ebenso primär Grundlagen vermittelt werden, sodass sie in der Umgebung des Coven sicher angewandt werden kann.

    Damit die Wurzeln sich nicht eigenständig mit dem Chaos beschäftigen, erhalten sie ebenso Schulungen im Umgang mit dieser wilden und äußerst gefährlichen Art der angeborenen Magie – vieles davon findet aber theoretisch statt, da die Hexengemeinschaft seit der Erkenntnis, dass die hexische und ausnahmslos tödliche Krankheit des Arkanrauschs primär mit der Nutzung des Chaos zu tun hat, die Lehre abseits der sicheren Grundlagen in so jungen Jahren strikt unterbindet.

    Alle anderen Domänen und Fähigkeiten werden stets weiter geschult. Dies findet oft in Lerngruppen statt, wird durch verschiedene Ausbilder:innen oder Koryphäen durchgeführt und ist ab etwa dem zehnten Ausbildungsjahr auch teilweise im Eigenstudium möglich – je nach Fähigkeiten, Begabung und Motivation auch durch speziell gestellte Aufgaben im oder für den Coven.

    Schlussendlich ist in Richtung Ende der Grundausbildung für einige Hexen eine zweite Primantie interessant, bei der das Erlernen ähnlich wie zu Beginn der Ausbildung vorgesehen ist: du eine spezielle Betreuung einer Koryphäe dieser Primantie im eigenen Coven.
    Besonders spezialisierte Coven, wie beispielsweise Caomhánach, nutzen die Jahre bis Monate vor dem Abschluss der Grundausbildung oft auch dafür, ihren Wurzeln Domänen und Fähigkeiten theoretisch näherzubringen, die regulär nicht im Lehrplan stehen. Dabei handelt es sich oft um Strömungen der Magie, die in den jeweiligen Coven traditionell besonders intensiv gelehrt werden können, weil sie eine höhere Anzahl an Koryphäen vorweisen können, die innerhalb der Hexengemeinschaft allgemein benötigt werden oder primär für den Coven und dessen Aufgabe in Irland von Vorteil sind. Dabei handelt es sich um folgende Abweichungen:

  • Caomhánach: Luxomantie & Velomantie;
  • Tonnmharra: Hellsicht;
  • Dúise: Psychomantie;

  • Ausbildungsabschluss
    Das Ende der Grundausbildung wird durch die Dreieinigkeit des Coven sowie Koryphäen der jeweiligen Domänen im Zuge eines Hoch- und Jahreskreisfestes festgestellt. Die Überprüfung findet nicht rituell, sondern im Gespräch statt, sowie durch kleinere magische Aufgaben in unterschiedlichen Gebieten. So kann die Stabilität der Aura getestet und der sichere Umgang mit den Kraftlinien sowie die Beherrschung der grundlegenden gelehrten Domänen geprüft werden. Zusätzlich zu den magischen Teilen der Prüfung unterzieht sich die Hexe auch einer charakterlichen Prüfung: Ob sie die Fähigkeit besitzt ihre eigenen Grenzen und die der Magie zu erkennen und ob sie sich – wie für Hexen üblich – in den Coven gut integriert und ein wertvoller Teil der Gemeinschaft geworden ist.
    Die Möglichkeit von der Grundausbildung in die individuelle Weiterbildung überzutreten, bietet sich zweimal jährlich: Zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche und zur Herbst-Tagundnachtgleiche. Die meisten Hexen unterziehen sich der Prüfung erstmalig zwischen dem 13. und dem 18. Ausbildungsjahr, oft tatsächlich erst auf Ermutigung ihrer Ausbilder:innen hin. Von Chronist:innen der großen irischen Coven wird der Abschluss schließlich offiziell festgehalten und in die Chronik eingetragen.

    Weiterbildungen durch Koryphäen
    Es folgen individuelle Studien, Reisen zu anderen Coven und in fremde Länder. Die eigenständige Suche nach Koryphäen, Mentor:innen und Lehrmeister:innen in speziellen Fähigkeiten und Domänen wird als wichtige Aufgabe der Wurzeln nach dem Abschluss der Grundausbildung betrachtet und auch die stetige Schulung der bereits erworbenen Kräfte und Fertigkeiten soll zum Alltag einer jeder Hexe zählen.
    Gehört man einem Coven an, fällt dieser Schritt der Suche nach weiteren Ausbilder:innen weitaus leichter, da der Kontakt zu anderen Coven schon alleine durch die Hilfe der Bindehüter:innen sehr einfach ist. Nicht selten werden ausgelernten Wurzeln auch durch persönliche Empfehlungen weitere Studien- und Lehrplätze, entweder im eigenen, oder in anderen irischen Coven, verschafft.

    Verantwortungsvolle Ausbilder:innen übernehmen den Unterricht für ihre Schüler:innen meist mehrere Jahrzehnte, sodass sie auch nach dem Erlernen von Grundkenntnissen stets zur Verfügung stehen und in Kooperation arbeiten. Besonders in den grauen Domänen der Magie ist es überaus sinnvoll, sich längerfristig in erfahrende Hexenhände zu begeben. Verbotene Domänen werden wiederum in Irland nicht offiziell und schon gar nicht im Rahmen eines Coven gelehrt. Theoretische Grundlagen mögen Hexen, die später im Bereich der Forschung arbeiten wollen, zwar beherrschen, aber die praktische Ausführung – insofern überhaupt gewollt – findet ohne Ausnahmen in aller Heimlichkeit und unter großer Anstrengung der Verschleierung statt. Denn bereits Coven, die sich offiziell mit grauen Domänen beschäftigen, sind gesellschaftlich stigmatisiert: Das Beschäftigen mit den verbotenen und grauen Domänen ist immerhin absolut gegen das Naturell der Hexen – da sie damit ihre eigene Lebensgrundlage, die Kraftlinien, zerstören –, und verstößt gegen das Ethos der Magie.

    Mehrere Domänen nebeneinander zu erlernen ist zwar nicht unüblich, aber der praktische Fortschritt wird hierbei stets langsamer zu sehen sein. Wie auch in der Grundausbildung, integriert sich die Weiterbildung ins alltägliche Leben innerhalb der Menschenwelt und findet somit parallel zu weiteren Ausbildungen, dem Berufsleben, dem Familien- und Beziehungsalltag und all den Aufgaben innerhalb eines Coven statt.

    Auch für künftige Hochhexen, Chronist:innen und Bindehüter:innen beginnt nun die Zeit der intensiven Ausbildung; zusätzlich zu den oben erwähnten Möglichkeiten der Weiterbildung.
    Die wenigen Hexen mit überragendem magischen Potenzial treten ihre hexischen Fortbildung zumeist bei den Hochhexen des eigenen oder eines fremden Coven an, um nicht nur weitere Domänen sondern auch alles Wissenswerte zu den Aufgaben und Pflichten einer künftigen Hexe der Dreieinigkeit zu lernen. Zumeist bleibt eine künftige Hochhexe in irgendeiner Art in Ausbildung bis sie tatsächlich auf eine verstorbene Hexe in ihrer Position nachfolgen muss.
    Die interessierten Hexen an den beiden anderen Positionen – zumeist mit geringem oder niedrigem magischem Potenzial – treten nach der Grundausbildung und zusätzlich zur individuellen Weiterbildung ebenso eine Art Zusatzausbildung für die gewünschte Position in einem der drei großen irischen Coven an, die jedoch keinem genauen Muster folgt und individuelle Wünsche und Bedürfnisse sowohl der Hexe wie auch des Heimatcoven stark berücksichtigt. Ist eine freie Position vorhanden, wird auch hier die Ausbildung dahingehend beendet.

    Jahreskreisfeste und Hochfeste
    Imbolc ; Frühjahrs-Tagundnachtgleiche ; Bealtaine ; Sommersonnenwende ; Lúnasa ; Herbst-Tagundnachtgleiche ; Samhain ; Wintersonnenwende

    Das gesellschaftliche Leben der Hexen findet in der Gemeinschaft des Coven und durch die Durchführung gemeinsamer magischer Rituale am Landsitz statt. Die Hoch- und Jahreskreisfeste sind dabei Fixpunkte des hexischen Kalenders, ebenso wie die neuntägigen Festmähler und die Feierlichkeiten zu den Voll- und Neumonden. Diese sozialen und rituellen Aktivitäten sind fest verankert, stärken die Gemeinschaft und den Zusammenhalt, fördern den Austausch und das Vertrauen ineinander und dienen gleichermaßen dem Zeitvertreib. Da die wenigsten Hexen direkt am Landsitz ihres Coven wohnhaft sind, wird auch von keinem Zirkelmitglied – abseits der Hochhexen, da die Dreieinigkeit all diese Feste strukturiert und leitet – verlangt, dass es zu jedem der genannten Feste anwesend ist. Der Großteil der Hexen nimmt jedoch mindestens an den wichtigen Ritualen der acht Jahreskreisfeste teil, die das Kalenderjahr in ihre Saisonen und Jahreszeiten strukturiert.

    Information: Genaue Beschreibungen der Hoch- und Jahreskreisfest, ihrer Struktur und potenzieller Aktivitäten werden im Kontext hexischer Plots angekündigt. Sind vorab Informationen zu bestimmten Festen und Inhalten gewünscht, wende man sich bitte vertrauensvoll an Ria!



    Imbolc
    01.02.: das Hochfest zum Erwachen der Natur nach dem Winter;

    Frühjahrs-Tagundnachtgleiche
    20.03.: der Tag im Frühling, an dem Licht und Dunkelheit im Gleichgewicht stehen;

    Bealtaine
    Das Jahreskreisfest Bealtaine
    [ bee·awl·tinna ]
    wird traditionell in der Nacht vom 30. April auf den 01. Mai gefeiert, wobei die Hexen beide Tage fast vollständig für ihre Rituale und die Stärkung der Gemeinschaft nutzen.
    Ganz grundlegend markiert Bealtaine den Beginn des Sommers und steht als zweites der vier Feuerhochfeste – nach Imbolc und vor Lúnasa und Samhain – unter der Schirmherrschaft des Feuers. Thematisch widmet sich das Hochfest vor allem dem Wachstum, der Fruchtbarkeit und der Leidenschaft.
    Der Name Bealtaine steht im Irischen nicht nur für den Monat Mai, sondern setzt sich auch aus der Bestandteilen bel- für ›leuchten‹, ›glänzen‹ oder ›brennen‹ und -tine für ›Feuer‹ zusammen. Sinngemäß bedeutet Bealtaine somit ›helles oder leuchtendes Feuer‹; passend zu den zentralen Bräuchen.
    Innerhalb des hexischen Kalenders bildet das Hochfest den Spiegel zu Samhain. Während das Fest am Ende des natürlichen Jahreszeitenrhythmus den Blick auf Vergangenes und Abgeschlossenes richtet, steht Bealtaine für all das, was genährt, geöffnet und zum Wachsen gebracht werden soll. Es ist somit auch ein Fest des Voranschreitens, der Stärkung und der Lebenskraft sowie der Öffnung und Entfaltung.

    Wie alle Hoch- und Jahreskreisfeste ist auch Bealtaine ein wichtiger Fixpunkt im gesellschaftlichen und rituellen Leben eines Coven. Gefeiert wird am jeweiligen Landsitz des Zirkels. Dort versammeln sich die Hexen zum gemeinsamen Vorbereiten und Kochen aller Speisen, für das große thiasomantische Ritual am Aprilabend und das traditionelle Festmahl danach, für die rituelle Segnung am Maimorgen und alle weiteren Feierlichkeiten, die im Zeitraum zwischen den beiden Abendrot der Tage stattfinden.
    Die drei Hochhexen eines Coven sind während des gesamten Hochfestes anwesend und für dessen rituelle Struktur verantwortlich, während die Teilnahme für Webende und Wurzeln wie üblich vollständig freiwillig bleibt.

    Die Feierlichkeiten beginnen am Abend des 30. April nach einer Zeit des Fastens und der gemeinsamen Vorbereitung des Festmahls. Mit Sonnenuntergang werden die Feuer entzündet, bevor in der Abenddämmerung das große thiasomantische Ritual des Coven beginnt. Die Nacht gehört dem Festmahl, dem Feuer und der Gemeinschaft und endet erst mit dem Sonnenaufgang am 01. Mai. Ein zweites Ritual, eine schlichte Segnung, kennzeichnet schließlich den Beginn des Sommers und leitet eine kurze, darauffolgende Ruhephase ein. Am Nachmittag finden die Hexen erneut zu Feierlichkeiten zusammen, die traditionell bis zur Abenddämmerung des ersten Maitags andauern und oft auch ›Aois an Draíochta‹ umfasst.

    (Magische) Traditionen zu Bealtaine
    Bealtaine ist von zahlreichen kleinen und großen Traditionen geprägt, die den Übergang in den Sommer und eine fruchtbare Zeit ebenso sichtbar machen sollen wie die zentralen Themen des Hochfestes. Viele dieser Traditionen kreisen daher um denselben Gedanken und werden von den irischen Coven in unterschiedlicher Intensität zelebriert: Altes darf zurückbleiben, während Neues genährt und willkommen geheißen wird. Gleichzeitig ist Bealtaine ein enorm wichtiges Fest für die Gemeinschaft der Hexen und das Feuer, das am Ende mit nach Hause genommen wird, erinnert daran, dass Ressourcen der Gemeinschaft für alle Hexen da sind und der Zusammenhalt zählt.
    Aus der Bedeutung des Raumes zwischen den beiden Bealtainefeuer stammt außerdem die Redewendung »zwischen zwei Bealtainefeuern gefangen sein«, was im Grunde nichts anderes bedeutet, als dass man sich in einem Zwiespalt oder Übergang befindet.

  • Festschmuck, Dekoration und Pflanzen: Gelbe Blumen und Bänder schmücken die Türen, die Fenster, alle Schwellen und auch den Festplatz des Landsitzes. Kränze aus Weißdornzweigen, -blättern und Schlehenblüten werden für die Webenden geflochten, während die Wurzeln Wildblumenketten tragen. Traditionell darf ein wilder Weißdornbusch nicht beschädigt werden. Die Feierlichkeiten zu Bealtaine bilden für die irische Hexengemeinschaft jedoch eine Ausnahme: Hexen, deren Primantie die Chloromantie ist, nehmen sich des Sammelns des Weißdorns an und können die Pflanze nicht nur schonend schneiden, sondern den entstandenen Schaden ebenso wieder heilen.
  • Die Kleidung: Die drei Hochhexen sind vollständig in Grün gekleidet, während alle anderen teilnehmen Hexen einen grünen Schal, ein grünes Tuch oder ein vergleichbares und sichtbares grünes Kleidungsstück tragen.
  • Gaben an die aes sídhe: Den zurückgebliebenen Schimmer des Sternenstaubs ehren die Hexen mit der Gabe von kleinen glänzenden Dingen, frischer Milch und Honig. Dabei steht die Milch für reichlich Nahrung und Fruchtbarkeit und der Honig für die Süße des Lebens, Überfluss und das Wohlwollen der Kraftlinien.
  • Zwei Bealtainefeuer: Zwei leicht erhöht angelegte und geschichtete Feuer entsprechen dem Gedanken an einen ›Gipfel der Welt‹, da nicht alle Landsitze in entsprechenden Höhenlagen liegen. In allen irischen Coven werden diese jedoch zeitgleich bei Sonnenuntergang am 30. April entzündet und dienen mitunter als Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft wie auch das Wiedererwachen der Natur. Hexen, deren Primantie die Pyromantie ist, werden traditionell damit betraut, diese Feuer zu überwachen.
  • Der Gang zwischen den Feuern: Um Altes abzulegen und Neues anzuziehen erbitten die Hexen mit dem Durchschreiten der Schwelle zwischen den beiden Bealtainefeuer die unterschiedlichsten Dinge: Schwangere eine gute Niederkunft, Hexen mit Kinderwunsch einen Segen für ihr Vorhaben, Reisende Schutz für den bevorstehenden Weg, einen guten Aufenthalt oder einen erfolgreichen Übergang zu anderen, neuen Aufgaben und Partnersuchende nach Glück für neue Bindungen.
  • Das Vieh zwischen den Feuern: Auch die Nutztiere des Coven werden durch die beiden Feuer hindurchgeführt, bevor sie auf Sommerweiden kommen. Damit werden sie vom Winter gereinigt und symbolisch für die kommende Zeit vor Krankheiten geschützt.
  • Die Wasserschale: Abends wird am Ritualplatz eine Schale mit Wasser im Freien aufgestellt und über Nacht dort belassen. Das Wasser darin kommt bei der Segnung am Maimorgen zum Einsatz und steht für neues Glück im kommenden Jahr.
  • Die Nachtwache: Traditionell bleiben die Hexen bis zum Sonnenaufgang des 01. Mai wach. Eine kurze Ruhepause folgt erst auf die Segnung des Maimorgens.
  • Maibaum und Tänze: Am Nachmittag des ersten Maitages wird um den Maibaum getanzt. Dieser ist ein in die Erde eingelassener Stab, an dessen Spitze lange grüne, gelbe, violette, rote und weiße Bänder befestigt sind. Während des Tanzes winden die Hexen – bei großen Coven meist die Wurzeln, bei kleineren Coven die gesamte Gemeinschaft – die Bänder gemeinsam um den Stamm. Der Brauch besitzt keine magische Funktion, sondern zählt zu den ausgelassenen Feierlichkeiten des Tages und soll vor allem die Lebensfreude und Vitalität sichtbar machen.
  • Das Feuer mit nach Hause nehmen: Jede vertretene Familie entzündet am zweiten Bealtainefeuer eine Kerze oder eine Laterne und nimmt dieses Licht mit ins eigene Zuhause. Es symbolisiert nicht nur die Verbindung zu und den Zusammenhalt des Coven, sondern erinnert auch daran, dass die Ressourcen wie auch die Pflichten der Gemeinschaft gemeinsam getragen und somit geteilt werden.
  • Aois an Draíochta: Falls Bealtaine mit einem vorgesehenen Termin für das Ritual zur Findung der Primantie einer jungen Wurzel zusammenfällt, wird dies während der ohnehin versammelten Gemeinschaft am ersten Maitag durchgeführt.

  • Astronomische Einflüsse
    Da die Stellung von Mond, Sonne und Planeten Einfluss auf die Kraftlinien hat und somit auch die Wirkung großer Rituale beeinflusst, werden die astronomischen Bedingungen im Vorfeld genau beobachtet und bei der rituellen Planung berücksichtigt. Sie unterscheiden sich von Jahr zu Jahr und können einzelne Aspekte des thiasomantischen Wirkens begünstigen oder abschwächen.

    Das thiasomantische Ritual am Aprilabend
    Mit dem Einbruch der Abenddämmerung beginnt das klassische thiasomantische Bealtaine-Ritual. Unter dem Namen ›Das Entfachen‹ richtet es sich auf all das, was im kommenden Sommer wachsen, an Kraft gewinnen oder sich weiter entfalten soll: von der Vitalität einzelner Hexen, den Bindungen innerhalb des Coven, einem gesunden Fluss der Magie durch Land und Kraftlinien bis zu individuellen Entwicklungen von Persönlichkeit und Fähigkeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei die beiden Bealtainefeuer, die sinnbildlich für die Reinigung und den Übergang stehen und im Verlauf des Rituals selbst zu Trägern der gebündelten Magie und der Intention werden, bevor der magische Wirbel freigesetzt wird.

  • Was zurückbleiben darf: Nachdem der rituelle Kreis gezogen und die Auren der teilnehmenden Hexen unter der Führung der Maid verbunden wurden, bringt jede Hexe einen kleinen Gegenstand aus dem vergangenen Winter mit in den Kreis. Trockene Zweige, ein Stück Papier, Pflanzenfasern oder ähnliche Gegenstände stehen hierbei für etwas, dessen Zeit vergangen und dessen Zweck erfüllt ist und das deshalb nicht mit in den Sommer genommen werden soll: verbrauchte Kraft, abgeschlossene Arbeiten, überholte Gedanken oder auch alte Sorgen. Die Gegenstände werden nacheinander dem ersten Bealtainefeuer übergeben, dessen reinigende Kraft das Ende und das bewusste Abstreifen des Vergangenen verkörpert.
  • Vitasomantisches Opfer: Jede Hexe gibt einen Tropfen ihres eigenen Blutes auf ein vorbereitetes grünes Band, das während des Rituals als materieller Anker der gemeinschaftlichen Intention dient und den Beginn des gemeinsamen Energiewirbels darstellt.
  • Bündelung der Magie: Im Zentrum des Rituals stehen drei miteinander verbundene Themenbereiche, auf welche sich die Mutter nun konzentriert: die Vitalität und die Entfaltung einzelner Hexen, die Bindungen und der Zusammenhalt innerhalb des Coven sowie die Gesundheit des Landes und der fortwährende Fluss seiner Kraftlinien.
  • Intention: Unter der Führung der Alten erhält die gebündelte Magie ihre Ausrichtung. Die Intention wird ausgesprochen und vom Coven gemeinsam getragen: »Was bereits Wurzeln geschlagen hat, möge weiter wachsen. Was schon Leben in sich trägt, möge die notwendige Kraft finden. Was zwischen uns besteht, möge weiterhin genährt werden. Und was seinen Sommer noch vor sich hat, möge ihn erreichen und überflügeln.«
  • Das zweite Feuer: Den Höhepunkt des Rituals stellt die Freisetzung der gebündelten Magie dar. Gezielt wird sie in das zweite Bealtainefeuer gelenkt, welches die Intentionen des Coven aufnimmt und zum rituellen Feuer wird. Es ist nun nicht länger ein Feuer der Reinigung, sondern der Träger von Wachstum, Leidenschaft und neuer Lebenskraft wodurch die Schwelle zwischen den beiden Feuern ebenso bedeutsam wird.
  • Der Gang zwischen den Feuern: Der rituelle Kreis wird dadurch geöffnet, dass alle Hexe nun zwischen den beiden Feuern hindurchtreten. Es ist nicht nur ein symbolischer Übertritt, sondern auch ein Magischer: Altes wird zurückgelassen und Neues beginnt.
  • Das geteilte Licht: Nach Abschluss des thiasomantischen Rituals wird aus dem zweiten Bealtainefeuer das Licht entnommen, dass die Hexen später mit in ihre Heime bringen. Somit wird das gemeinsam geschaffene Feuer über den Landsitz hinaus verbreitet und erinnert daran, dass die gebündelte Kraft durch die Gemeinschaft getragen und der Preis geteilt wird.

  • Als Räucherwerk für dieses Ritual dient eine Mischung aus Wald-Engelwurz (für Schutz, Reinigung und Heilung), Gemeiner Schafgarbe (für Lebenskraft und Widerstand), Gagelkraut (für Feuer, Wärme und das Überschreiten von Schwellen) sowie Wasserminze (für Frische, Belebung und Öffnung).

    Das Festmahl
    Das gemeinsame Festmahl folgt unmittelbar auf das thiasomantische Ritual und beendet zugleich die vorausgegangene Fastenzeit. Dabei dient das gemeinsame Essen nicht nur der körperlichen Stärkung und der Rückkehr aus dem magischen Wirken, sondern ist selbst ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Miteinanders. Es gilt: Niemand kocht für sich selbst; Speisen werden entweder gemeinschaftlich am Landsitz zubereitet oder von einzelnen Hexen und Familien in ausreichender Menge mitgebracht, um sie mit dem Coven zu teilen.

    Die traditionellen Gerichte unterscheiden sich geringfügig zwischen den Coven, greifen jedoch klassische Zutaten auf, die mit Wachstum, Fülle, Vitalität und dem Geschenk des Lebens verbunden werden. Kartoffeln und Wurzelgemüse, frisches Grün, Milchprodukte, Eier, Honig und respektvoll gewonnenes Fleisch vom Coven Síorghlas lassen sich auf den Festtafeln finden.

    Eine eigene Tradition bilden kandierte Blüten und Kräuter, die oft bereits lange vor Bealtaine zubereitet und für das Fest aufbewahrt werden. Besonders Veilchen und Engelwurz schmücken Honigkuchen, Gebäck und andere Süßspeisen. So hübsch sie als Dekoration auch aussehen mögen, steckt hinter ihrer Verwendung durchaus mehr: Die konservierten Pflanzen tragen aus einer vergangenen Wachstumsperiode etwas ins neue Jahr hinein und verbinden das Alte somit mit dem Neuen.

    Die Segnung am Maimorgen
    Mit dem Sonnenaufgang am ersten Maitag versammelt sich der Coven erneut an den beiden Bealtainefeuern. ›Das Erste Licht‹ ist im Gegensatz zum thiasomantischen Ritual des Vorabends eine schlichte Segnung ohne erneute Verbindung der Auren. Im Osten des Festplatzes steht die Wasserschale, die dort die gesamte Nacht über unter freiem Himmel verblieben ist und nun von den Hochhexen für den Segen verwendet wird. Die Berührung mit dem Wasser soll die Hexen mit klarem Blick, offenen Händen und neuer Kraft in den Sommer entlassen.
  • Wurzeln erhalten einen Tropfen auf die Stirn, als Segen für Wachstum und das Lernen ;
  • Webende benetzen ihre Hände, die für das Lehren, Tragen und Erschaffen stehen ;
  • Hochhexen erhalten den Segen auf Stirn und Händen, für das Führen der Gemeinschaft ;
  • Schwangere Hexen oder Hexen mit Kinderwunsch berühren mit dem Wasser ihren Bauch ;
  • Reisende benetzen Hände oder Schuhe, um sichere Wege und eine glückliche Rückkehr zu erbitten ;
  • Zum Abschluss wird das verbliebene Wasser der Erde zurückgegeben und mit ihm das erste, reinigende Feuer gelöscht. Damit endet jener Teil des Festes, der dem Abstreifen des Vergangenen gewidmet war. Das zweite Feuer besteht als Träger von Wachstum und Lebenskraft fort, bis die Feierlichkeiten am Abend des ersten Maitages ihr Ende nehmen.

    Als Räucherwerk für die Segnung dient eine Mischung aus getrockneten Mädesüßblüten vom Vorjahr (für Fülle und Gedeihen), Wasserminze (für Frische, Belebung und Neubeginn), Schafgarbe (für Gesundheit und Lebenskraft) sowie Wald-Engelwurz (für Schutz, Reinigung und Heilung).

    Sommersonnenwende
    21.06.: der Tag des längsten Lichts;

    Lúnasa
    01.08.: das Jahreskreisfest zur ersten Ernte;

    Herbst-Tagundnachtgleiche
    20.09.: der Tag im Herbst, an dem Licht und Dunkelheit im Gleichgewicht stehen; zweites Erntefest;

    Samhain
    31.10.: das Jahreskreisfest zur Ehrung der Ahnen; ein Fest zum Ende des natürlichen Jahreszeitenrhythmus;

    Wintersonnenwende
    21.12.: der Tag des kürzesten Lichts und somit Start in einen neuen Jahreszeitenzyklus;

    Thiasomantische und andere magische Rituale
    Aois an Draíochta
    Das Entfachen
    Das erste Licht

    TL;DR
  • Mit etwa sechzehn Jahren verbindet sich eine Hexe während eines Rituals erstmals bewusst mit den Kraftlinien, ihre Primantie wird bestimmt und der Coven feiert diesen Übergang ins Hexenalter gemeinsam;
  • Die Grundausbildung der Hexen durch Koryphäen, Ausbilder:innen und Lerngruppen findet thematisch stufenweise statt und dauert im Schnitt fünfzehn Jahre;
  • Der Unterricht und die regelmäßigen Übungseinheiten orientieren sich an individueller Begabung, an der Belastungsgrenze der Wurzel und der zeitlichen Verfügbarkeit durch das Leben und des Alltags außerhalb der Magie;




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