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Paramilitär und Polizei

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Kategorie: Irlands verborgenes Antlitz

Wusstest du, dass ... [Edition Irland & Dublin]

… weiter zu den internen Strukturen der Garda Síochana …

… der aktuelle Polizeichef Edward Fitzgerald ist?
Er ist allgemein beliebt und als guter Polizist bekannt. Man schätzt seine Fähigkeit, sensibel mit Informationen umzugehen und sich auf unterschiedliche Menschen und Themen einstellen zu können. Mit anderen Worten: er ist korrupt, aber allseits beliebt. Vermutlich genau deshalb.

… die irische Polizei Garda Síochána heißt und landesweit organisiert ist, Dublin jedoch ihr administratives und operatives Zentrum bildet?
In Dublin befanden sich 1998 die zentrale Polizeiführung, spezialisierte Ermittlungsabteilungen sowie wichtige Schnittstellen zur Politik und Justiz. Entscheidungen auf dieser Ebene hatten direkte Auswirkungen auf die Polizeiarbeit im gesamten Land. Mehr dazu gibt es hier zu lesen!

… die Garda im regulären Streifendienst grundsätzlich unbewaffnet war?
Auch 1998 trugen Streifenbeamte in Dublin in der Regel keine Schusswaffen. Bewaffnete Einsätze waren spezialisierten Einheiten vorbehalten, etwa bei Anti-Terror-Operationen, bewaffneten Zugriffen oder im Personenschutz.

… Dublin in den 1990er Jahren besonders stark von Drogenkriminalität betroffen war?
Der illegale Drogenhandel, insbesondere mit Heroin, war in mehreren Stadtteilen weit verbreitet. Die Polizei hatte häufig Kenntnis über lokale Strukturen, stieß jedoch bei Ermittlungen auf Probleme wie mangelnde Beweisbarkeit oder fehlende Zeugenaussagen.

… die Garda über erweiterte Befugnisse im Bereich staatsgefährdender Straftaten verfügte?
Im Zusammenhang mit politischen Spannungen und dem Nordirlandkonflikt erlaubte die Gesetzeslage längere Festhaltungen, intensive Verhöre und erweiterte Überwachungsmaßnahmen. Diese Befugnisse wurden auch in Dublin angewendet.

… das Verhältnis zwischen Polizei und Bevölkerung je nach sozialem Umfeld deutlich variierte?
In verschiedenen Stadtteilen Dublins wurde die Garda unterschiedlich wahrgenommen. Während sie in manchen Gegenden als ordnende Instanz galt, herrschte andernorts Misstrauen, insbesondere dort, wo Polizeipräsenz vor allem repressiv erlebt wurde.

… es auch innerhalb der Garda immer wieder Vorwürfe unangemessenen Verhaltens gab?
In Einzelfällen wurde von unsachgemäßem Umgang mit Beweismitteln oder unzureichender Ermittlungsführung berichtet. Disziplinarverfahren fanden überwiegend intern statt; öffentliche Gerichtsverfahren gegen Beamte waren selten.

… polizeiliche Ermittlungsarbeit 1998 noch weitgehend analog organisiert war?
Die Arbeit basierte auf Akten, Karteisystemen, Funkverkehr und persönlichen Absprachen.

Wusstest du, dass ... [Edition Nordirland]

… paramilitärische Gruppen den Alltag in Nordirland jahrzehntelang bestimmten?
Es waren bewaffnete Organisationen, die nicht Teil des offiziellen Militärs oder der Polizei waren, sondern ihre eigenen politischen Ziele mit Gewalt durchsetzten. Sie kontrollierten Straßenzüge, setzten ›Strafen‹ durch und bestimmten, wer in einem Viertel geduldet wurde.

… die bekannteste republikanische Gruppe IRA (Irish Republican Army) ist?
Ihr Ziel war ist vereinigtes Irland, unabhängig von Großbritannien. Die IRA verübte Bombenanschläge, Schießereien und Attentate – von militärischen Zielen bis hin zu öffentlichen Plätzen in Belfast, (London)Derry oder auch London. In katholisch-nationalistischen Vierteln ist sie stark verwurzelt.

… es mehrere Abspaltungen der IRA gibt?
Die »Provisional IRA« war ab den 1970ern die dominierende Kraft, während kleinere Splittergruppen wie die »Continuity IRA« oder die »Real IRA« auch nach 1998 Anschläge fortsetzen. Gerade diese radikaleren Gruppen lehnten das Karfreitagsabkommen ab.

… auf unionistischer Seite Gruppen wie die UDA (Ulster Defence Association) oder die UVF (Ulster Volunteer Force) standen?
Sie wollten den Verbleib Nordirlands im Vereinigten Königreich sichern – und setzten auf Gegenterror. Loyalistische Milizen verübten Anschläge vor allem auf katholische Zivilisten, betrieben Einschüchterung, Erpressung und paramilitärische »Gerichtsbarkeit« in ihren Vierteln.

… paramilitärische Gruppen regelrechte Parallelgesellschaften schufen?
In vielen Stadtteilen Belfasts oder (London)Derrys kontrollierten sie, wer wo wohnen durfte, hielten »Gerichtsverhandlungen« gegen Kriminelle ab und verhängten grausame Strafen wie »Kneecappings« – gezielte Schüsse in die Beine. Auch Schutzgelderpressung und Schmuggel waren Alltag.

… ihr Umgang mit dem Karfreitagsabkommen gespalten ist?
Die IRA erklärte 1997 einen Waffenstillstand. Doch Splittergruppen lehnen den Frieden ab und führen weiter Anschläge aus. Auch viele loyalistische Gruppen geben ihre Waffen nur zögerlich ab und halten an ihren Strukturen fest.

… sie nicht nur im Norden präsent waren?
Belfast, (London)Derry und ländliche Grenzregionen gelten als Hochburgen der Paramilitärs. Doch auch in Dublin, Monaghan oder kleineren Städten Irlands waren ihre Netzwerke aktiv – für Waffenhandel, Geldwäsche oder Anschläge.

… paramilitärische Organisationen trotz Friedensprozess lange unsichtbar präsent bleiben?
Viele ihrer Mitglieder tauchen nach 1998 in der Politik oder im organisierten Verbrechen auf. In manchen Vierteln sieht man weiterhin Wandbilder mit Waffen, Masken und Slogans – stille Mahnmale dafür, dass die alten Kämpfer noch immer Einfluss haben

… die Royal Ulster Constabulary (RUC) jahrzehntelang die Polizei Nordirlands war?
Gegründet 1922, galt sie lange als Bollwerk der protestantischen Unionisten. Über 90 % der Beamten waren Protestanten – für viele Katholiken war die RUC daher Symbol von Unterdrückung und Ungerechtigkeit.

… die RUC während der The Troubles massiv kritisiert wurde?
Katholiken warfen ihr Gewalt, Diskriminierung und Zusammenarbeit mit loyalistischen Paramilitärs vor. Hausdurchsuchungen, willkürliche Festnahmen und der Einsatz von Gummigeschossen gegen Demonstranten vertieften das Misstrauen.

… auch die RUC selbst Ziel der Gewalt war?
Über 300 Polizisten wurden während der The Troubles getötet, viele durch IRA-Anschläge. In manchen Vierteln Belfasts galten sie als »legitime Ziele«, sodass Streifenfahrten ohne Militärschutz kaum möglich waren.





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