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Die Magie: Erlernbare Domänen - an Goath - 10.10.2025 Neben den Domänen der Magie, die einer Hexe angeboren sind, gibt es auch verschiedene Ausprägungen und Strömungen, die entweder direkt in der Grundausbildung einer Hexe behandelt werden oder im Verlauf eines Hexenlebens durch eine:n Meister:in ihres Fachs, eine sogenannte Koryphäe, erlernbar sind. Das Fundament für alle erlernbaren magischen Domänen – inklusive der, vom Ethos der Magie als dunklen Seiten der Magie festgelegten Strömungen – bildet die Arkanogeomantie. Sie ermöglicht es Hexen, die Energie der Kraftlinien durch Rituale und Werkzeuge zu kanalisieren und für alle weiteren gewünschten Einsätze entweder im Körper der Hexe oder in Hilfsmitteln zu speichern. Die Arkanogeomantie steht im Gegensatz zum ursprünglichen Chaos und ist im übertragenen Sinn die Lüftung des Geheimnisses (lat. arcanus) der Erde (agr. geō). Eine stabile Kraftlinie fühlt sich für eine Hexe durch ihre Aura hindurch warm und pulsierend an; eine instabile oder verletzte Linie ist unruhig, flackert und brennt vielleicht sogar ein wenig. Ein Vorteil der Arkanogeomantie ist außerdem, dass durch ein reges Nutzen der puren Kraftlinienenergie, ohne sie sofort zu einem Zauber zu verwenden, die Zellerneuerung und die eigenen Heilungskräfte einer Hexe gefördert werden. In der Grundausbildung lernt eine Hexe die Kraftlinien mithilfe ihrer Aura, dem feinstofflichen Energiefeld rund um den Körper eines Wesens, zu erspüren und die Magie durch Fokus, Visualisierung sowie rituelle Werkzeuge zu stabilisieren, zu kanalisieren und entweder direkt magisch zu verarbeiten oder zu speichern. Denn jede Hexe ist fähig dazu, eine geringe Menge an Kraftlinienenergie in ihrem Körper zu halten, ohne Hilfsmittel wie Amulette oder Ähnliches verwenden zu müssen. Diese kleine Reserve reicht für kurzfristige Anwendungen und einfache Zauber: Licht, Geistflüstern oder minimale Primantie. Doch die Speicherung ist begrenzt und für größere oder mächtigere Zauber ist entweder ein vorab mit Kraftlinienenergie befülltes Gefäß notwendig (s. Signomantie) oder das direkte Anzapfen einer Kraftlinie, um die daraus gewonnene Energie direkt in den Zauber zu speisen. Die fundierte Ausbildung in der Arkanogeomantie ist unabdingbar für jede Hexe und nicht nur die Basis aller anderen Domänen der Magie, sondern auch eines der ersten Dinge, die eine Hexe nach der magischen Reife sowohl in Theorie als auch Praxis erlernt. Jede weitere Domäne besitzt neben den Lehren der Arkanogeomantie als Grundlage, ihre eigenen Gesetze, Werkzeuge und Rituale. Preis der Magie: bei reinem Füllen der Reserven ist der Preis positiv und die Magie verstärkt die eigenen Heilungskräfte sowie die Zellerneuerung; bei Gebrauch um Magie zu wirken fallen die klassischen Tribute an: Stimmungsschwankungen, temporäre Erschöpfung, temporäre Konzentrationsschwierigkeiten, intensiver Kraftlinienschimmer in den Augen, brennendes Gefühl der Aura bei Überlastung oder kaputter Kraftlinie; bei extremem Gebrauch: temporäre körperliche Einschränkungen, temporäre Schäden an der Aura, dauerhafte Schäden an der Kraftlinie; Während die Arkanogeomantie das notwendige magische Fundament für jedes Wirken darstellt, ist die Luxomantie Voraussetzung wie auch Werkzeug jeglicher reinigender, ausgleichender und ordnender Magie. Denn sie zielt darauf ab, etwas in seinen ursprünglichen und natürlichen Zustand zurückzuführen ohne dabei schöpfend, oder aktiv verändernd zu wirken. Im übertragenen Sinn wird die Luxomantie oft mit dem Licht (lat. lux) assoziiert, wobei dies mehr dem inneliegenden Prinzip der Klarheit und der Reinigung entspringt und weniger mit Helligkeit, Sonnenlicht oder gar künstlichem Licht zusammenhängt. Denn obwohl die Theorie der Luxomantie besagt, dass sie ausgleichend und harmonisierend wirkt, orientiert sie sich nicht zwingend an menschlichen Moralvorstellungen, die man mit Licht eben oft in Zusammenhang bringt. Ihr Fokus ist das Erkennen von Fehlern und Abweichungen und das Herstellen eines Gleichgewichts entsprechend der natürlichen Ordnung, die sich keinen individuellen Wünschen beugt. Die Luxomantie ähnelt in ihrem intendierten magischen Wirken also den Kraftlinien wie auch dem Ethos der Magie selbst. Sie konzentriert sich dabei primär auf feinstoffliche Strukturen wie die Aura und zuvor gewirkte Magie unterschiedlicher Domänen, die entweder unerwünschte Auswirkungen auf eine Person haben oder Überbleibsel von inkorrekt gewirkter Magie sind. Die Luxomantie gilt aber ebenso als Vorbereitung und Grundlage für die präzise Anwendung ihrer Subdomänen sowie speziellen Teilbereichen der Signomantie und wird im Kontext der Vitasomantie als primäre Möglichkeit der Heilung für die Wunden genutzt, die sich eine Hexe aufgrund der Nutzung ihres Bluts nicht selten zufügen muss. Es lassen sich drei zentrale Mechanismen der Luxomantie unterscheiden, auf denen die Verwendungsmöglichkeiten aufbauen: Ein wichtiger Teilbereich der Luxomantie ist die Arbeit mit der fremden Aura und die Reinigung der persönlichen Lebenssignatur eines jeden Lebewesens. Magische Rückstände des eigenen Wirkens, aber auch fremde Einflüsse können hierbei sichtbar gemacht und im weiteren Verlauf gelöst oder abgeschwächt und umgeleitet werden. Oft sind Hexen, die sich in der Luxomantie besonders hervortun auch in der Fähigkeiten des Seelenleuchtens besonders begabt, da das Lesen und Interpretieren von anderen Auren hierbei eine große Rolle spielt. Vor allem aber geht es bei der Reinigung von Auren auch darum die potenzielle Unruhe oder die fremden Einflüsse darin zu diagnostizieren, sie herauszufiltern und die Aura bestenfalls direkt auf ihren Soll- oder Ursprungszustand zurückzuführen – ein Entfernen von magisch und ethisch bedingten grauen oder auch schwarzen Stellen ist durch die Luxomantie jedoch nicht möglich. Ebenso können die luxomantischen Praktiken aufgrund von kaum vorhandener Restaura nicht oder zumindest nur extrem erschwert auf Vampire angewandt werden. Viele Schritte des luxomantischen Wirkens finden meditativ und in Stille statt; primär ist damit die interne Erzeugung eines Bildes des korrekten Zustands gemeint. Dieses energetische Muster wird schließlich mit dem Einsatz der Magie auf die zu reinigende Aura gelegt – zwei Frequenzen, die sich überlappen. Übereinstimmendes wird sich stabilisieren, chaotische Bestandteile glätten sich und Abweichendes und Fremdes wird sichtbar und greifbar gemacht. Bildlich gesprochen kann man sich die Aura hierbei wie Wasser vorstellen: Fremdmagie, die in der Aura nichts zu suchen hat oder Rückschlüsse auf Zauber zulässt, die auf einen gewirkt wurden, bilden sich wie ölige Schlieren ab. Störungen schlagen Wellen und Rückstände von eigener magischer Arbeit schwimmen wie kleine Dreck- und Staubpartikel auf der Oberfläche. Die Luxomantie hilft nun dabei all diese Fremdkörper und Problemstellen zu definieren, um sie im Nachgang mit der Hilfe weiterer Domänen – oder bei wirklich einfachen Dingen auch sofort und über den Einsatz von Visualisierung und reiner Magie – aktiv zu beheben; quasi die losen Probleme erstmal wegzuwaschen. Spontanes Kontern von unbekannten, tiefgreifenden Zaubern ist kaum ohne Analyse derer möglich und mitunter auch gefährlich, wenn man die benutzten Komponenten nicht zweifelsfrei identifizieren kann. Die Luxomantie fungiert also primär als Hilfsmittel zur Analyse und zur Sichtbarmachung eventueller Rückstände, wie auch einer ersten Glättung der Energie. Sie wird daher auch oft eingesetzt, um Maledicta zu erkennen, in ihre Bestandteile zu trennen und Lösungsansätze zu entwickeln wie diese aufzuheben, zu mildern oder umzukehren sind – dies ist jedoch ausschließlich Koryphäen vorbehalten, die ebenso über enormes Wissen in allen beteiligten Domänen verfügen. Aber auch einfache Regeneration und die Heilung von Gewebe kann mittels der Luxomantie durchgeführt werden. Auch hier basiert die Funktionsweise auf der Rückführung zum Originalzustand durch die Aufgabe von eigener Lebensenergie: Geschädigtes Gewebe – konkret Schnitt- und mitunter kleinere Stichwunden, die sich Hexen zufügen, weil sie oft im Kontext der Vitasomantie und anderen blutlastigen Domänen notwendig sind – wird in seinen ursprünglichen, gesunden Zustand zurückgeführt, sofern dieser im natürlichen Rahmen noch erreichbar ist. Frische Wunden können so direkt verschlossen werden, während bei älteren Wunden oder vollständig zerstörter Gewebestruktur entweder auf die natürliche Heilung in menschlichen Zeitspannen gewartet oder sanomantische Heilmittel eingesetzt werden müssen. Da die Durchtrennung der Hautbarriere jedoch nicht rückgängig gemacht werden kann, werden an den Stellen, an denen das Fleisch durchschnitten oder durchstochen wurde, ohne Zweifel immer feine Narben und lineare oder punktuelle Verfärbungen zu sehen sein, die mit einem Glamour überdeckt werden können. Ohne die luxomantische Vorbereitung – also die Reinigung und Entfernung von Fremdeinflüssen – steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Instabilität, Nebenwirkungen oder Fehlwirkungen der Velomantie und Sanomantie erheblich. Nutzt man luxomantische Techniken vorab, und auch bei allen Komponenten, so stellt man damit magisch gesehen die perfekten Bedingungen für eine Heilung oder einen potenziellen Schutz her. Die reinigenden und ordnenden Mechaniken der Luxomantie können mit viel Erfahrung und Übung ebenso auf anorganisches Material ohne Aura angewandt werden, wenn sich mit dem spezifischen Werkstoff intensiv auseinandergesetzt wurde; ein für die Signomantie nicht unerhebliches Werkzeug. Preis der Magie: alle Preise der Anwendung von Arkanogeomantie [temporäre körperliche Einschränkungen, temporäre Schäden an der Aura, dauerhafte Schäden an der Kraftlinie], Blut, Lebensenergie, Energieverlust, Müdigkeit, zunehmende innere Stille, verlangsamte eigene Regeneration; bei extremem Gebrauch: alle Preise der Anwendung von Arkanogeomantie [temporäre körperliche Einschränkungen, temporäre Schäden an der Aura, dauerhafte Schäden an der Kraftlinie], Entfremdung, emotionale Distanz, Heilerschmerz; Die Domäne, die klassisch heilende (lat. sanus), kräuterkundige und alchemistische Magie miteinander verbindet, nennt man Sanomantie. Sie ist ein präzises Reparaturhandwerk, das innerhalb der biologischen Grenzen eines lebenden Organismus – dessen natürliche Prozesse sich alle noch im Fluss befinden – arbeitet und sich ökologische und organische Abläufe und die Eigenschaften ihrer einzelnen Bausteine zunutze macht. Durch die Beigabe von Magie lässt sich dies zudem beschleunigen, multiplizieren und stabilisieren. Im Zentrum der Domäne steht die Verbindung von reiner Kraftlinienenergie – die entweder direkt bei der Anwendung aus der Kraftlinie genommen oder bereits vorab gespeichert wurde – mit materiellen Trägerstoffen wie zum Beispiel Kräutern, Wurzeln und Harzen, die durch luxomantisches Wirken zuvor gereinigt und in eine stabile und balancierte Ausgangssituation zur Weiterverarbeitung gebracht werden. Darauf folgen die traditionellen sanomantischen Prozesse, wie das sprichwörtliche Tränken von Kräutern oder das Vermengen von Flüssigkeiten und anderen natürlichen oder hergestellten Substanzen wie Hydrolaten, Cremes oder Tinkturen mit reiner Magie. Durch die luxomantische Vorbereitung kann die gewünschte heilende Wirkung in den Trägermaterialien und den heilenden Mitteln präzise verankert werden. Mitunter wird sogar Lebensenergie des Heilenden und dem zu Heilenden oder Hexenblut verwendet, um die Wirkung zu verstärken. Dennoch ist auch die Sanomantie ohne Ausnahme an biologische Grenzen gebunden und kann nichts Neues schaffen, was zuerst nicht in irgendeiner Art und Weise schon vorhanden war. Sie benötigt außerdem gezielte Vorbereitung – oft nicht nur in der Herstellung des Heilmittels selbst, sondern auch im Anbau und der (nicht-)magischen Vorbereitung der Zutaten – und Zeit. Die Herstellung dieser Mittel verlangen von der Hexe ein fundiertes Wissen zu den verwendeten Pflanzen und ihren Bestandteilen, zu ihren Wachstums- und Erntezyklen, zu eventuellen Wechselwirkungen mit anderen Substanzen und auch zu den Einflüssen, die durch astronomische Konstellationen und andere planetare Einflüsse – oder auch durch Nähe zu bestimmten Kraftlinien – ausgelöst werden können. Die Luxomantie ist Voraussetzung für das sanomantische Wirken, ebenso die Kenntnis der Astronomie oder zumindest Fähigkeiten rund um die Anwendung astronomischen Hexenwissens. Mit klassischem, menschlich-medizinischem Wissen ist die Praxis der Sanomantie ebenso eng verknüpft. Viele ihrer versiertesten Anwender:innen erlernen im Laufe eines Hexenlebens diverse Praktiken von Heiler:innen, Hebammen, Apotheker:innen und traditionellen Mediziner:innen – oft auch an unterschiedlichen Orten und bei verschiedensten Koryphäen der magischen Welt – und übernehmen sie für ihr eigenes magisches Wirken. Besonders in den ersten Jahren bis Jahrzehnten und somit in den frühen Lernphasen der Sanomantie birgt die Domäne aber auch große Risiken: Denn unsachgemäße Anwendungen können Heilverläufe nicht nur verlangsamen, sondern stark stören. Denn die Magie – welche den Heilmitteln inne liegt und, die dadurch oft multiplizierend und verstärkend wirken und demnach weitaus potenter als die menschlichen Pendants die zur Milderung ähnlicher Leiden verwendet werden – muss mit viel Intention in den einzelnen Bestandteilen verankert und mit Erfahrung schlussendlich gelenkt werden. Entscheidend dabei ist nicht nur die präzise Dosierung, sondern auch das Zusammenspiel aller durchgeführter Heilversuche. Die magischen Produkte, welche die Sanomantie hervorbringt, besitzen immer eine zeitlich begrenzte Nutzbarkeit. Um dieser Kurzlebigkeit gegenzusteuern, die gewünschten Eigenschaften zu verstärken oder gar die Haltbarkeit von einzelnen Zutaten zu verlängern, werden von signomantisch begabten Hexen Gefäße zur Aufbewahrung erstellt, die dem natürlichen Verfall durch eigens entwickelte Sigillen entgegenwirken. Aus dieser Notwendigkeit heraus entstand ein reger wirtschaftlicher Bereich innerhalb der Hexengemeinschaft – nicht nur mit den sanomantischen Endprodukten, sondern auch mit den materiell notwendigen Zwischenschritten. Man unterscheidet in der Sanomantie grundsätzlich zwischen heilenden Mitteln zur inneren Anwendung und heilenden Mitteln zu äußeren Anwendung. Eine dritte Variante, die durch kombiniertes Wissen der Luxomantie und Sanomantie, sowie den dabei eingangs beim Wirken verwendeten Domänen, zustande kommt, ist das reinigende Bad: eine individuell hergestellte Mixtur, die immer frisch hergestellt werden muss und Rückstände magischen Wirkens aus anorganischen Materialien und Gegenständen entfernt. Dies wird verwendet, wenn Schutzamulette trotz geringer Wirksamkeit einen zu hohen Preis erfordern, magische Gegenstände gewartet und aufgefrischt werden müssen oder anderweitig gespeicherte Magie zurück in die Kraftlinien geleitet werden soll. Abseits der klassischen Heilmagie für die Hexengemeinschaft also ein nicht unwesentlicher Teilbereich der Sanomantie. Neben traditionellen Aufgüssen, bei denen Kräuter und Blüten mit heißem Wasser – oft erhitztem Mond- oder Sternenwasser, das besonders empfänglich für Magie ist – übergossen werden, stehen die Herstellung von Absuden, wie auch Tinkturen und Ölauszügen in Vorbereitung für viele andere sanomantische Praktiken an der Tagesordnung einer Hexe, die sich auf diese Domäne spezialisiert hat. Viele Hexen sammeln ihre Zutaten für Salben, Cremes, Umschläge, Hydrolate und Oxymele nicht nur selbst, sondern bauen sie entweder auf den Ländereien des Coven zur allgemeinen Verfügbarkeit des Zirkels oder in den eigenen Heimen an. Die Sanomantie wird nicht nur präventiv zur Vorbereitung auf magische Rituale oder auch Reisen und zum Erhalt eines stabilen Grundzustands einer Hexe angewandt, sondern konzentriert sich mitunter darauf, Heilprozesse zu beschleunigen und zu lenken, die Regeneration eines Körpers effizienter zu gestalten und Schmerzen zu lindern, wie auch körperliche Belastungen nach Verletzungen oder intensiver Nutzung von Magie abzufedern. Sie kann Symptome abschwächen, Krankheitsverläufe verlangsamen und notwendige Erholungsphasen verkürzen. Aber auch die Stabilisierung des Systems beispielsweise durch intensive Nutzung der Primantie und den dadurch angegriffenen Organen, fällt in ihren Zuständigkeitsbereich: Kreisläufe werden stabilisiert, die Atmung wird unterstützt und Fieber kann reguliert werden. Die bei Hexen normalerweise so langsame Blutgerinnung – um das Blut möglichst lange für magische Anwendungen nutzbar zu halten – kann durch sanomantische Mittel beschleunigt und die Zellregeneration durch weiteres Zufügen von Magie unterstützt werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind wahrlich zahlreich, aber die Heilmagie stellt dennoch keine Wunderheilung dar. Ein:e gute:r Sanomant:in zeichnet sich dadurch aus, dass er:sie nie damit aufhört zu lernen und Wissen zu erweitern. Preis der Magie: alle Preise der Anwendung von Arkanogeomantie [temporäre körperliche Einschränkungen, temporäre Schäden an der Aura, dauerhafte Schäden an der Kraftlinie], alle Preise der Anwendung von Luxomantie [Blut, Lebensenergie, Energieverlust, Müdigkeit, zunehmende innere Stille, verlangsamte eigene Regeneration], die benötigte Zeit zur Herstellung der magischen Mittel, die benötigte Zeit zum Anbau oder zur Sammlung der verwendeten Zutaten; Die Sanomantie kann biologische und gewisse magische Grenzen nicht überwinden und … Die Velomantie ist einer Domäne der Grenze. Die Linien, die magisch oder physisch durch sie gezogen werden, umgeben (lat. velare) immer einen klar definierten Raum und schaffen ein Verhältnis von dem Innen zum Außen mit potenziell und nach Notwendigkeit definierten Übergangszonen. Ein velomantischer Zauber arbeitet jedoch nicht aktiv gegen Etwas, sondern entscheidet durch die Art und Weise wie er platziert wird, ob dieses Etwas in seinem definierten Raum mit den gesetzten Regeln kompatibel ist oder nicht. Inkompatible Einflüsse werden dabei nicht zerstört, sondern verdrängt und mitunter auch abgeschwächt. Die Voraussetzung für jede stabile velomantische Wirkung ist dabei eine zuvor luxomantisch hergestellte Ordnung oder ein konkretes, inneres Bild dieser Ordnung. Ohne die vorherige Reinigung von Fremdeinflüssen oder eben die klare Definition eines Zustands bleibt eine gesetzte Grenze trotz perfekter Geometrie fehleranfällig. Daher ist die Velomantie auch eine sehr langsame und statische Art der Magie, die – ähnlich wie die Signomantie – eben stark von Präzision und exakter Ausführung wie vorbereitenden Arbeiten abhängt. Sie erfordert geometrische Berechnungen, eine stabile und dauerhafte magische Verankerung sowie eine klare Definition des Ziels. Auch hierbei nutzt sie die Mechaniken der Luxomantie, um die zwischen dem Innen und dem Außen zu differenzieren und die unterschiedlichen Soll-Zustände festzulegen. Starr ist sie außerdem deshalb, weil die Velomantie in beweglichen oder auch chaotischen Situationen kaum einsetzbar ist. Improvisation ist de facto nicht möglich, da selbst die kleinsten Fehler, die bei spontanem Zaubern fast automatisch entstehen würden, zu Instabilität oder gar einer sofortigen Auflösung der gewünschten Wirkung führen. Wie bereits erwähnt, basiert die Velomantie auf Grenzen, die nicht nur in einer geometrischen Form, sondern auch durch bewusste Intention verankert werden. Diese Grenzen werden oft mithilfe der eigenen Aura gezogen, wenn die Magie in kleinstem Raum genutzt werden soll – diese Grenze ist jedoch nur eine gedachte und keine real markierte. Oder aber die Hexe nutzt einen rituellen Dolch, wie er auch in der Thiasomantie für den Schutzkreis verwendet wird, als Werkzeug zur Stabilisierung und um die Linie der Trennung physisch in der Welt zu verankern. Der Dolch fungiert innerhalb der Velomantie als Werkzeug zur Präzision der Begrenzung und erfüllt primär drei Funktionen: Die Velomantie ist immer mit geometrischen Berechnungen des Raumes oder Objektes verbunden, in oder auf dem sie gewirkt wird. Dabei handelt es sich eben nicht immer nur um den klassischen (Schutz- oder Bann)Kreis, sondern auch um Flächen, Oberflächen, Körper oder gar regelmäßige und abstrakte Muster. Die konkrete Anwendung der Velomantie findet in drei magischen Kategorien statt: den Schutz- oder Bannzaubern, den Schilden und Barrieren und den Schutzobjekten und -amuletten. Ein magisches Schutzobjekt für Vampire hemmt den Part des Enzyms (Haemapamin) der Vampire, das sonnenempfindlich ist und verlängert somit die Zeit, die sie der Sonne bzw. dem Tageslicht ausgesetzt werden können enorm – allerdings müssen sie nach einem langen Aufenthalt immer Nahrung zu sich nehmen. Bei der Kunst der Herstellung dieser speziellen Objekte handelt es sich um eine absolute Nische im Bereich der Signomantie sowie der Velomantie, die weder Teil der klassischen Ausbildung einer Hexe ist, noch im Bereich der Signomantie wie Velomantie zum Standardwissen gehört. Das eng verzahnte Zusammenspiel dieser und weitere Domänen, ist notwendig um den Schutz vor Sonnenlicht möglichst qualitativ herstellen zu können. Insbesondere der Bereich der Signomantie ist zu nennen, da er für das Einweben der meist eigens entwickelten Glyphen und Sigillen im gewünschten Trägermaterial zuständig ist. Durch die Vitasomantie wird das Objekt zum einen aktiviert, aber auch regelmäßig gewartet. Weiteres sind extrem fundierte Kenntnisse der Aura des Zielobjekts und Routine im Bereich der Fähigkeit des Seelenleuchtens notwendig. Denn durch die Arbeit mit der Aura – die bei Vampiren durch deren untoten Status äußerst schwer greifbar ist – wird das Objekt auf die Zielperson oder die -gruppe eingestimmt. Auf die Qualität und die Haltbarkeit des Wartungszyklus eines der speziellen Schutzobjekte haben mitunter die magische und persönliche Intention der Hexe, das verwendete Material und der Grad der Hilfsbereitschaft sowie der Freiwilligkeit beim magischen Wirken einen großen Einfluss. Nicht unwesentlich ist außerdem die Menge der Objekte dieser speziellen Art, die eine Hexe regelmäßig wartet, da der Preis für vampirische Sonnenschutzamulette im Vergleich zu anderen Schutzobjekten für Hexen oder auch Menschen durch thiasomantisches Zusammenarbeiten nicht geteilt werden kann. Preis der Magie: alle Preise der Anwendung von Arkanogeomantie [temporäre körperliche Einschränkungen, temporäre Schäden an der Aura, dauerhafte Schäden an der Kraftlinie], alle Preise der Anwendung von Luxomantie [Blut, Lebensenergie, Energieverlust, Müdigkeit, zunehmende innere Stille, verlangsamte eigene Regeneration], Schwierigkeiten Unordnung zu tolerieren, mentaler Druck aufgrund erzwungener Strukturen; bei extremem Gebrauch: alle Preise der Anwendung von Arkanogeomantie [temporäre körperliche Einschränkungen, temporäre Schäden an der Aura, dauerhafte Schäden an der Kraftlinie], Kontrollzwang, Tunnelblick, temporäre Notwendigkeit klarer Strukturen auch außerhalb der Magiewirkung; Als Erweiterung der Arkanogeomantie, der Möglichkeit, die magische Energie der Kraftlinien zu nutzen, bietet sich die Signomantie an. Mit ihrer Hilfe kann die zuvor kanalisierte Magie in primär anorganischen Objekten gespeichert werden, um sie zu einem späteren Zeitpunkt oder zu einem bestimmten Zweck zu verwenden. Diese Domäne, die nun seit vielen Jahrhunderten die barbarischere Methode der Familiare als externe Energiespeicher ersetzt, zählt zu den Schulen der Magie, die nach der Grundausbildung über eine Koryphäe erlernt werden müssen. Dabei werden stets bestimmte Zeichen (lat. signo) verwendet, die in Verbindung mit speziellen Materialien und dem Blut einer Hexe zu Magie werden. Fortgeschrittene Webende im Bereich der Signomantie vermögen es schließlich auch, die Symbole und Glyphen zu verbinden, zu analysieren sowie sie durch den Einsatz von Vitasomantie als Preis und Verstärker zugleich, zeitlich und wirkungstechnisch zu optimieren. Bei der Signomantie handelt es sich demnach um die Kombination einer akademisch geachteten, stark theoretischen wie auch handwerklichen und überaus detaillierten magischen Disziplin, die sich zudem für Forschungs- und Archivarbeiten anbietet. Die Ausübenden sind primär hochgeachtete Hexen mit hohem magischen Potenzial, die auch in den angrenzenden Domänen ein enormes Wissen vorweisen, sowie die Fähigkeit, diese interdisziplinär anzuwenden, perfektioniert haben. Für signomantische Anwendungen müssen die verwendeten Materialien frei von strukturellen Schwächen wie Rissen oder porösen Stellen sein und dürfen keine Verunreinigungen wie Schmutz, chemische Einschlüsse oder organische Rückstände zeigen. Zudem sollen die Materialien keine Überreste fremder Magie aufweisen – die einzige Ausnahme dabei stellt die Auffrischung eines identischen Zaubers dar, bei dem bestehende Strukturen erneuert oder stabilisiert werden. Die Haltbarkeit eines Gegenstandes hängt vom Typ des verwendeten Mediums ab. Je hochwertiger das Material, desto langlebiger die Magie. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass der Herstellungsprozess intensiver und komplexer ist, da eine erhöhte Speicherkapazität und eine intensivere regelmäßige Wartung benötigt wird. Die Einbindung der Glyphen erfolgt dabei nicht nur durch physisches Einritzen in die Oberfläche des Materials, sondern auch durch das sogenannte Einweben. Die sichtbare Gravur markiert lediglich die äußere Linie der Stabilisierung, während der bindende Zauber im Inneren verankert wird. Das Handwerk der Signomantie und der Umgang mit allen dazu nutzbaren Materialien kann mit viel Übung, Präzision und unter mehrjähriger intensiver Anleitung einer Koryphäe erlernt werden – oft wird das erforderte Niveau der Fähigkeiten mit der für die Chirurgie notwendigen Feinmotorik verglichen. Dennoch wird sich eine jede Hexe gemäß ihrer Primantie zu einigen besonderen Varianten hingezogen fühlen: Die folgenden Substanzen, Naturerzeugnisse und Materialien werden gemeinhin in der Signomantie verwendet und sind in der nachfolgenden Liste nach Langlebigkeit und Haltbarkeit sortiert: Metalle eigenen sich ideal für signomantische Gegenstände, die über viele Zyklen hinweg aufgefrischt und somit als dauerhafte Objekte konzipiert werden. Bei einer hohen Reinheit bieten sie eine stabile Speicherung der Magie, erfordern aber im gleichen Zug einen hohen Einsatz von Energie und Zeitaufwand, sowie äußerst feinmaschige Wartungsintervalle. Dennoch sind Metall, besonders Edelmetalle, Standard für hochwertige Amulette und Fassungen, insbesondere Schutztalismane. In Kombination mit Kristallen und Edelsteinen ist die Wirkung sogar verstärkt. Allerdings sind diese Materialien schwieriger zu bearbeiten, sowie anfälliger für Schäden. Viele Hexen, die sich der Signomantie im Bereich der Metalle verschreiben, haben im Laufe ihrer Lebenspanne zusätzliche Ausbildungen in den Berufen ›Edelsteinschleifer:in‹, ›Metallschmied:in‹ oder sogar ›Waffenschmied:in‹ und ›Ziseleur:in‹ absolviert.
Bernstein als fossiles Harz und reines Naturmaterial wird gerne für schutzmagische Anhänger im Familienverbund oder zur Reinigung verwendet. Es gilt als warmes und nährendes Material, das jedoch leicht entflammbar ist, mitunter bei Gravur relativ einfach splittert und nach wenigen Monaten auch bereits austrocknet. Stein hingegen ist robuster und schwieriger zerstörbar, aber magisch gesehen träger und benötigt daher viel Energie, um mit Glyphen versehen zu werden. Eines der zwei Materialien, die weder pflanzlich noch mineralisch sind und in der Signomantie verwendet wird, ist der tierische Knochen. Traditionell, und im Sinne der respektvollen Nutzung eines jeden Bestandteils eines Lebewesens, wird er zu Artefakten weiterverarbeitet, während das Fleisch der Verpflegung des Coven dient. Da der Umgang mit Knochen jedoch viel Feingefühl erfordert, das Material vor einer Weiterverwendung komplett energetisch gereinigt werden muss und durch seine Porosität auch sehr schnell ausgelaugt ist, arbeiten heutzutage wenige Hexen damit im magischen Sinne. Stattdessen werden Knochen oft zu Schmuck oder dekorativen Objekten weiterverarbeitet. Holz hält Energie stabil in sich, altert jedoch sehr schnell und muss daher in kurzen Intervallen aufgefrischt werden. Magisch gesehen wird es primär für Alltagsgegenstände wie Küchen- und Haushaltsgegenstände, Möbel und auch Spielzeug oder Schreib- und Zeichenutensilien wie auch Instrumente verwendet. Menschliche Berufsbilder wie ›Schreiner:in‹, ›Schnitzer:in‹ oder gar ›Holzmaler:in‹ sind bei Hexen, die besonders intensiv mit diesem Material arbeiten, nicht unüblich. Für temporäre Anwendungen, Prototypen und spontanere Zauber sind weiche und formbare Harze äußerst geeignet. Die innenliegende Magie lässt zwar schnell nach und Verunreinigungen bergen eine größere Gefahr, aber die Verfügbarkeit in Irland ist relativ hoch. Gefäße, in denen Magie zum späteren Gebrauch gespeichert wird oder die zum Aufbewahren von Tränken, Kräutern und weiteren Zutaten benutzt werden, bestehen oft aus gebranntem Ton: der Keramik. Die gute Formbarkeit vor dem Brennen ist ideal, um Glyphen sauber einzuarbeiten und Keramikgegenstände gelten gemeinhin als Gebrauchsobjekte. Die Stabilität ist hoch, solange keine Mikrorisse im Material vorhanden sind, und Hexen, die sich mit Keramik beschäftigen und ihr Handwerk ausgezeichnet verstehen, sind oftmals sehr gefragte Covenmitglieder und Signomant:innen. Glas ist ein kurzlebiges und höchst brüchiges Material, das die Magie jedoch überaus rasch absorbiert und sich gerade für Illusionen anbietet. Durch die extreme Reaktionsfreudigkeit ist jedoch auch Vorsicht geboten: kleinste Kratzer können Rückkopplungen verursachen. Auch die Haut von Tieren, wird von Hexen zu Pergament verarbeitet und als magische Schriftfläche oder zur Übung neuer Glyphen und Sigillen benutzt. Runen verblassen darauf überaus schnell und die Energie wird auch nur äußerst oberflächlich aufgenommen, da das Gesamtmaterial sehr dünn, flexibel und empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Licht ist. Eine zentrale Rolle, neben dem Material, spielen in der Signomantie natürlich die Zeichen und Alphabete, mit denen die Magie kanalisiert und gespeichert wird. Verschiedene Traditionen bevorzugen andere Systeme: Die Kunst liegt jedoch nicht alleine in der Kenntnis der Zeichen, sondern in deren Verknüpfung, Analyse und Einwebung in das Material. Jedes Zeichen trägt eine Bedeutung, aber diese erschließt sich oft erst aus dem Kontext und durch viel Erfahrung. Signomant:innen verbinden das theoretische Wissen über Alphabete somit mit der praktischen Fertigkeit, Glyphen und Symbole zu kombinieren und ihre Wirkung durch Vitasomantie zu optimieren. Die Arbeit ist stets zeitgebunden und verlangt regelmäßige Wartungsintervalle. Über Zeit verlieren Symbole und Glyphen ihre Stabilität und somit ihre Wirkung, wenn sie nicht erneuert oder aufgefrischt werden. Hexen nutzen hierbei oft spezielle Tränke und Tinkturen, um bestehende Magie zu entfernen und das Material zu reinigen oder, um die innenliegende Wirkung empfänglich für eine Erneuerung zu machen. Besonders die Entwicklung und Entschlüsselung von Sigillen ist in der Signomantie als besonders fortgeschrittene Praxis bekannt. Die Zauber, die in den Materialien durch Glyphen eingewoben wurden, werden schlussendlich durch den Einsatz von Hexenblut aktiviert. Zur gezielten Auslösung von in Gefäßen gespeicherter Energie genügt zumeist schon ein Tropfen, bei komplexen Gegenständen wird mehr benötigt. Dabei fungiert das Blut als Schlüssel, der die Magie weckt und ihre Wirkung startet – insofern es innerhalb der Stabilitätsphase geschieht. Sind signomantische Gegenstände abgelaufen und instabil kann es einerseits passieren, dass die Magie einfach nicht erwacht, oder, dass man sich vor das Problem gestellt sieht, mit unerwünschten Rückkopplungen umgehen zu müssen. Dabei wird die Energie selten kontrolliert freigegeben: Plötzliche Explosionen sind keine Seltenheit. Die Signomantie zeigt damit eindrücklich, dass die sorgfältige Pflege, präzise Ausführung und ein tiefes Verständnis der Zeichen nicht nur Effektivität, sondern auch Sicherheit garantieren. Erfahrene Signomant:innen sind von geschulten Hexenaugen – insofern sie keinen Glamour tragen – nicht nur durch das besonderes intensive Schimmern der Magie in ihren Augen erkennbar, sondern auch durch ihre signomantische Linien. Diese verlaufen wie feine Lichtadern unter der Haut und folgen einem klaren System: Preis der Magie: alle Preise der Anwendung von Arkanogeomantie, sowie dauerhafte signomantische Linien (durch Glamour versteckbar); bei extremem Gebrauch: alle Preise der Anwendung von Arkanogeomantie, sowie dauerhafte signomantische Linien (durch Glamour versteckbar); Ein wichtiger Bestandteil der magischen Ausbildung und des Alltagslebens der Hexen ist die Thiasomantie, in deren Zentrum der Coven und die gemeinsame Ausübung von feierlichen Ritualen innerhalb der kultischen Gruppe (gr. thíasos) steht. Gemeinhin wird diese Domäne daher auch Ritual- und Zirkelmagie genannt, da sie die kollektive Energie der teilnehmenden Wurzeln und Webenden temporär in einem magischen Wirbel bündelt und somit Wirkungen erzeugen und Zauber schaffen kann, die eine einzelne Hexe niemals allein bewerkstelligen könnte. In der Gemeinschaft können somit deutlich stabilere, weitreichendere und auch langwierigere Zauber gewirkt werden. Zugleich wird der Preis der Magie auf alle Beteiligten verteilt, sodass die tatsächliche körperliche, geistige und magische Belastung für jede einzelne Hexe geringer ausfällt. Da dem Ethos der Magie gemeinschaftlich ausgeübte Zauber zudem willkommen sind – insofern die Intention der gewirkten Magie mit dem Ethos konform geht und, wie bei hexischen Festlichkeiten üblich, das Gleichgewicht sichert sowie bewahrend und schützend ausgeführt wird – fühlen sich Hexen nach Hoch- und Jahreskreisfesten und deren Feierlichkeiten, trotz hoher Dichte an gewirkter Magie, aber auch aufgrund der Nähe zu Kraftlinien, Vortexen, Resonanz- oder Aufstiegsortenbesonders euphorisch, ausgeruht und kräftig. Das Gefühl von Gemeinschaft im Coven, sowie gelegentlich auch die Bindung untereinander, wird bei gelungenen Ritualen nachweislich gestärkt – ein Effekt, der der gemeinsam getragenen Magie entspringt. Zumeist werden diese Rituale zeremoniell durch Hochhexen durchgeführt, wobei zeitgleich eine abgeschwächte Variante der Thiasomantie für spontanere Anwendungen existiert, bei der nur mindestens eine erfahrene Webende anwesend sein muss, um die Leitung der Gruppe und der Magie zu übernehmen. Im zeremoniellen Ritual steuern alle teilnehmenden Hexen ihre inneliegende Magie bei, während die Bündelung und die Aufrechterhaltung des magischen Wirbels, sowie die Verbindung zu den Kraftlinien der Dreieinigkeit obliegt. Die Aura und ihr bewusstes Öffnen fungieren hierbei als Verbindungswerkzeug zwischen den Hexen. Dies bedeutet, dass die grundlegende Beherrschung der Aura zur Teilnahme an einem Ritual dieser Art gegeben sein muss, da ihre reguläre Natur als Schutzfunktion hierbei bewusst ausgehebelt wird. Hexen müssen also fähig sein ihre Aura zu verdichten und sie aber auch loslassenkönnen, um sich mit den anderen Hexen zu verbinden. Wurzeln nehmen an thiasomantischen Ritualen zumeist erst ab dem fünften Ausbildungsjahr teil, da der Umgang mit der eigenen Aura primär in der Arkanogeomantie, aber auch durch die Fähigkeit des Seelenleuchten gelehrt wird und diese Grundlagen gefestigt sein müssen. Wichtig ist, dass Hexen zur Teilnahme an thiasomantischen Ritualen im Coven niemals gezwungen oder gar genötigt werden. Die Wirksamkeit hängt nicht unmittelbar von der Anzahl der Beteiligten ab, sondern maßgeblich von der emotionalen und magischen Kohärenz der Hexen. Uneinigkeit und Konflikte, Krankheit und körperliche Schwäche, wie auch Zweifel am magischen Ziel stören jeden Zauber oder bringen ihn gar zum Scheitern, während ihn Einigkeit und gemeinsame Absichten, Fokus, Ausgeglichenheit, emotionale Verbundenheit und Ehrlichkeit stärkt. Die Thiasomantie basiert also stark auf gegenseitigem Vertrauen, dem Gefühl der Zusammengehörigkeit und dem Wunsch nach einem gemeinsamen Ziel. Die Bereitschaft aller Hexen eine gemeinsame Last zu tragen und ihre Kräfte bewusst zu vereinen, verleiht dem Ritual schlussendlich seine Macht – obgleich auch dies nie Garant für vollständige Wirksamkeit ist. Es gilt jedoch der hexische Grundsatz, dass ein thiasomantisches Ritual immer nur so stark ist, wie sein schwächstes Glied. Daraus lässt sich auch schließen, dass zeremonielle thiasomantische Rituale außerhalb des eigenen Coven und somit mit fremden Hexen weitaus schwieriger durchzuführen sind. Oft sind nur Hochhexen oder Koryphäen der Domäne in der Lage hier die Kräfte einzelner oder mehrerer Hexen zu bündeln. Ein Beispiel dafür ist Anáil na Gealaí, das einzigartige Ritual, das zwar einen fürchterlichen Preis forderte und die Auslöschung von neun Hochhexen-Blutlinien europäischer Coven nach sich zog, aber zugleich auch die Macht der Vampire begrenzte. Als unverzichtbare Grundlage für die thiasomantische Praxis gilt die Astronomie. Erfolg oder Misserfolg eines zeremoniellen und großen Rituals lässt sich mitunter an der korrekten Berechnung der Zyklen und Konstellationen von Sternen, Planeten und Mondphasen festmachen. Ebenso die Qualität der verwendeten magischen Objekten, die Räucherwerken und weitere Hilfsmittel sowie deren Herstellung machen einen Unterschied. In erster Linie ist der Coven also im Sinne der Thiasomantie eine Ritualgemeinschaft, die unter der Voraussetzung von emotionaler Bindung, Vertrauen und Einigkeit gemeinsam Magie wirken kann. Rituale können jedoch auch im kleinen Kreis oder spontan stattfinden, indem eine erfahrende Webende oder Hochhexe die Leitung übernimmt. Typischerweise findet die Thiasomantie in folgenden Kontexten Anwendung: Ein jedes klassische Ritual erfordert gewisse Schritte und Phasen, von denen nur selten abgewichen wird: In den vier Himmelsrichtungen positionieren sich erfahrene Webende, um die vier Primantien der Hexen zu verkörpern und der Dreieinigkeit bei der Bündelung und Lenkung der Magie zur Seite zu stehen. Der Norden steht hierbei für die Erde, der Osten steht für die Luft, der Süden für das Feuer und der Westen für das Wasser. Jede Hexe, jeder Coven und vor allem jede Dreieinigkeit hat unterschiedliche Traditionen, die fortgeführt, verändert und – oft beim Wechsel in der Krone – angepasst werden. Gemeinhin orientiert sich das tatsächlich ausgesprochene und benötigte Wort an den Domänen, denen die Zauber entlehnt werden oder sind festlicher Natur wie bei Familienritualen, Segnungen oder Weihezeremonien. Oft stimmt besonders kurz vor Freisetzung der Magie der gesamte Coven in den Gesang oder die Anrufung ein. Das gemeinsame Mahl ist hier nicht nur kulturelle Tradition der Hexen, sondern bildet auch einen Ausgleich zur zuvor freigesetzten Energie: Denn ein altes Sprichwort der Hexen besagt: »Was wir essen, nährt nicht nur unser Fleisch, sondern auch unsere Kraft.« und mit der Mahlzeit und dem Teilen der Nahrung wird gewährleistet, dass sich für das nächste Ritual wieder genügend Kraft und Energie in den Hexen befindet. Diese notwendigen sieben Schritte können für kleine Hexengruppen stark verkürzt werden, sofern die Thiasomantie nicht klassisch zeremoniell, sondern rein informell zur Stärkung der Bindung untereinander durchgeführt wird. Die einzelnen Phasen verkürzen sich dabei nicht nur zeitlich, sondern werden oft auch in ihrer Ausführung komprimiert. Es benötigt jedoch weiterhin mindestens eine erfahrene Webende, welche die Bündelung und Leitung der Energien übernimmt. Die unzeremonielle Variante wird von Hexen oft bei gemeinsamen Mahlzeiten verwendet, die außerhalb des Coven stattfinden. Auch auf Reisen greifen Hexen auf diese Variante der Thiasomantie zurück, um sich gegenseitig zu stabilisieren oder Zauber zu wirken, die mehr als nur die Magie einer einzelnen Hexe erfordern. Der magische Kreis wird dabei häufig durch ein Händereichen ersetzt, da sich die Auren über den physischen Kontakt bereits überlappen und die Verbindung nicht ausschließlich magisch hergestellt werden muss. Spontane Auraverbindungen können jedoch auch im Alltag bei gemeinsamer Arbeit entstehen, werden von Hexen dann aber nicht als Ritual wahrgenommen sondern als ein selbstverständlicher Teil des magischen Miteinanders. Eine Auraverbindung allein bedeutet jedoch nicht, dass die in einer Hexe inneliegende und gespeicherte Magie geteilt wird oder eine der beiden Hexen auf die Kraft der anderen zugreifen kann. Ist eine gemeinsame Mahlzeit nach einem thiasomantischen Ritual nicht möglich, erfolgt der letzte Schritt der informellen Zirkelmagie häufig durch direkten Kontakt mit der Natur. Überschüssige Energie wird dabei bewusst an die Kraftlinien zurückgegeben, um dem Ethos der Magie zu versichern, dass die dargebrachte Kraft stets im Fluss bleibt; gefolgt von Gesprächen und gemeinsamem Beisammensein. Preis der Magie: alle Preise der Anwendung von Arkanogeomantie, Blut, symbolische oder materielle Opfergaben, symbolischer oder materieller Verzicht, kurzfristiger Verlust der gespeicherten Magie, Positive Nachwirkungen eines zeremoniellen thiasomantischen Rituals unter optimalen Bedingungen mit dem Coven: Verstärkung der eigenen Heilungskräfte, Gemeinschaftsgefühl, intensive Bindung zwischen den Covenmitgliedern, Euphorie, Energie, Wohlbefinden; Selbstbewusstsein; Die klassische Thiasomantie kann den Ethos der Magie nicht überwinden und … Der Glamour ist ein Aspekt der Miragomantie, den nahezu alle ausgebildeten Hexen beherrschen und der regelmäßig in Gesellschaft, vor allem in der von Menschen, eingesetzt wird. Allerdings bietet diese Domäne auch noch mehrere weitere konkrete Möglichkeiten, die direkte Umgebung oder die Wahrnehmung anderer Personen zu verändern und ein illusorisches Wunder (lat. miraculum) zu erschaffen. Denn im Grunde ist die Miragomantie die Domäne, die sich der Illusion der Normalität, dem Trugbild, etwaigen notwendigen Maskierungen und der Täuschung der Sinne verschrieben hat – so lange, bis es in die Mutomantie, die Subdomäne der tatsächlichen Transformation, übergeht oder tatsächlich auf den Geist und das Denken einer Person zugreift und zur grauen Domäne der Psychomantie wird. Demzufolge ist die Miragomantie keine Veränderung der Realität, sondern eine Irreführung der Sinne und der Wahrnehmung. Sie kann entweder durch die eigene Aura oder einen magischen Anker durchgeführt werden und unterliegt somit sowohl zeitlichen als auch räumlichen Grenzen. Besonders leicht zu täuschen sind in diesem Kontext Menschen, Gestaltwandler und Werwölfe, da das menschliche Gehirn danach strebt, möglichst kohärente und vertraute Wahrnehmungsmuster zu bilden und sensorische Reize – wie Sehen, Hören und Riechen – kontextabhängig zu ergänzen, sodass ein stimmiges Gesamtbild entsteht, das nur selten noch bewusst reflektiert wird. Aber auch Vampire können einen Glamour oder ein gut gesetztes Trugbild nicht durchschauen. Der Unterschied zeigt sich hier in der Verankerung eines miragomantischen Zauber, welcher die Aura des Gegenübers als Fokusobjekt nutzt. Da Vampiren eine vollständige Aura fehlt, ist die Anwendung dieser Variante bei ihnen nicht möglich. Um die Miragomantie effektiv, zuverlässig und kontrolliert anwenden zu können, muss eine Hexe zunächst ihre Aura sowie deren Möglichkeiten und Grenzen kennen. Diese Fertigkeiten – das bewusste Wahrnehmen, das Abgrenzen und Stabilisieren des persönlichen Energiefelds – werden im Rahmen der Arkanogeomantie bereits in der Grundausbildung vermittelt und in der miragomantischen Praxis weiter verfeinert. Darüber hinaus erfordert diese Domäne ein fundiertes Verständnis von Wahrnehmungsprozessen. Die Hexe muss nicht nur eine Sensibilität für die eigene Präsenz, den Fokus anderer Lebewesen und die emotionale Grundspannung in einem Raum entwickeln, sondern auch über die Kenntnisse der Funktionsweisen visueller und auditiver, eventuell sogar olfaktorischer Wahrnehmung verfügen, damit sie ein stimmiges Gesamtbild erschaffen kann. Aufbauend auf diesen Grundlagen entwickelt sich die Miragomantie schließlich zu einer primär intuitiven Domäne, deren Effektivität mit der Häufigkeit der Anwendung und der daraus gewonnenen Erfahrung zunimmt. Der Glamour ist die einfachste Form der Miragomantie und beschränkt sich ausschließlich auf die eigene Person. Der verwendete Fokus ist die persönliche Aura der Hexe, die zugleich auch als räumliche Begrenzung fungiert. Bildlich gesprochen wird der Glamour wie ein Schleier oder eine Hülle um den eigenen Körper und die Aura herum gelegt und durch fortwährende Konzentration dort festgehalten. Dadurch wird die Wahrnehmung der Betrachtenden beeinflusst, ohne dass sich die physische Realität verändert. Glamour ist demnach eine Art Maskierung, die jedoch von anderen Hexen unbewusst wahrnehmbar bleibt, da es sich schlicht um Magie handelt. Jedoch wird nicht erkannt, wie weitreichend der Glamour ist; ob beispielsweise nur Sommersprossen verdeckt werden, das optische Alter dem in den Papieren angeglichen wird, oder, ob die Hexe ganze Narbengeflechte oder gar signomantische Linien damit verdeckt oder erschafft. Es ist demnach auch ein nützlicher Effekt, um sich selbst gefährlicher oder auch unauffälliger zu gestalten – einzig der Kraftlinienschimmer in den Augen der Hexe kann damit niemals verdeckt werden und zeigt sich sogar bei intensiver Anwendung der Magie verstärkt. Besonders versierte Hexen können ihren Glamour innerhalb kürzester Zeit ›anziehen‹ oder ›abwerfen‹ insofern genau dieses spezielle, primär optische Bild über lange Zeit einstudiert wurde. Man spricht hier von einem benötigen Zeitfenster zwischen etwa 15 Sekunden bis zu einer Minute. Einen neuen oder auch spontanen Glamour überzuwerfen dauert signifikant länger: 15 bis 30 Minuten aufwärts – je nach Fähigkeiten im Bereich der Miragomantie – und benötigt auch mehr aktive Aufmerksamkeit während des ›Haltens‹. Das Trainieren einer spezifischen Form ist demnach unabdingbar. Eine Hexe benötigt im Durchschnitt mehrere Jahre, um einen Glamour so zu festigen, dass sie ihn schnell nutzen kann. Junge Hexen in der Grundausbildung beginnen beim Erlernen der Miragomantie oft damit, die Fähigkeit zu trainieren, einen Teil ihrer Konzentration abzuspalten, der ausschließlich für den Glamour verwendet wird – selbst dann, wenn sie nicht vorhaben, täglich einen zu tragen. Dies geschieht meist parallel zu den Meditationstechniken der Arkanogeomantie, denn wenn diese Fähigkeit nicht erworben wird und die eigene Aura nicht gemeistert wird, kann der Glamour einer Hexe so viel Fokus kosten, dass weitere Magie nahezu unmöglich wird. In der Grundausbildung werden im Nachgang meist ein bis zwei Formen des Glamours unter Anleitung einstudiert und in Eigenarbeit weiter trainiert. Durch das Muskelgedächtnis und die dauerhafte Übung ist es am Ende möglich, den Glamour schnell an- und auszuziehen und eine hohe Detailtiefe zu erreichen. Aber auch das partielle Anlegen des Glamours, beispielsweise nur bestimmter Körperteile, ist für geschulte Hexen möglich. Die Menge an Kraftlinienenergie, die Hexen in sich speichern können, reicht in der Regel aus, um einen Glamour zu aktivieren. Damit der Zauber jedoch wirklich gut hält und sich ohne Probleme speisen lässt muss die Energie regelmäßig aufgefüllt werden. Viele Hexen tragen daher ein extra Gefäß bei sich, das von Signomant:innen erstellt wurde und das sie regelmäßig mit Magie füllen, um neben dem Glamour auch weitere Magie problemlos wirken zu können, ohne eine Kraftlinien anzapfen zu müssen. Alternativ kann der Glamour natürlich fallen gelassen werden, um die eigentlich dafür nötige Magie in Gefahrensituationen oder einfach anderweitig zu nutzen – jedoch muss die zeitliche Verzögerung, die das Ablegen benötigt, natürlich kalkuliert sein. Ebenso relevant ist die Tatsache, dass ein Glamour zur Verschleierung minimaler optischer Details natürlich keinesfalls so viel Kraftlinienenergie zurückgibt, als ein Glamour, der alle drei Sinne bediente und ein größeres Wirkungsareal einnahm. Wie bereits erwähnt, ist der Glamour selbst ein miragomantischer Zauber, der über die Aura als Fokus funktioniert. Die eigene Aura wird dabei bewusst so verändert, dass sie ausstrahlt und subtile magische Impulse sendet, auf welche die entsprechenden Hirnareale reagieren. Somit kann eben das Sehen und das Hören beeinflusst werden, ebenso wie das Riechen insofern nötig, nicht aber das Erfühlen und Tasten. Die Grenzen des Zaubers sind sehr klar: der eigene Körper, die getragene Kleidung und eventueller Schmuck. Andere Personen oder Gegenstände sind davon jedoch nicht betroffen, denn dafür existieren andere Varianten. Beispielsweise die zweite Form der Miragomantie, in welcher die Hexe die Aura anderer Personen als Fokus nutzt, um deren optische Erscheinung zu verändern – dies funktioniert jedoch nicht bei Vampiren – wie eingangs schon erwähnt – und ebenso wenig bei Toten. Der Vorgang ist ähnlich, nur muss die Aufmerksamkeit hier vollständig auf dem Zauber liegen und die Auraarbeit der Hexe hervorragend sein, sodass die betreffende Person auch keine Beeinflussung ihres feinstofflichen Energiefeldes spürt. Diese Möglichkeit wird daher selten angewandt, da es für viele Hexen ethisch nicht vertretbar ist, sich in die persönliche Aura anderer Personen einzuklinken und diese Ausprägung zudem die Vorstufe zur Psychomantie darstellt. Bei der dritten Variante der Miragomantie werden ritualisiert hergestellte Anker- und Fokusobjekte benutzt, die mit Hexenblut aktiviert werden, um die Illusion zu starten. Diese sind demnach vorbereitete Zauber und müssen bei der Erstellung bereits mit der nötigen Intention – beispielsweise Verschleierung, Unauffälligkeit, Unschärfe oder spezifische Veränderungen der Atmosphäre oder der sozialen Lesart von Situationen, Gegenständen und Personen – erschaffen werden. Signomant:innen können die Gefäße und Objekte herstellen, die anschließend miragomantisch verzaubert werden, um den ihnen bestimmten Zweck zu erfüllen. Solche Fokus- und Ankerobjekte sind räumlich und zeitlich begrenzt wirksam – eine einzige Illusion lässt sich demnach nur in einem Radius von wenigen Metern aufrechterhalten und meist auch nicht länger als ein paar Stunden, je nach Menge des Blutes, mit dem der Zauber aktiviert wurde. Die Nähe zwischen Aeromantie und Fulgaromantie und Miragomantie erklärt sich außerdem aus der Beweglichkeit der Luft und der nötigen Spannung: Wer bereits früh gelernt hat, mit einem formfreien, ständig reagierenden Element zu arbeiten, tut sich im Nachgang auch leichter damit, eine Illusion jeglicher Art stabil zu halten. Für die Miragomantie sind klassische verbale, somatische und materielle Komponenten erforderlich: Preis der Magie: alle Preise der Anwendung von Arkanogeomantie [Stimmungsschwankungen, temporäre Erschöpfung, temporäre Konzentrationsschwierigkeiten, intensiver Kraftlinienschimmer in den Augen, brennendes Gefühl der Aura bei Überlastung oder kaputter Kraftlinie], sowie primäre mentale Erschöpfung, brennendes Gefühl auf der Aura, Reizüberflutung, Tunnelblick; bei extremem Gebrauch: alle Preise der Anwendung von Arkanogeomantie [temporäre körperliche Einschränkungen, temporäre Schäden an der Aura, dauerhafte Schäden an der Kraftlinie], sowie Verlust der klaren Selbstwahrnehmung und fragmentierte Aufmerksamkeit; Die Zauber der Domäne der Mutomantie haben ihren Ursprung stets in einer aura- oder ankerbasierten Illusion, die durch das Hinzufügen von weiteren verbalen, somatischen und materiellen Komponenten, sowie reiner Magie temporär Realität annimmt. Daher wird die Mutomantie als eine Subdomäne der Miragomantie angesehen, genauer gesagt als deren fortgeschrittene Variante, da sie ihre Illusionen und Grundsätze als Basis verwendet. Die tatsächlichen Veränderungen (lat. mutatio) bestehen jedoch immer aus reiner, verdichteter Magie und diese Tatsache bedingt auch, dass selbst mutomagisch Hergestelltes nie von Dauer ist: Jede freigesetzte Magie wird sich über kurz oder lang den Weg zurück in das Netz der Kraftlinien suchen, wenn sie sich auflöst oder ihren Fokus verliert. Das gilt sowohl für erschaffene Objekte, wie auch für mutomagisch auf den eigenen Körper angewandte Veränderungen. Charakteristisch für mutomagische Veränderungen ist außerdem ein sogenanntes Flackern. Das bedeutet, dass sie zwar physisch vollständig (an)greifbar sind, aber optisch durchaus kleine, ebenso temporär auftretende Inkonsistenzen aufweisen können: Oberflächen erscheinen einen Moment lang zu glatt oder seltsam strukturiert, Bewegungen leicht versetzt oder verzögert, Licht- und Schatteneffekte stimmen mitunter nicht dauerhaft überein oder Spiegelungen flackern im wahrsten Sinne des Wortes. Die Mutomantie funktioniert deshalb am besten innerhalb eines Rahmens plausibler Realität. Nur das, was für den Geist erfassbar und für die Sinne glaubhaft ist – das, was also tatsächlich wahr sein könnte – lässt sich auch stabil manifestieren. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob mutomagisch Verändertes beispielsweise einem unwissenden Menschen, einem Anderswesen oder einer Hexe präsentiert wird. Je weiter sich eine Veränderung nämlich von der Plausibilität entfernt, desto instabiler wird die Magie – und nachweislich können Anderswesen, insbesondere Hexen, ganz andere Dinge für real halten als unwissende Menschen. Zudem ist die mutomagische Veränderung fortwährend an die Aufrechterhaltung durch die ausführende Hexe gebunden: durch Konzentration, durch das regelmäßige Einspeisen von reiner Magie und durch die Stabilisierung dieser mittels Gestik und Glyphen – dabei muss kein eigenes tiefgreifendes signomantisches Wissen präsent sein, insofern die entsprechenden Sigillen von einem:r versierten Signomant:in passend zum Einsatzzweck entwickelt oder allgemein bekannt und in der eigenen Ausbildung durch Koryphäe erlernt wurden. Hexisches Blut dient dabei als Anker und Preis zugleich, während die verdichtete Magie die tatsächliche Substanz ist, aus der die temporär gebildete Realität besteht. Sobald ein Teil der aktiven Aufrechterhaltung nachlässt oder der passive Zeitrahmen für das Anker- und Fokusobjekt verstrichen ist, beginnt auch die Struktur der Veränderung zu zerfallen. Miragomantisch geübte Hexen können – wenn sie auch regelmäßig in der Domäne der Mutomantie arbeiten so wie es auch für den Glamour in der Grundausbildung gelehrt wird – einen Teil ihrer Konzentration dafür abspalten und auslagern, insofern die Bindung an den Zauber dennoch aktiv bestehen bleibt. Die erschaffenen Objekte sind daher keine dauerhaften Konstrukte, sondern fragile und wartungsbedürftige Manifestationen, die durch die Zufuhr von Kraftlinienenergie – zumeist aus gefüllten signomantischen Objekten oder aus dem persönlichen Speicher der Hexe – stabil bleiben. Lässt diese nach, verlieren sie ihre Masse und beginnen intensiver zu flackern, bevor sie schließlich zurück in den Ausgangszustand fallen. Auf den eigenen Körper angewandt, folgt die Mutomantie denselben Prinzipien. Sie verändert nicht die biologische Substanz, sondern nur temporär dessen Verhalten oder Funktion und basiert wie auch die Miragomantie hierbei auf der eigenen Aura als Fokusobjekt. Eine Überladung der Aura bei Selbstveränderungen, die beispielsweise durch zu lange Aufrechterhaltung oder mehrere Veränderungen gleichzeitig erfolgen kann, ist für die Hexe mitunter sehr gefährlich, da sie dauerhafte Schäden an der Aura herbeiführen kann. Gelehrt wird die Mutomantie am eigenen Körper daher immer nur lokal und nicht ganzkörperlich – denn auch wenn der Körper temporär nur so aussieht als ob, ist es für die Hexe ein anstrengendes Unterfangen die Veränderung aufrechtzuerhalten. Die Abgrenzung zur verbotenen Domäne der Carnomantie liegt auch ganz deutlich im Wesen der Veränderung. Während durch carnomantische Magie tatsächlich Gewebe neu erschaffen oder dauerhaft umgewandelt wird – und somit auch ein weitaus tieferes Verständnis für besagtes Gewebe vorhanden sein muss –, verändert die Mutomantie kein Material, sondern verdichtet die illusionäre Struktur nur magisch so weit, dass sie sich auch in der Realität für einen begrenzten Zeitraum als physisch greifbar zeigt und funktional wird. Preis der Magie: alle Preise der Anwendung von Arkanogeomantie [Stimmungsschwankungen, temporäre Erschöpfung, temporäre Konzentrationsschwierigkeiten, intensiver Kraftlinienschimmer in den Augen, brennendes Gefühl der Aura bei Überlastung oder kaputter Kraftlinie], alle Preise der Anwendung von Miragomantie [mentale Erschöpfung, brennendes Gefühl auf der Aura, Reizüberflutung, Tunnelblick], Blut, signomantische Gefäße; bei Selbstveränderung über die Aura bzw. Körperveränderungen: Desorientierung, Phantomschmerzen, Entfremdung des eigenen Körpers; bei extremem Gebrauch: alle Preise der Anwendung von Arkanogeomantie [temporäre körperliche Einschränkungen, temporäre Schäden an der Aura, dauerhafte Schäden an der Kraftlinie], alle Preise der Anwendung von Miragomantie [Verlust der klaren Selbstwahrnehmung und fragmentierte Aufmerksamkeit]; Eine der stillsten, aber grundlegendsten Domänen der Magie bildet die Astronomie. Jede Hexe begegnet ihr bereits in der Grundausbildung, denn ohne das Verständnis ihrer Prinzipien bleiben komplexere Praktiken – insbesondere Rituale – und deren Erfolg der Hexe verschlossen. Die Disziplin umfasst die Deutung von Sternen, Mondphasen und Planetenkonstellationen, das Lesen kosmischer Muster und das Erkennen jener langsamen, kaum wahrnehmbaren Verschiebungen, die das Schicksal der Anderswesen und Menschen anstoßen und lenken können. Selbst die Interpretation von Träumen fällt in einen Randbereich der Astronomie – jedoch in klarer Abgrenzung zur Fähigkeit der Hellsicht oder gar der grauen Domäne der Oneiromantie. Es handelt sich hierbei mehr um eine nüchterne Zuordnung astronomischer Zyklen zu inneren Bildern. Die Astronomie ist eine zutiefst theoretische, beinahe pedantisch akademische Kunst; geprägt von Tabellen, Berechnungen, minutiösen Aufzeichnungen und dem beständigen Nachschlagen in alten Sternkarten und Aufzeichnungen der Hexen und Chronist:innen. Trotz ihrer Unaufgeregtheit ist sie in der Praxis unverzichtbar für die Thiasomantie, für Rituale und Segnungen, für die Tätigkeiten der Sammlung und Verarbeitung von magischen Zutaten und Kräutern zur rechten Stunde, sowie bei der Herstellung von magischen Objekten und deren Stabilität. Die korrekte Berechnung und Interpretation entscheidet hierbei über rituelles Timing, verhindert grobe Fehlschläge, schafft Sicherheiten und eröffnet Zusammenhänge, aufgrund derer andere Domänen weitaus zielführender genutzt werden können. Geduld, eine scharfe Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, kosmische Anomalien von bloßen Himmelserscheinungen zu unterscheiden, gehören ebenso zu den Merkmalen einer Hexe, die sich intensiv mit der Astronomie beschäftigt. Einen Preis fordert diese Domäne nicht, da kein Kontakt mit den Kraftlinien hergestellt wird. |