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Ciro ist aufgrund seiner Berufung und seiner langen Zeit im medizinischen Beruf viel mehr ein Beobachter, als einer der viel redet; zumindest ist dies der erste Anschein. Wenn er sich aber wohl fühlt, so ist er gesellig, empathisch und auch gesprächig. Gerade aufgrund seines Berufs ist er sehr genau, geradezu perfektionistisch. Seine weichen Augen und seine eher stoische Art, geben vielen Wesen das Gefühl in einem sicheren Hafen zu sein, heißt also, dass er nicht unnahbar wirkt deswegen.
Obwohl es im viktorianischen England nicht Gang und Gebe war, hat Ciro einen "Dreitagebart", da er sich erst nach seiner Reise rasieren wollte, aber vor der Verwandlung nicht dazu kam.
Er trägt eine silberfreie Replika des silbernen Familienring an seiner linken Hand.
Ansonsten sieht der junge Herr relativ unauffällig aus, wobei seine italienische Herkunft in Hautton, Augen- und Haarfarbe erkennbar ist.
Werte
Weltbild und moralischer Kodex
Ciro hat in seinen knapp 130 Jahren relativ viel durchgemacht und viele unterschiedliche moralische Weltbilder - speziell in Großbritannien und Irland - kennengelernt. Stets war (ist) die Frau dem Mann unterstellt, wobei Ciro gelernt hat, dass die Frauen durch diese Untertänigkeit sehr oft zu Opfern werden.
Ciro hat gelernt, dass er Frauen durchaus als schützenswert betrachten darf und ihnen auch gerne etwas bieten darf, doch sind sie nicht nutzlos ohne Mann, so wie er das als Jugendlicher im viktorianischen London gelernt hat. Eine Frau ist sehr viel mehr als ihr Status im Zusammenhang mit einem Mann. Ciro vertritt diese Meinung und führt auch gut und gerne lange Unterhaltungen über den Status von Frauen in der Gesellschaft.
Auch wenn er ein Kind von Immigranten ist, so hatte er nie das Problem von Randständigkeit oder Diskriminierung erfahren, da er aus einem gut assimilierten und reichen Elternhaus stammte. Er hat sich daher mit sich und seinen Privilegien als weißer und heterosexueller Mann nie auseinandergesetzt und kann dies gegenüber tatsächlich auch noch "blind" agieren.
Für ihn ist aber in den letzten Jahren klar geworden, dass immer jene an der Macht sind, die am lautesten Schreien können und gar nicht unbedingt das Wohl der Gemeinschaft im Sinne haben. Für Ciro hat das stets alles immer einen sehr faden Beigeschmack, er glaubt aber, dass er hier nichts ändern kann, da er als Randständiger in der Gesellschaft nicht an allem teilnehmen kann und darum auch keine Änderung bringen kann. Er hatte auch eine Weile gebraucht, um zu begreifen, dass seine eigenen Privilegien solche sind und wird wohl auch eine Weile noch brauchen, um zu begreifen, dass er auch Änderung bringen kann und sich nicht hinter dem verstecken muss was er ist, respektive dass auch ein Anhänger der Nacht und der Randgesellschaft Änderung herbeibringen kann, wenn man nur will. Doch zurzeit überwiegt noch die innere Zerissenheit von Ungerechtigkeit in der Welt und dem was er will, oder glaubt zu wollen.
Er gilt definitiv als rechtschaffen neutral.
Religion
In Italien - seit bald 2000 Jahren - gilt das Christentum, speziell der römische Katholizismus als die ausgeübte Religion. Er wurde zwar in London geboren, doch haben seine Eltern den Katholizismus stets gepredigt - die Sonntage waren heilig, sowie auch Ostern, Himmelfahrt und Weihnachten. Ciro ist katholisch aufgewachsen und hat sich in den Jahren danach etwas der Kirche abgewendet, glaubt aber weiterhin an einen Gott, dies nur nicht mehr in einer Kirche, denn er glaubt noch immer daran, dass er als Vampir sofort in Flammen aufginge, wenn er einen heiligen Ort betritt.
Die silberne Kreuzkette (die er nun nicht mehr trägt) und den Rosenkranz, den er zu seiner Firmung erhielt, hat er aber noch immer zu Hause. Er betet auch in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder.
Komplett als gottesfürchtig und devot würde ihn jedoch niemand aus seinem Freundeskreis beschreiben.
Ziele, Wünsche und Pläne
Obwohl Ciro schon lange seinen Doktortitel besitzt und dieser nur in allgemeiner Medizin gilt, wünscht er sich irgendwann auch einen Facharzt in Chirurgie und Psychatrie zu machen. Letzteres speziell seit er vermehrt Opfer von häuslicher Gewalt untersucht und begreift, dass nicht nur der Körper sondern auch der menschliche Geist und die Psyche Spuren davon tragen. Vielleicht springt er bald mal über seinen Schatten und arbeitet daran sich in eine andere Welt als die der Toten zu begeben. Andererseits schätzt er seine Freundschaft zu Johann sehr und die gemeinsamen Stunden in den Obduktionssälen haben ihm die Arbeit (und ganz generell sein Leben) definitiv verschönert.
Herzenswünsche & Ambitionen
Auch wenn er sich in den vergangenen Jahren immer wieder seiner Erschafferin und ihrer Gesellschaft gewidmet hat, so würde er sich eine monogame Beziehung gerne wünschen. Auch wenn er das zu den Lebzeiten seiner Eltern nie bieten konnte, wünscht er sich dennoch so etwas wie eine Familie resp. Beziehung zu einer Frau - am besten eine für immer, aufgrund seines Zustands.
„Vedo che molte persone muoiono perché ritengono che la vita non valga la pena di essere vissuta.“
Familiendynamik
In einer klassischen viktorianischen Familie gab es schon immer das männliche Familienoberhaupt und der Rest der Familie, die sich dem Oberhaupt und dessen Wünschen unterordnete. In vielen Fällen sind das die Frau und die (meist zahlreichen) Kinder. Die Familie de Vecchio war jedoch mit italienischen Wurzeln nach London migriert und haben die italienische Wichtigkeit des Familienzusammenhalts mitgebracht. In Italien ist es sehr gebräuchlich, dass nach außen hin der Mann den Status hat, zu Hause aber „Mamma“ und „Nonna“ stets das Sagen haben. So war es auch stets bei den de Vecchios.
Ciro ist das erste Kind der de Vecchios und würde es auch bleiben. Bereits bei Ciro hatte seine Mutter Violetta ihre Schwierigkeiten; nicht nur während der Geburt, sondern auch während des ersten Trimesters war es ihr immer schlecht gegangen. Gemeinsam mit dem anhaltenden Smog, den unhygienischen Verhältnissen und dem verseuchten Trinkwasser in London, war es für die junge Mutter körperlich eine ziemliche Qual. Es ist nicht so, dass die beiden Eltern – Violetta und Alessandro – es nicht mehr weiter probiert hätten, doch endeten die meisten Schwangerschaften in frühen Fehlgeburten und ungewollten Schwangerschaftsabbrüchen.
Nichtsdestotrotz liebten die beiden geschäftigen Handelsleute ihren Sohn. Sie steckten ihn früh zur Schule, pochten darauf, dass er weiterhin italienisch neben seinen ganzen englischen Stunden lernte. Er genoss früh eine umfassende Schulbildung und konnte dank der elterlichen Unterstützung und deren Reichtum auch Oxford und das dortige Studium in Medizin und Gesundheitswissenschaften besuchen.
Ciro liebte seine Eltern. Er brachte es aber nach seiner Verwandlung nur noch zwei Mal übers Herz sie in London zu besuchen. Danach fand er immer wieder flüchtige Ausreden, um ihnen jeweils nur zu schreiben, sie aber nicht zu besuchen. Er tauchte an deren Beerdigung als weitentfernter Verwandter auf, da er zur Beerdigung bereits hätte 45 Jahre als sein sollen.
Familienbande
Eltern
Leibliche Eltern:
Alessandro Davide de Vecchio - 1846-1903
Violetta Margarita de Vecchio - 1848-1904
Alessandro und Violetta sind 1866 kurz vor Beginn der Seeschlacht nahe Triest im Rahmen des 3. italienischen Unabhängigkeitskrieg aus Venedig geflüchtet. Sie glaubten, dass die Schlacht gegen Österreich für die Region nicht gut ausgehen würde. Sie haben daher die Glasmacherwerkstatt auf Murano und den Handelsposten in Venedig an fähige Hände übergeben und sich mit einem ihrer Handelssegelschiffe nach London abgesetzt, um dort für den Handel der Waren zu sorgen, die in Venedig weiterhin hergestellt würden.
In ein Haus voller Tatendrang, Warendokumenten, Papieren, Geld und Menschen die ein- und ausgingen, kam Ciro zur Welt. Der Vater war das Oberhaupt, doch die Mutter erzog den Sprössling. Er lernte den Kochlöffel seiner Mutter bei Züchtigung gut kennen, wie auch die harschen Worte seines Vaters. Doch die Liebe die er von seinen Eltern erhielt, auch wenn er nicht immer artig war, war an keine Konditionen gebunden. So fühlte sich Ciro seinen Eltern und deren Haushalt immer verbunden und liebte seine Eltern genau so bedingungslos.
Erschafferin:
Lady Irina (Emilia Lewis) - 1781
Emilia hatte Ciro erschaffen, nachdem er ihren Dienst nach Verhandlungen über Praktiken und Entgelt abgelehnt hatte. Sie manipulierte ihn so weit, dass er sein Geld bezahlte und ihre Gesellschaft in Anspruch nahm. Sie fand genug Gefallen an ihm, sodass sie ihn im Laufe der Nacht zum Vampir machte. Er lernte über die nächsten Jahre den Rest des Clans kennen, der ein tatsächlicher reiner Frauenclan ist. Alle dort mitwirkenden Frauen gehören zum im großen Stil operierenden Prostitutionsbusiness rund um Covent Garden.
Ciro und Emilia verbindet nach all diesen Jahren noch immer eine tiefgreifende Freundschaft - auch Bettgeschichten. Ciro hat in den bald 100 Jahren seines Vampirdaseins nicht selten auf ihre nächtliche Gesellschaft zurückgegriffen. Sie weiß seine Erschafferloyalität zu schätzen und lässt ihm daher auch absolut freien Lauf.
Clan
Einzelgänger:in
Charakterzüge
Charakter & Verhalten
Ciro ist im Grunde genommen ein reservierter „Mensch“. Er geht nicht aktiv sich die Freundschaften suchen, oder neue Bekanntschaften anbandeln. Sie passieren ihm wohl eher. Wenn er aber diese Bekanntschaften mag, so setzt er sich genauso dafür ein, dass aus einer Bekanntschaft gut und gerne eine Freundschaft wird. Aufgrund seiner Situation als Arzt, speziell als Gerichtsmediziner, ist er jemand der sehr gerne als der Freund gesehen wird, der gerne zuhört. Und das tut er auch gerne, denn er glaubt, dass er so seinen Freunden und jenen die ihm nahe stehen etwas Gutes tun kann. Auch wenn er sich um seine Freunde und die Beziehungen kümmert, ist er nicht derjenige, der alles mit allen teilt. Es fühlt sich oft wie ein „aus der Nase ziehen“ an, wenn man von ihm etwas über ihn und seinen Gemütszustand erfahren möchte.
Dieser Charakterzug hat sich aber erst mit der Zeit entwickelt. In seiner Zeit als Junggeselle im viktorianischen England frönte er sich der Tatsache, dass er als Arzt (oder auch angehender Arzt) schon als Koryphäe gehandelt werden muss und er hat sich auch entsprechend benommen. Er kaufte sich Gesellschaft für die Nacht, nutzte das „Flirten“ mit Frauen und ihrer Hoffnung auf etwas festeres, um sich zu vergnügen. Lange lebte er das Leben des Patriachats mit allen Vorteilen, die sich ihm als „weißer“ Mann vom besseren Mittelstand boten. Der Charakterwandel kam erst mit seiner von ihm gewünschten Versetzung in die Gerichtsmedizin, nach seiner Verwandlung. Auch die Tatsache, dass er sich dem Clan seiner Erschafferin nicht anschloss, half ihm dabei in sich gekehrter und reflektierter zu werden - nichts krubelt die innere Reflektion an, wie "Einsamkeit" im Sein. Dazu kommt aber auch, dass er mit Johann stets einen ebenfalls ruhigen Freund gefunden hat.
Hie und da scheinen aber alte Charakterzüge durch, wenn er sich sehr wohl fühlt. Sein Status als Mediziner und auch sein gutes Aussehen ist ihm durchaus bewusst; so kann er sich in Isolas Bordell durchaus auch mal etwas zu machohaft verhalten und stellt manchmal auch Erwartungen, die ihn im Nachhinein zum Nachdenken anregen. Was er vor allem in den bald 100 Jahren als Vampir sicher mitgenommen hat: Reflektion über sich und sein Verhalten.
Diese Reflektion, dieser Perfektionismus, das in sich gekehrte machen ihn aber auch zu einem teilweise sehr anstrengenden Zeitgenossen. Er erwartet gleiches Verhalten von vielen Leuten um sich herum und nervt sich ab kleinen Fehlern – egal ob von ihm, oder von anderen begangen. Er schließt tatsächlich zu oft von sich auf andere und glaubt, dass andere auch teilweise ewig darüber nachdenken, wie sie vergangene Gespräche hätten „besser“ führen können. Er würde das nie zugeben, aber andere sagen, dass er ein arroganter Pedant ist und Kritik oft eher säuerlich annimmt.
Umgang mit anderen Anderswesen
Als Arzt lebt man nach einem gewissen Ethos – nicht wie die Amerikaner nach einem Eid, aber trotzdem nach einer Idee, dass man allen helfen soll und dass man in erster Linie auch niemandem Schaden zufügen soll. Für Ciro übersetzt sich dies gut und gerne auch in seine Weltanschauung: Er versucht nicht aufgrund von Physiologie und Herkunft zu urteilen, oder gar zu diskriminieren und Hilfe zu verweigern. Am Ende des Tages ist er froh, hatte er eine Hexe als Mentor und Doktorat-Betreuer gefunden. Johann hatte Ciro auch nach seiner Verwandlung unter die Fittiche genommen – gemeinsam hatten sie auch die Flucht in die Schweiz gewagt.
Auch wenn also Hexen und Vampire aufgrund ihrer Geschichte und ihrer Herkunft nicht „zusammengehören“, so hat Ciro großen Respekt für Hexen. Er weiß über deren Mächte und Können Bescheid und hat auf jeden Fall selbst schon mehrmals davon profitiert. Zudem erkennt er auch die aufkommenden Symbiosen zwischen Coven und Clans, respektive die Mitarbeit von Hexen in Clans, und sieht auch diese als vorteilhaft und würde niemals über Hexen in Clans urteilen.
Der Italiener ist keiner, der sich großen Drogeneskapaden frönt, weshalb er Gestaltwandler nur als das sieht, was sie sind: Personen, die ihre Gestalt wandeln können. Er erkennt deren Potenzial und deren Kräfte, aber hinterfragt auch diese nicht weiter. Vielmehr ist es ihm wichtig, dass die Person einen schönen Charakter hat und sympathisch ist, mehr nicht.
Allein vor Werwölfen nimmt er sich in Acht und mag durchaus auch etwas Vorurteile besitzen. Aber kein Vampir lebt mehr als hundert Jahre, wenn jener sich in die Nähe eines verwandelten Werwolfs begibt, weil aus irgendeinem Grund die Idee von Lebensmüdigkeit oder einem Rausch besteht. Ciro ist einigen begegnet, auch hier in Dublin, aber nur in Menschenform und das wird er auch so beibehalten. Auch hier gilt: Ist die Person dahinter sympathisch, so hat Ciro keine Probleme sich mit jenen anzufreunden – nur der Mondzyklus wird mit diesen Personen gut und gerne mal im Auge behalten.
Die letzte Erkenntnis für Ciro sind die Jäger und das NID. Er weiß nun, dass sie zwar umgangssprachlich gut und gerne in den gleichen Topf geworfen werden, aber eigentlich nicht wirklich das Gleiche sind. Der de Vecchio ist aber auch nach Bekanntschaft mit dem Direktor des NID nicht ganz warm damit geworden und wird auch künftig seine Lebens- und Arbeitsweise so handhaben, sodass ihm kein geheimes Ministerium, noch wilde Jäger etwas anhaben wollen.
Inneres
Ängste & Traumata
Wirklich Ängste aufgrund einer harten Kindheit oder sonstige Traumata bringt der Herr nicht mit. Er ist tatsächlich sehr viel zögerlicher beim Freundschaften schließen, weil er aufgrund seines Berufs nicht lange an einem Ort bleiben kann und darum oft den Ort wechselt. Er besitzt zudem eine ziemliche Aversion zu Gewässern in und rund um Städte, da er aus seiner Kindheit nur zu genau die absolut verschmutze, stinkende und choleraverbreitende Themse kennt.
Stärken & Schwächen
+aufmerksam
+empathisch
+ruhig
+freundlich
+open minded
+progressiv
+genau
+vorsichtig
+pazifistisch (hatte mal gelernt eine Schusswaffe zu betätigen, seither keine mehr angefasst)
+reflektiert
+lernfreudig
+guter Zuhörer
+loyal
-kalkuliert
-pedantisch
-perfektionistisch
-arrogant
-stur
-verschlossen (wenn es um ihn und seine Gefühle geht)
-eitel
-kritikunfähig
-verschlossen
-kalt (zu Beginn einer Bekanntschaft)
-melancholisch
-egoistisch
-wertend
Vorlieben & Abneigungen
+schwarzer Kaffee (den Geruch)
+Neues Lernen
+Desinfektionsmittel
+gute Bücher
+tiefgründige Unterhaltungen über Sinn und Leben
+Spaziergänge im Regen
+gute Manieren
+Bibliotheken
-offene Gewässer nahe Großstädten
-ungewaschene Kleidung
-unhygienische Personen
-Schlampigkeit
-Heimtücke
-Gewalttäter:innen
-Diskotheken mit zu lauter Musik
-Schleimer
Wusstest du, dass...
... Ciro trotz unveränderter Haut, regelmässig Handcreme benutzt, weil er vom vielen waschen und desinfizieren das Gefühl von trockenen Händen hat?
... er von seinen Eltern viel Silberschmuck, Besteck und andere Erbstücke erhalten hat, die er nun einfach aufbewahrt, aber nicht brauchen kann?
... er lieber erst für eine ganze Weile zuhört, bevor er spricht?
... Ciro seine Freundschaften alle wie Schätze hütet?
... er in Johann nicht nur einen Mentor, sondern auch so etwas wie einen Vater sieht?
... Ciro einen Guilty Pleasure hat, und zwar die Fernsehserie “Friends”?
Schlüsselmomente
Persönlicher Zeitstrahl
03.04.1868: Geburt im elterlichen Haus in Covent Garden, London
09.1874: Einschulung in London
06.1887: Schulabschluss mit Zulassung zum Medizinstudium in Oxford
09.1887: Beginn des Medizinstudiums in Oxford
09.1887: Erstes Treffen auf seinen Dozenten Johann Rasmussen
06.1894: Abschluss des Medizinstudiums in Oxford
07.1894: Beginn des Doktorrats in allgemeiner Medizin begleitend zu den Unterassistenzen
07.1894: Erste Unterassistenz am Royal London Hospital in allgemeiner Medizin
01.1895: Zweite Unterassistenz am St Georges Hospital, London
06.1895: Rückkehr nach Oxford zur Abgabe der Doktorarbeit
08.1896: Erhalt des Doktors in allgemeiner Medizin
09.1896: Beginn der Assistenz in Psychiatrie am Bethlem Royal Hospital, London
01.1898: Beginn der Assistenz in Chirurgie am St James's Hospital, Dublin
18.06.1898: Verwandlung durch Lady Irina (Emilia Lewis)
07.1898: Übertritt in die Gerichtsmedizin & Pathologie am St James's Hospital/Trinity College Dublin
1902 – 1913: Wechsel zur Pathologie am Richmond Hospital and City Morgue, Dublin
05.1903: Tod seines Vaters
08.1904: Tod seiner Mutter
1914: Mit Beginn 1. Weltkrieg Flucht nach Basel gemeinsam mit Johann
1914 – 1925: Enge Zusammenarbeit mit Johann an der Pathologie der Universität Basel
1925 – 1938: Arbeitet für die städtische Gerichtsmedizin, weiterhin aber enge Zusammenarbeit mit Johann
1938: Reise nach Venedig, um seine Heimat kennen zu lernen
1939: Kurz vor zweitem Weltkrieg Flucht nach Norwegen
1939 – 1940: Mitarbeit am Departement für Pathologie, Universitetet i Oslo
1940: Flucht vor der Deutschen Besetzung in Norwegen nach Galway
1940 – 1955: Mitarbeit als Gerichtsmediziner und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Pathologie an University of Galway
1955 – 1975: Mitarbeit als Gerichtsmediziner am St. Barts für Scotland Yard
1975 – 1990: Leitender Gerichtsmediziner am Mortuary in York
1900 – 1998: Auszeit – Renovation des Elternhauses in Covent Garden
1998: Übersiedlung nach Irland zurück; Wiederaufnahme der Arbeit mit Johann in der Gerichtsmedizin in Dublin
Einstellung zum Karfreitags-Abkommen
Die Unruhen waren Fluch für die Menschheit, Segen für die Anderswesen; so auch während den beiden Weltkriegen und anderen Krisen in Irland und Großbritannien. Für Ciro war das immer ein vereinfachtes verstecken (wenn er denn dem Krieg entkam), denn die Menschen waren so mit sich selbst beschäftigt, dass es beispielsweise ihm als Vampir definitiv leichter fiel länger an einem Ort zu bleiben, ehe auffiel, dass er nicht altert. Wenn jetzt aber Ruhe einkehrt, so kommt auch ganz viel Licht in die Dunkelheit und vielleicht wird auch die gesamte Korruption in Irland angegangen, die auch ihn teilweise schützt, egal wie sehr er sein Leben nach den legalen Spielregeln ausrichtet. Er freut sich aber auf die Ruhe und die mögliche Sicherheit die aufkommt, da er viele Opfer und viele Traumata aus den Unruhen zwischen Irland und Nordirland in Obduktionsräumen miterlebt hat.
Eigene Verwandlung: 18.06.1898
Im viktorianischen London waren rund um Covent Garden viele Frauen aktiv, die am Abend und in der Nacht jeweils ihre Gesellschaft anboten. Ciro dort aufgewachsen, war kein seltener Gast dort, respektive wusste, dass er sich dort Dienste abholen konnte. Nach einem Besuch bei seinen Eltern, wollte er sich bei Lady Irina Gesellschaft für die Nacht kaufen, entschied sich dann aber doch dagegen. Lady Irina - gebürtig Emilia Lewis - wollte den gutaussehenden Mann und sein Geld jedoch nicht gehen lassen und manipulierte ihn mittels Hypnose zu bleiben. Sie entschied sich an diesem Abend dazu den jungen Mann zu verwandeln, sodass sie immer wieder die nächtliche Gesellschaft mit ihm teilen kann. Sie behielt ihn den ganzen Tag bei sich, bis sein Durst gefühlt unstillbar wurde. Sie brachte ihn zu Trafalgar Square, um sich dort an einem der Rough Sleepers (Obdachlosen) zu köstigen; nicht selten hatte das die Prostituierte auch selbst immer wieder gemacht, wenn nicht ein Mann in ihrem Schlafzimmer ihr zum Opfer fiel.
Grundsätzlich lernte er von Lady Irina, dass solche Rough Sleepers die einfachste Kost waren, aber moralisch nur so weit vertragbar waren, dass jenen die Nacht und die weitere Grausamkeit des Lebens genommen wurde und darum etwas Erleichterung da war. Ciro hatte gerade zu Beginn so seine Schwierigkeiten damit, obschon er als Mittelstand-Kind keine hohe Meinung der Obdachlosen hatte. Ganz Grundsätzlich war für Ciro aber die Umstellung nicht einfach. Er war bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich angehender Chirurg und wollte seine Berufung in der Medizin nicht aufgeben und haderte zu Beginn gerade sehr mit sich selbst. Kein Rauschmittel der Welt konnte ihn nun noch einlullen und ein gutes Gefühl vermitteln und alles worauf er hingearbeitet hatte, war nun auch nicht wirklich erreichbar. Er sorgte dafür, dass er wenigstens eine Versetzung in die Gerichtsmedizin erlangen konnte und Lady Irina half ihm dabei auch eine Möglichkeit für sein Blutproblem in Dublin zu finden, indem sie ihm Isolas Blutbordell empfahl, da dies seit kurzer Zeit für Vampire eine Nahrungsquelle und einen Zufluchtsort anbot. Kurz darauf begab er sich dann nach Dublin, um seiner Arbeit nachzugehen, jedoch mit dem Versprechen regelmäßig zu seiner Erschafferin zurückzukehren.
Aber Ciro hadert noch immer damit, dass er nicht der Ciro ist, den er mal war und die Weiterentwicklung nur in seinem Hirn, aber nicht in seinem Körper stattfindet. Er sieht die Welt dahinschleichen und alles sich ändern, auch seine Gedanken, seine Meinung und seine Ideologie, nur sein Körper nicht, was ihn doch auch so manchen Abend in eine Melancholie verfallen lässt, in der er über Sinn und Sein sinniert - dies hat er seit seiner Verwandlung nicht ablegen können.
Geburt & Kindheit
Seine Eltern waren beim 3. italienischen Unabhängigkeitskrieg bei der Schlacht um Venetien (Region rund um Venedig) geflüchtet, da sie als Glasmacher befürchteten, dass die Österreicher die Schlacht gewinnen würden und sicherten sich einen Platz auf einem ihrer Handelsschiffe nach London.
Ihre Vergangenheit in der Glasmacherei und die bereits florierenden Geschäfte erlaubte ihnen nach knapp 40 Tagen auf See sich in London einzuquartieren.
Mit diesem Reichtum und dem weiter anhaltenden Handel und einer Werkstatt in London, blieb die Familie weiterhin in dem Business tätig. Bis zur Ciros Geburt ging es der Familie finanziell gut, auch danach immer noch. Ciro wuchs also behütet auf und konnte den gleichen Träumen nachgehen, die jede Person aus dem englischen Mittelstand dieser Zeit: Schule, universitäre Bildung und danach Heirat.
Schulzeit & Jugend
Es zeichnete sich schnell ab, dass Ciro ein Händchen für Sprache und Logik besaß. Er hatte zwar kein fotografisches Gedächtnis, jedoch war er auch kein dummes Kind. Die Schule machte ihm Spaß und er kam darum auch gut durch die Schule und später auch durch die Universität. Nicht, dass er nichts dafür hätte aufbringen müssen, aber auch die Arbeit und das Lernen waren für ihn immer eine Freude.